Deutsche Fransenenzian

Einer der markantesten einheimischen Enziane. Der deutsche Fransenenzian zählt zu den besonders geschützten Arten.
Besonders geschützte Art gem. BArtSchV und BNatSchG ~

Vorkommen und Verbreitung: Der deutsche Fransenenzian wächst auf Magerrasen, Wiesen, Trockenrasen sowie in Flachmooren. Die Pflanze bevorzugt dabei einen kalkreichen Lehmboden. Diese Bedingungen sind nur in wenigen Mittelgebirgen und Gebirgsteilen von Deutschland und den anliegenden Ländern gegeben. Daher gilt der Fransenenzian bereits als gefährdet und ist besonders geschützt. In den Alpen ist sie auf Höhen von bis zu 1.500 Metern anzutreffen.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Der deutsche Fransenenzian ist eine krautige Pflanze, die eine Höhe zwischen 5 bis 40 cm erreichen kann. Es handelt sich um eine ein- bis zweijährige Pflanze. Der Stängel ist im oberen Teil oft mehrfach verzweigt. An deren Enden stehen die Blüten. Pro “Blütenstängel“ bildet sich nur eine Blüte aus. Die Blütenstände bestehen in den meisten Fällen aus mehreren Blüten.

Blätter: Die Blätter sitzen gegenständig an den Stängeln. Die unteren, einzelnen Blätter sind verkehrt-eiförmig aufgebaut. Die oberen Blätter laufen am Ende spitz zusammen und haben eine lanzettliche Form. Die Blätter haben insgesamt eine dunkelbraun bis dunkelviolette Farbe. Die Mittelnarbe ist deutlich nach unten ausgeprägt.

Blüten: Der Blütenstand des Fransenenzian besteht aus mehreren Einzelblüten. Die Kelchblätter sitzen dicht unter den Blütenkelchen und sind dunkelviolett bis bräunlich gefärbt. Die Enden dieser Blätter laufen spitz zusammen. Die einzelnen Blüten bestehen aus fünf, im unteren Teil miteinander verwachsenen, Blütenblättern. Die Kronröhren sind etwa doppelt so lang wie die Kronblätter. Die violett gefärbten Blütenblätter haben spitze Enden. Die Kronröhre ist mit feinen Haaren besetzt. Der Nektar ist somit nur für langrüsselige Insekten zugänglich. Die Härchen sollen das Einkriechen von Insekten verhindern. Bei den Blüten handelt es sich um Stieltellerblumen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.

Früchte: Nach der Blüte bilden sich die bis zu 8 mm langen Kapselfrüchte aus. Im Inneren der Früchte bildet sich eine Vielzahl von einzelnen Samenkörnern.

Namensherkunft & Volkstümliche Namen

Volkstümliche Namen: Der „deutsche Frasenenzian“ ist unter verschiedenen volkstümlichen Namen bekannt. Auf der schwäbischen Alb wird die Pflanze als “Haus-A‘brenner“ bezeichnet. Dies soll daher stammen, dass die blauen Blüten des Enzians “gewitteranziehend“ sind. Man darf die Blüten nicht pflücken und mit ins Haus nehmen.

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname “Gentianella“ ist eine Verniedlichungsform von “Gentiana“. Es lässt sich somit als “kleiner Enzian“ übersetzen. Der botanische Gattungsname „Gentiana“ ist gleichbedeutend mit dem deutschen Namen „Enzian“. Die Etymologie des Wortes „Gentiana“ lässt sich aus dem griechischen Wort γεντιανή – zu deutsch gentiane – ableiten. Dies leitet sich weitestgehend von dem Namen „Genthios“, dem letzten illyrischen König in Scodra, ab. Dieser soll diesen Namen für die Pflanze zuerst angewandt haben. Eine gesicherte Angabe ist aber nicht vorhanden. Der botanische Artname “germanica“ ist ein lateinisches Adjektiv und lässt sich mit “deutsches“ / „germanisches“ übersetzen.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Der deutsche Fransenenzian steht auf der Roten Liste Deutschlands bereits mit dem Vorwarnstatus. Durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) steht die Pflanze unter einem besonderen Schutz! Sie darf keinesfalls gepflückt oder beschädigt werden. Die Pflanze ist zudem auf einigen regionalen Roten Listen ebenfalls vertreten. Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt:

– Baden-Württemberg: Vorwarnstufe (Status: V)

– Bayern: gefährdet (Status: 3)

Hessen: stark gefährdet (Status: 2)

– Nordrhein-Westfalen: gefährdet (Status: 3)

– Niedersachsen: gefährdet (Status: 3)

– Rheinland-Pfalz: gefährdet (Status: 3)

– Saarland: gefährdet (Status: 3)

– Sachsen-Anhalt: gefährdet (Status: 3)

– Sachsen: vom Aussterben bedroht (Status: 1)

– Thüringen: gefährdet (Status: 3)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2

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