Eisenhut, blauer

„Blauer Eisenhut“ (Aconitum napellus) ist die giftigste Pflanze Deutschlands. Bereits bei der Berührung ist Vorsicht geboten. Es handelt sich zudem um eine bei Verzehr tödlich wirkdende Giftpflanze!
Gesamte Pflanze; Blauer Eisenhut
~ bei Verzehr tödliche Giftpflanze ~

Vorkommen und Verbreitung: Blauer Eisenhut wächst vor allem in den Hochgebirgen wie den Alpen und Pyrenäen. Es gibt auch vereinzelte Stellen an denen man den Eisenhut in Mittelgebirgen wie dem Bayerischen Wald und dem Allgäu finden kann – ein Beispiel hierfür bildet der Gipfelbereich des Großen Arbers. Die Pflanze wächst auf einer Höhe von bis zu 2.500 Metern. Gezüchtete Arten werden zum Teil als Zierpflanze in Gärten verwendet. Von der Anpflanzung im heimischen Garten wird oft abgeraten, da es sich um eine starke Giftpflanze handelt und der Umgang teilweise sehr schwierig ist. Die Pflanze bevorzugt einen nährstoffreichen Boden.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform & Stängel: Beim Eisenhut handelt es sich um eine krautig wachsende, ausdauernde Pflanze. Sie besitzt unter der Erde eine rübenartige Wurzel. Jedes Jahr bildet sich eine neue Knolle aus, da die Vorjahresknolle abstirbt. Der Eisenhut kann eine Wuchshöhe zwischen 30 bis 200 cm erreichen. Die Pflanze wächst aufrecht und bildet steife Stängel. Diese Stängel sind vor allem im oberen Teil reich verzweigt.

Blätter: Die Blätter der Pflanze sind ungefähr handtellergroß und fünf- bis siebenfach fächerförmig geteilt. Die einzelnen Blattteile sind tief eingeschlitzt und besitzen eine ganzrandige Form. Die Oberseite der Blätter hat eine deutlich dunkelgrüne Färbung. Die Unterseite hingegen ist leicht hellgrün gefärbt.

Blüten: Die schon von weitem sichtbaren dunkelblauen Blüten sitzen in einer dichten, endständigen Traube am oberen Ende der Stängel. Das obere Blütenblatt hat die Form eines Helms und ist immer breiter als hoch. Die Stiele der Blüten sind bei dieser Art behaart. In der Mitte der Blüte bildet sich eine Vielzahl von schwarz gefärbten Staubblätter. Der Blütenhelm ist zudem auf der Außenseite leicht behaart. Die Blütezeit reicht von Juni bis in den September.

Tödlich giftige Pflanze – Hinweise zum Umgang!

Wichtiger Gefahrenhinweis zur Pflanze: Es wird stark davon abgeraten die Pflanze im Garten zu kultivieren wenn Kinder im Haushalt leben. Bei Berührung mit Pflanzenteilen wird dazu geraten die betroffenen Stellen gründlich abzuwaschen. Auch bei Haltung von Haustieren ist von einer Kultivierung abzusehen, da sie für Pferde, Rinder, Hunde, Katzen, Hasen, etc. sehr giftig ist. Beim Umgang und der Gartenarbeit mit der Pflanze sollten dringend Handschuhe verwendet werden!

Giftigkeit der Pflanze / Verwendung als Heilpflanze: Blauer Eisenhut wird oft nur als Giftpflanze bezeichnet, dies ist auch korrekt, denn die gesamte Pflanze ist hoch giftig! Sie findet dennoch vereinzelt vor allem in der chinesischen Medizin (aber auch im restlichen asiatischen Raum) verwendet. In der heutigen Medizin wird es in Deutschland nur noch in der Homöopathie verwendet. Von der Eigenbehandlung ist jedoch dringend abzuraten da bereits kleine Mengen in einer falschen Dosis zum Tod führen können.

Giftige Inhaltsstoffe der Pflanze: Vorwiegend in den Knollen, aber auch in den restlichen Teilen der Pflanze ist das stark wirksame Alkaloid „Aconitin“ enthalten. Bereits wenige Gramm der Pflanze (ca. 3 – 6 mg Aconitin) sind für einen Erwachsenen von tödlicher Wirkung. Das Gift ist bereits durch die Berührung der Pflanze in der Lage durch die Haut in den Körper einzudringen. Somit kann allein die Berührung der Blätter oder Blüten kann bereits zu einem Ausschlag führen. Besonders Kinder sind stark gefährdet, die beim Spiel Pflanzenteile abpflücken und verschlucken.

Vergiftungserscheinungen: Die Vergiftungserscheinungen zeigen sich bereits nach 10 – 20 Minuten. Als erstes Symptom tritt ein Kribbeln im Mund, in Fingern und an den Zehen auf. Es kommt danach zu Schweißausbrüchen und Erbrechen & Durchfällen. Die Körpertemperatur sinkt ab, die Atmung wird unregelmäßig, der Blutdruck sinkt, der Tod erfolgt durch Herzversagen oder Atemstillstand. Der Exitus erfolgt bei starker Vergiftung schon nach 30 – 45 Minuten.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Alle Eisenhut-Arten stehen unter strengem Schutz und sollte auf keinen Fall gepflückt werden! Auf der Roten Liste für Deutschland ist er bisher als noch nicht gefährdet eingestuft. Dennoch steht sie bereits auf einigen regionalen Roten Listen. Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt,

– Baden-Württemberg: * (ungefährdet)

– Bayern: V (Vorwarnstufe)

– Hessen: V (Vorwarnstufe)

– Nordrhein-Westfalen: * (ungefährdet)

– Rheinland-Pfalz: Gefährdungsgrad 3 (gefährdet)

– Saarland: n/a

– Thüringen: R (extrem selten)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2

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