Alpen-Brandlattich

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Eine kleine Schönheit der Alpen, die Blüte des „Alpen-Brandlattich“ (Homogyne alpina). Sie gilt in Deutschland als seltene Pflanze.

Vorkommen und Verbreitung: Der Alpen-Brandlattich wächst auf Bergfichtenwäldern, Zwergstrauchgebüschen und Silikatmagerrasen. Die Pflanze kommt in den Gebirgen in Mitteleuropa auf einer Höhenlage von 500 bis 3.000 Metern vor. Sie bevorzugt dabei feuchte, humusreiche, moosige Böden. In Deutschland wächst sie vor allem in den folgenden Gebieten: den bayerischen Alpen, im höheren Alpenvorland (ab 500 Metern), in den südlichen Regionen des Bayerischen Wald, sehr zerstreut im Erzgebirge und in einigen lokalen Gebieten im Südschwarzwald. Teilweise sind auch weitere kleinere Vorkommen möglich. In den Alpen (Schweiz / Österreich, Teile von Italien) ist die Pflanze häufig anzutreffen.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Der Brandlattich wächst als ausdauernde, krautige Pflanze in kleinen Polstern. Sie kann eine Wuchshöhe zwischen 10 bis 40 cm erreichen. Die kriechend wachsende Wurzel ist mit einer Vielzahl von kleinen Wurzelteilen im Boden verankert. Die Oberfläche der Wurzel ist wollig-schuppig behaart. Neben der dicken Hauptwurzel bilden sich weitere kleine Wurzelteile aus. Pro Pflanze bildet sich nur ein Stängel aus. Dieser wächst aufrecht und besitzt nur eine Blüte am Ende. Die gesamte Pflanze hat eine hellgrüne Färbung. Die Stängel sind mit feinen, weißen Härchen besetzt.

Blattform: Die Pflanze besitzt mehrere, grundständig sitzende Blätter. Die einzelnen Blätter sind rundlich oder herz- bis nierenförmig aufgebaut. Bei den älteren Blättern sind die Ränder nach unten gebogen und die Blattnerven sind deutlich sichtbar. Die Blattstiele haben eine rötliche Farbe. Die Oberseite ist glänzend dunkelgrün. Die Blattunterseite ist kahl oder nur schwach behaart.

Blüten: Die Blüten sitzen am Ende der länglichen Stiele. Die Blüten selbst haben eine hellviolette Färbung. Die äußeren Hüllblätter sind wollig und haben eine braunroten Farbe. Die inneren Blütenblätter sind weißlich bis rosa gefärbt. Aus der Blüte ragen die dunkelroten Griffel heraus. Pro Griffel bilden sich zwei Narben aus. Die Blütenkörbchen besitzen einen Durchmesser von bis zu 25 mm. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den August.

Früchte: Der Pappus (ähnlich wie beim Löwenzahn aufgebaut) sind schneeweiß gefärbt. Am unteren Teil bilden sich die braunen “Archänen“ aus. Diese werden vor allem durch den Wind verbreitet.

Namensherkunft

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname “Homogyne“ leitet sich aus den griechischen Worten “homos“ – zu deutsch „gleiche“ – und “gyne“ – zu deutsch “weiblich“ ab. Dabei wird auf die gleichzeitige Öffnung der zwittrigen Röhrenblüten und der weiblichen Zungenblüten hingewiesen. Der botanische Artname “alpinus“ lässt sich mit “alpin“ übersetzen. Hierbei handelt es sich um ein Hinweis auf das Hauptverbreitungsgebiet der Pflanze.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Der Alpen-Brandlattich wird auf der Roten Liste Deutschlands als ungefährdet eingestuft. Die Pflanze ist auf einigen regionalen Roten Listen bereits vertreten. Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt:

Baden-Württemberg: stark gefährdet (Status: 2)

– Bayern: ungefährdet (Status: *)

– Sachsen: vom Aussterben bedroht (Status: 1)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F

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