Buschwindröschen, weißes

Eine der ersten typischen Frühlingsblüherinnen, das „weiße Buschwindröschen“ (Anemone nemorosa).

Vorkommen und Verbreitung: Das weiße Buschwindröschen wächst in Auenwäldern, unter Gebüschen und in feuchten Laubmischwäldern sowie auf feuchten Wiesen. Sie ist in fast ganz Europa vorkommend. Die Hauptverbreitung erstreckt sich von Südskandinavien bis nach Nordspanien. Sie ist in den Gebirgen auf Höhen von bis zu 2.000 Metern anzutreffen.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die Pflanze besitzt eine krautige Wuchsform und erreicht eine Höhe von 10 bis 20 cm. Am Ende jedes Blütenstängels bildet sich eine einzige Blüte.

Blätter: Die grünen Stielblätter können bis zu acht Zentimeter lang werden. Sie sind dreiteilig und grob gezähnt. Während der Blütezeit besitzt die Pflanze nur drei Stängelblätter.

Blüten: Die Blüten besitzen 6 bis 8 (in seltenen Fällen bis zu 12) weiße (seltener auch rosa) Blütenblätter. Diese sind sternförmig angeordnet. Die Unterseite der Blütenblätter ist leicht rosa überlaufen. In der Mitte der Blüte bilden sich die grün gefärbten Blütennarben. Diese sind von gelb gefärbten Staubbeuteln umrandet. Die Perigonblätter sind für manche Insekten aufgrund der hohen UV-Absorption dunkel erscheinend. Nachts und bei tiefen Temperaturen schließen sich die Blütenblätter. Zu den Bestäubern gehören unter anderem Bienen und andere Insekten. Die Blüten erscheinen von März bis in den Mai – sie gehört zu den ersten Frühlingsblühern.

Früchte: In jeder Blüte befinden sich zahlreiche Fruchtknoten aus denen sich die Samen entwickeln. Die Samen bestehen aus kleinen Nüsschen. Die Früchte werden durch die Schwerkraft und Ameisen verbreitet. An den einzelnen Samen hängt ein kleines Elaisom, welches zur Verbreitung der Samen durch Ameisen dient. Die meiste Verbreitung der Pflanze erfolgt meist durch Rhizome. Hierbei können bis zu 100 Pflanzen pro Rhizom bilden.

Giftigkeit der Pflanze

Giftigkeit der Pflanze: Alle Teile des Buschwindröschen sind durch die enthaltenen Gifte ungenießbar. Sie ist daher nicht für die Ernährung oder medizinische Anwendung geeignet! Die Berührung der Pflanze hingegen ist ungefährlich. Auf keinen Fall sollten medizinische Selbstversuche mit der Pflanze durchgeführt werden! Sie wird zum Teil in der Homöopathie verwendet. Von der Benutzung sollte aber aufgrund der Giftigkeit abgeraten werden.

Hauptwirkstoffe: Ranuculin -> hieraus entsteht nach dem Verwelken oder Verletzen der Pflanze „Protoanemonin“, Anemonol und andere unbekannte Giftstoffe

Das Protoanemonin ist sehr instabil und dimerisiert leicht zum ungiftigen Anemonin. Im Dürrfutter gilt das Buschwindröschen als ungiftig. Der Protoanemoningehalt in frischen Blättern beträgt ca. 333 µg/g – Clinitox.ch

Zielorgane: Schleimhäute, zentrales Nervensystem, Nieren, Milchdrüsen (bei Rindern und Schafen sowie Pferden), Leber, Haut

Symptome einer Vergiftung: Das Protoanemonin reizt vor allem die Haut und Schleimhäute. Beim Abbau des Giftes kann es zu Schädigung der Nieren und Leber kommen. Durch eine Resoption des Giftes kommt es zunächst zu einer Erregung des zentralen Nervensystems, später zu einer Lähmung. Durch die hepatotoxische Wirkung kann es zu einer Fotosensibilisierung kommen. Bei Aufnahme von größeren Mengen an Pflanzenteilen kommt es zu Erbrechen und Durchfall.

LD50 (Menschen): Die tödliche Dosis für eine erwachsene Person liegt bei ca. 30 Pflanzen.

LD50 (Rinder): 120 – 200 mg Protoanemonin/kg Körpergewicht

Erste Hilfe bei einer Vergiftung: Es ist ein Arzt aufzusuchen und gegebenenfalls der Giftnotruf zu informieren!

Volkstümliche Namen

Volkstümliche Namen: Im Schwäbischen (Bayerisch-Schwäbisch) wird das Windröschen auch als „Holzglöckeler = Waldhähnchen“ oder „Hematlenz“ bezeichnet.

  • Der Name Holzglöckeler wird bereits im „Kreutterbuch“ von Leonhart Fuchs* aus dem Jahr 1543 erwähnt. Die Herkunft des Namens ist aber unbekannt.
  • Als „Hematlenz (in anderen Regionen: Hemdmatz)“ werden in Oberbayern und Schwaben die „kleinen Kinder“ genannt, wenn sie mit weißen Hemden herumlaufen. Die weißen Blüten erinnern an diese.
  • Am schweizerischen Bodenseeufer und der Ostschweiz wird die Pflanze auch als „Bettseicherli“ bezeichnet.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, (K)

*Leonhart Fuchs (* 17. Januar 1501; † 10. Mai 1566) gilt als einer der Väter der Botanik. Sein Werk „The New Herbal Of 1543“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.