Eisenhut, blauer

“Blauer Eisenhut” (Aconitum napellus) ist die giftigste Pflanze Deutschlands. Vorsicht: es handelt sich hierbei um eine bei Verzehr tödliche Giftpflanze!
Gesamte Pflanze; Blauer Eisenhut

Vorkommen und Verbreitung: Blauer Eisenhut wächst in Gebirgen wie den Alpen und Pyrenäen vor. Es gibt auch vereinzelte Stellen an denen man den Eisenhut in Mittelgebirgen wie dem Bayerischen Wald und dem Allgäu finden kann. Sie wächst auf einer Höhe von bis zu 2.500 Metern. Gezüchtete Arten werden als Zierpflanze in Gärten verwendet.

Wuchsform & Stängel: Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 200 cm. Sie wächst aufrecht und bildet steife Stängel.

Blätter: Die Blätter der Pflanze sind ca. handgroß und 5 bis 7 fach fächerförmig geteilt. Es handelt sich hierbei um eine gegabelte Die Blätter haben eine dunkelgrüne Färbung auf der Blattoberseite und eine leicht hellgrüne auf der Unterseite.

Blüten: Die weit sichtbaren dunkelblauen Blüten sitzen in einer dichten, endständigen Traube am oberen Ende der Stängel. Das obere Blütenblatt hat die Form eines Helms und ist immer breiter als hoch. Sie blüht von Juni – September. Die Stiele der Blüten sind bei dieser Art behaart. Der Blütenhelm ist außen leicht behaart.

Besonderheiten

Wichtiger Gefahrenhinweis zur Pflanze: Es wird stark davon abgeraten die Pflanze im Garten zu kultivieren wenn Kinder im Haushalt leben. Bei Berührung mit Pflanzenteilen wird dazu geraten die betroffenen Stellen gründlich abzuwaschen. Auch bei Haltung von Haustieren ist von einer Kultivierung abzusehen, da sie für Pferde, Rinder, Hunde, Katzen, Hasen, etc. sehr giftig ist. Beim Umgang und der Gartenarbeit mit der Pflanze sollten dringend Handschuhe verwendet werden!

Giftigkeit der Pflanze / Verwendung als Heilpflanze: Blauer Eisenhut wird oft nur als Giftpflanze bezeichnet, dies ist auch korrekt, denn die gesamte Pflanze ist hoch giftig! Sie findet dennoch vereinzelt vor allem in der chinesischen Medizin (aber auch im restlichen asiatischen Raum) verwendet. In der heutigen Medizin wird es in Deutschland nur noch in der Homöopathie verwendet. Von der Eigenbehandlung ist jedoch dringend abzuraten da bereits kleine Mengen in einer falschen Dosis zum Tod führen können.

Giftige Inhaltsstoffe der Pflanze: Vorwiegend in den Knollen, aber auch in den restlichen Teilen der Pflanze ist das stark wirksame Alkaloid “Aconitin” enthalten. Bereits wenige Gramm der Pflanze (ca. 3 – 6 mg Aconitin) sind für einen Erwachsenen von tödlicher Wirkung. Das Gift ist bereits durch die Berührung der Pflanze in der Lage durch die Haut in den Körper einzudringen. Somit kann allein die Berührung der Blätter oder Blüten kann bereits zu einem Ausschlag führen. Besonders Kinder sind stark gefährdet, die beim Spiel Pflanzenteile abpflücken und verschlucken.

Vergiftungserscheinungen: Die Vergiftungserscheinungen zeigen sich bereits nach 10 – 20 Minuten. Als erstes Symptom tritt ein Kribbeln im Mund, in Fingern und an den Zehen auf. Es kommt danach zu Schweißausbrüchen und Erbrechen & Durchfällen. Die Körpertemperatur sinkt ab, die Atmung wird unregelmäßig, der Blutdruck sinkt, der Tod erfolgt durch Herzversagen oder Atemstillstand. Der Exitus erfolgt bei starker Vergiftung schon nach 30 – 45 Minuten.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Alle Eisenhut-Arten stehen unter strengem Schutz und sollte auf keinen Fall gepflückt werden! Auf der Roten Liste für Deutschland ist er bisher als noch nicht gefährdet eingestuft. Dennoch steht sie bereits auf einigen regionalen Roten Listen. Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt,

– Baden-Württemberg: * (ungefährdet)

– Bayern: V (Vorwarnstufe)

– Hessen: V (Vorwarnstufe)

– Nordrhein-Westfalen: * (ungefährdet)

– Rheinland-Pfalz: Gefährdungsgrad 3 (gefährdet)

– Saarland: n/a

– Thüringen: R (extrem selten)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2

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