Weinberg-Traubenhyazinthe

Eine duftende Seltenheit in der freien Natur sind vor allem die größeren Gruppen von wilden ‚Weinberg-Traubenhyazinthen‘ (Muscari neglectum).
~ schwache Giftpflanze ~

Vorkommen und Verbreitung: Die Weinberg-Traubenhyazinthe wächst wie der Name schon vermuten lässt vor allem auf Weinbergen. Die Pflanze ist zudem auch auf Halbtrockenrasen und in Gärten (als Zierpflanze) anzutreffen. In Baden-Württemberg ist sie vor allem in den großen Weinberg-Gebieten heimisch. Damit sich die Blumen verbreiten könnten müssten die Weinberge aber wieder mehr gepflegt werden. Sie benötigen das umgrubbern in den Reihen zwischen den Weinreben, da sich die Zwiebeln nur auf diese Weise verbreiten können -> siehe auch Beitrag der LUBW. Die Pflanzen bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die Pflanze bildet unterirdisch eine Zwiebel aus. Die Außenhülle ist bräunlich gefärbt. Aus ihr sprießen bereits teilweise im Winter und im zeitigen Frühling die Blätter heraus. Die Zwiebel dient zudem gleichzeitig als Überwinterungsorgan in welchem Nährstoffe eingelagert werden. Es werden Nebenzwiebeln zur Vermehrung ausgebildet. Die gesamte Pflanze erreicht eine Wuchshöhe zwischen 10 bis zu 30 cm. Der Stängel ist rundlich aufgebaut und kahl. Am Ende der aufrecht stehenden Stängel bilden sich die Blütenstände aus.

Blätter: Pro Zwiebel bilden sich zwischen drei bis sieben Blätter. Sie sitzen in einer grundständigen Rosette dicht über dem Boden. Die einzelnen Blätter sind linear aufgebaut und haben eine dunkelgrüne Färbung. In der Mitte bildet sich eine deutliche Rinne aus. Das Ende der Blätter ist stumpf.

Blüten: Die Blütentraube ist dicht besetz und besteht aus bis zu 40 dunkelblauen Blüten. Die einzelnen Blüten sind eiförmig aufgebaut und haben im Inneren Staubblätter und eine mittige Blütennarbe. Die Blüten hängen an violett gefärbten Stängeln nach unten. Über den dunkel gefärbten Blüten sitzen die hellviolett gefärbten sterilen Blüten. Das Ende der Blütenkelche ist mit einem kleinen weißer Saum umrandet. Sie besitzen einen intensiven Geruch. Die Blütezeit reicht von März bis in den Mai. Die Bestäubung der Pflanze erfolgt durch Insekten.

Früchte: Die Fruchtstände bestehen aus flachen anfangs grün gefärbte Plättchen. Diese verfärben sich später bräunlich. Die enthaltenen Samen werden unter anderem durch den Wind ausgebreitet.

Gartenform: die “armenische Traubenhyazinthe“
Volkstümliche Namen

Volkstümliche Namen: Die Weinberg-Traubenhyazinthe besitzt in einigen Regionen verschiedene volkstümliche Namen. Zu diesen zählen unter anderem Kaminfegerle, Muskathyazinthe und Hundszwiefel (im österreichischen Burgenland). Ein weiterer ähnlicher volkstümlicher Name ist Rauchfangkehrer. Der Name „Hundszwiefel“ ist dabei nicht genau einzuordnen. Er soll von dem Botaniker Schwaighofer (Samenpflanzen, S. 123/459) beschrieben worden sein. Eine gesicherte Quelle hierfür existiert nicht.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Die Weinberg-Traubenhyazinthe gilt bereits als gefährdet. Wie alle Traubenhyazinthen ist auch diese Art durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt und sollte auf keinen Fall gepflückt werden. Zudem ist es schon etwas besonderes eine solch große Gruppe zu finden.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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