Moosbeere, gewöhnliche

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Die gewöhnliche Moosbeere ist eine Vertreterin der „Heidelbeeren“. Die englische Variante dieser Pflanze ist die „Cranbeery“.

Vorkommen und Verbreitung: Die gewöhnliche Moosbeere wächst vor allem in den Moospolstern von nährstoffarmen Hochmooren. Sie ist zudem in Kiefernbruchwäldern und Fichtenmoorwäldern anzutreffen. In Skandinavien, vor alllem Finnland, gilt die Moosbeere als eine der wichtigsten Nutzpflanzen,

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die Pflanze wächst kriechend auf dem Boden entlang und bildet somit einen Zwergstrauch. Die einzelnen Triebe können eine Länge zwischen 10 bis 80 cm erreichen. Sie erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 5 cm. Die Stängel sind dunkelbraun bis rötlich gefärbt. An deren Enden bilden sich die Blüten. Es handelt sich um eine mehrjährige, wintergrüne Pflanze.

Blätter: An den Stängeln bilden sich wechselständig stehenden Blätter aus. Diese erreichen eine Länge zwischen fünf bis acht Millimeter. Die Oberfläche der Blätter ist ledrig. Sie sind eiförmig-länglich aufgebaut und haben eine dunkelgrüne Farbe. Die Unterseite ist weißlich. Die Ränder der Blätter können zum Teil leicht eingerollt sein.

Blüten: Die Blüte besteht aus einer verwachsenen Kronröhre und vier bis sechs Blütenblättern. Die einzelnen Blütenblätter sind deutlich nach hinten gebogen. Sie besitzen eine hellrosa Färbung. Das Gynoeceum und der Griffel sitzen in der Mitte der Blüte und besitzen einen orange bis dunkelrosa Farbton. Die Blüten sitzen am Ende von langen Stielen. Die Bestäubung der Blüten erfolgt vor allem durch Bienen und Hummeln. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den August.

Früchte: Die gelblich bis rötlich gefärbten Beeren der Moorbeere bilden sich nach der Blüte. Sie können einen Durchmesser von bis zu 2 cm erreichen und sind kugelförmig aufgebaut. Der Geschmack der Beeren ist leicht säuerlich. Die Ausbreitung der Samen erfolgt meist durch Vögel (seltener auch durch andere Tiere). Die Früchte reifen ab dem August.

Volkstümliche Namen & Namensherkunft

Volkstümliche Namen: Die Moosbeere ist unter verschiedenen volkstümlichen Namen bekannt. Bereits im Jahr 1538 wurden durch den Botaniker Nemnich II die Namen „Kranichbeere“ und „Krahnbeere“ für die Pflanze geprägt. Sie wird auch zum Teil als „Scharfbeere“ oder „Sauerbeere“ bezeichnet. Im Englischen ist die Pflanze auch als „cranberry“ bekannt.

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname „Vaccinium“ leitet sich aus einer Fehlübersetzung von „baccinium“ – zu deutsch Beerenstrauch – ab. Der botanische Artname „oxycoccos“ lässt sich aus den griechischen Worten „oxys“ (zu deutsch sauer oder scharf) und kókkos (κόκκος / zu deutsch = Beere – von den sehr sauren Beeren). Der deutsche Namen „Moosbeere“ leitet sich davon ab, dass die Früchte häufig auf den Moospolstern in den Mooren aufliegen.

Eine weitere Erklärung für den Namen der „Moosbeere“ lässt sich aus der Gleichsetzung von „Moos“ und „Moor“ im bayrischen und österreichischen Sprachraum herleiten: Sie könnte somit auch als „Moorbeere“ bezeichnet werden, was auf ihr natürliches Vorkommen auf sauren Torf- und Moorböden verweist.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Die gewöhnliche Moosbeere steht bereits als „gefährdet“ auf der Roten Liste Deutschlands. Die einzelnen Gefährdungsgrade in den Bundesländern sind wie folgt:

  • Baden-Württemberg: gefährdet (Status: 3)
  • Bayern: gefährdet (Status: 3)
  • Berlin: gefährdet (Status: 3)
  • Brandenburg: gefährdet (Status: 3)
  • Bremen: gefährdet (Status: 3)
  • Hamburg: vom Aussterben bedroht (Status: 1)
  • Hessen: gefährdet (Status: 3)
  • Mecklenburg-Vorpommern: nicht vorkommend (Status: n/a)
  • Niedersachsen: gefährdet (Status: 3)
  • Nordrhein-Westfalen: gefährdet (Status: 3)
  • Rheinland-Pfalz: gefährdet (Status: 3)
  • Saarland: Ausgestorben (Status: 0 / <1990)
  • Sachsen-Anhalt: stark gefährdet (Status: 2)
  • Sachsen: gefährdet (Status: 3)
  • Schleswig-Holstein: gefährdet (Status: 3)
  • Thüringen: stark gefährdet (Status: 2)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2

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