Immergrüne Magnolie

Vorkommen und Verbreitung: Die immergrüne Magnolie stammt ursprünglich aus dem Südosten von Nordamerika. Sie ist in Europa, sowie Teilen von Südamerika, Südafrika sowie China und Japan als Neophyt eingeführt worden. Dort wird sie häufig als Zierpflanze in Gärten und Parks verwendet.

Wuchsform: Bei dieser Magnolienart handelt es sich um einen immergrünen Baum, der eine Höhe von bis zu 25 Metern erreichen kann (seltener auch bis zu 35 Metern). Die Rinde ist grau (seltener bräunlich) gefärbt und kann zu kleinen Platten aufreißen (ähnlich wie bei der Platane). Der Baum wächst aufrecht und bildet eine breite Krone aus. Die gesamte Pflanze ist wenig verzweigt. Unter der Erde bildet sich ein weit verzweigtes, tiefgehendes Wurzelsystem (Herzwurzler) aus. Die jungen Pflanzen haben zunächst eine Pfahlwurzel, welche sich später zu einer Herzwurzel umwandelt.

Blätter: Die immergrüne Magnolie hat wechselständig an den Ästen angeordnete Blätter. Die Oberfläche ist ledrig und leicht glänzend. Die Blattnarben sind deutlich erkennbar. Der Blattrand ist häufig nach unten gebogen oder leicht eingerollt. Die Blätter selbst haben eine dunkelgrüne Färbung. Am Ende laufen die Blätter deutlich spitz zusammen. Einzelne Blätter erreichen eine Länge zwischen 10 bis 20 cm (seltener auch länger). Die Stängel der Blätter sind dunkler, bräunlich gefärbt. Die Blattform lässt sich als elliptisch beschreiben. Auf der Unterseite der Blätter bildet sich eine rot-braune Behaarung aus.

Blüten: Die Blütenblätter sind reinweiß. Jede einzelne Blüte kann eine Größe zwischen 15 bis 30 cm (seltener auch bis zu 45 cm) erreichen. Die Blütenknospen sind mit drei grünen, behaarten Kelchblättern umgeben. Pro Blüte bilden sich 6 bis 12 weiße Blütenblätter aus. In der Mitte der Blüte bildet sich ein Fruchtknoten mit sehr vielen Staubblättern (200 bis 400 Stück) aus. Im oberen Bereich kommen die weiblichen Fruchtblätter noch mit dazu. Eine Selbstbestäubung der Blüten ist nur selten möglich, da es sich um eine vorweibliche Blütenform handelt. Die Blüten der immergrünen Magnolie erscheinen im Mai bis Juni.

Früchte / Samen: Es bilden sich eine Art von „Fruchtzapfen“ – sogenannte Sammelbalgfrüchte (Follicetum) aus. Jeder „Zapfen“ haben eine Vielzahl von einzelnen Balgfrüchten. Die Balgfrüchte bestehen aus zwei Hälften und sind am Ende spitz. Die gesamte Frucht ist zylindrisch, nach oben zusammenlaufend geformt. Die Frucht kann dabei eine Länge zwischen 7 bis 10 cm erreichen. Zunächst sind die Früchte noch bräunlich und mit weichen Haaren besetzt. Später ändert sich die Farbe zu „dunkelrot“. Bei voller Reife brechen die Balgfrüchte in der Mitte auf. Die einzelnen Früchte sind knallrot gefärbt und haben eine glatte Oberfläche. Sie sind länglich, flach aufgebaut. Sie hängen zunächst an einem dünnen Faden aus den Früchten heraus. Die Samen sitzen im Inneren von einer Art „Fruchtfleisch“, dem sogenannten „Sarkotesta“. Die Keimung der Samen erfolgt im Folgejahr.

Namensherkunft: 1: Der botanische Gattungsname „Magnolia“ wurde zu Ehren des französischen Arzt und Botanikers Pierre Magnol (* 08.06.1638 in Montpellier; † 21.05.1715 in Montpellier) der Pflanzengattung der Magnolien gewidmet. Die Erstbeschreibung der Pflanzengattung „Magnolie“ erfolgt durch Charles Plumier im Jahr 1703 in seinem Werk Nova Plantarum Americanarum Genera 2. Der botanische Artname „grandiflora“ lässt sich mit großblütig übersetzen.

Verbreitungs-Codes: keine – alle Pflanzen in D synthetisch!


  1. Boerner, Franz/Günther Kunkel: Taschenwörterbuch der botanischen Pflanzennamen: für Gärtner, Garten- und Pflanzenfreunde, Land- und Forstwirte, 01.01.1989 – Seite 130 ↩︎
  2. Plumier, Charles/Pierre François Giffart: Nova plantarum americanarum genera, 01.01.1703, [online] doi:10.5962/bhl.title.121537, Seite 560 ↩︎

Michael Richter

Autor: Michael Richter

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