Drachenwurz

Der giftige “Drachenwurz” verdankt seinen Namen dem Aussehen der Wurzel – die Pflanze war bereits im Jahr 1988 “Blume des Jahres”.
Starke Giftpflanze ~

Vorkommen und Verbreitung: Der Drachenwurz wächst in Hochmooren (in Moospolstern), an den Ufer von Tümpeln und zum Teil in Erlenbruchwäldern. Sie bevorzugt dabei auf nassen Böden, die Großteils kalkfrei sind. Die Pflanze ist in Nord- und Mitteleuropa – bis auf die Gebirge – zu finden. Durch die Trockenlegung von Mooren und Sümpfen ist die Pflanze stark rückgängig.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Bei der Sumpf-Calla handelt es sich um eine krautige, mehrjährige Pflanze. Sie kann eine Wuchshöhe zwischen 15 bis 30 cm (seltener auch bis zu 50 cm) erreichen. Die oberirdischen Rhizome können eine Länge von bis zu 50 cm erreichen. Sie besitzt eine grünliche Färbung. Die Sumpf-Pflanze ist somit an die Bedingungen im Sumpf angepasst. Das Rhizom dient zudem als Überwinterungsorgan und kann einen Durchmesser von zwei bis drei Zentimeter erreichen. An den Knoten bilden sich kurze Wurzeln. Der Stängel der Blätter und Blüten ist aufrecht bis niederliegend aufgebaut. Die Stängel besitzen eine rundliche Form und sind dunkelgrün gefärbt.

Blätter: Die Blätter sind lanzettlich-herzförmig aufgebaut und am Ende deutlich zugespitzt. Sie sitzen wechselständig am Rhizom. In der Mitte der Blätter bildet sich die Blattscheide. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün glänzend. Pro Blatt bilden sich zwischen 10 bis 14 Seitennerven.

Blüten: Der kolbenartige Blütenstand besteht aus einer Vielzahl von Einzelblüten, welche eine weißliche Färbung besitzen. Das weißlich gefärbte Hochblatt kann eine Größe zwischen sechs bis sieben Zentimetern erreichen. Es ist unten offen. Die Einzelblüten sind zwittrig aufgebaut. Sie besitzen keine Blütenhülle und sind meist vorweiblich. Die Blüten bilden keinen Nektar. Der Duft ist leicht unangenehm. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den Juli.

Früchte: Nach der Blüte bilden sich die unreifen grünen Beeren. Während der Reifung verfärben sich diese rötlich. Die einzelnen Beeren sitzen in einer Rispe am Stängel. Bei voller reife sind sie leicht klebrig. Im Inneren der Beeren bilden sich vier bis zehn schleimige Samen.

Besonderheiten der Blüte und Früchte

Besonderheiten der Blüte: Zu den Besuchern zählen unter anderem Aasfliegen und Käfer. In der älteren Literatur wird eine Bestäubung durch Schnecken angegeben. Diese Bestäubung wird zum Teil in der modernen Literatur angezweifelt. Sie könnte dennoch teilweise richtig sein.

Besonderheit der Früchte: Die Besonderheit in der Verbreitung der Samen besteht darin, dass sich der Blütenstand / Fruchtstand nach unten zum Boden / Wasser absenkt und somit die Früchte direkt auf den Boden / in das Wasser freigegeben werden. Die Früchte sind aufgrund der enthaltenen Luft sehr gut schwimmfähig. Die Samen platzen nach einiger Zeit auf und tragen so zur Verteilung der Samen bei.

Giftigkeit der Pflanzen

Giftigkeit der Pflanze: Alle Pflanzenteile des Drachenwurz sind giftig und nicht essbar. Sie besitzen einen scharfen Geschmack, da die Calla zu den Aronstabgewächsen zählt. Die Giftwirkung wird durch die Trocknung zum Teil abgebaut. Die Berührung der Pflanze kann zu einer Reizung der Haut und Schleimhäute führen. Beim Umgang mit der Pflanze wird dringend der Einsatz von Handschuhen empfohlen.

Tiergift: Die Pflanze ist für Pferde, Rinder und Kühe ebenfalls hochgiftig!

Inhaltsstoffe der Pflanze: Dicarbonsäuren (Caliumoxalat / Raphide & Oxalsäuren), Aroin 

Symptome einer Vergiftung: Beim Berühren der Blätter kann es bereits zu Hautausschlägen bis zur Blasenbildung an der betroffenen Stelle kommen. Werden die Blätter frisch und roh gegessen, kommt es durch die enthaltenen Giftstoffe zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Sowie zu Schmerzen im Mundraum und einem erhöhten Speichelfluss. Die Gifte wirken sich zudem auf das Zentrale Nervensystem aus. Dabei kann es zu Erregungszuständen oder Lähmungen kommen. Durch die Bindung von Calcium und Magnesium im Körper in schwer löslichen Salzen kommt es zudem zu Herzrhythmusstörungen sowie einem Nierenversagen.

Erste Hilfe: Bei Eintreten von Beschwerden muss sofort ein Arzt aufgesucht werden! Es ist keine Selbstbehandlung möglich!!

Volkstümliche Namen & Namensherkunft

Volkstümliche Namen In der alten Literatur wird die Pflanze unter verschiedenen volkstümlichen Namen geführt. Diese sind unter anderem Sumpf-Calla, (Sumpf-)Schlangenwurz und Schweinsohr.

  • Der Name “Sumpf-Calla” gilt als Übersetzung des lateinischen Namens ins Deutsche.
  • Die Pflanze ist zudem unter dem Namen “Drachenwurz” bekannt. Dabei wird auf die Form der Wurzel angedeutet. Durch ihre längliche Form und die wechselständigen Blätter am Ende wurde die Pflanze vermutlich als ein über den Boden kriechender “Drache” angesehen.
  • Der Beiname “Schlangenwurz” ist hingegen aus der gewundenen Form der Wurzel entstanden. Zusammen mit der grünen Schale erinnert die Wurzel entfernt an eine giftige Schlange. Eine weitere Ableitung soll aus der Anwendung der Pflanze und Wurzel nach der Signaturenlehre stammen. Die Pflanze wurde zum Teil als Heilmittel gegen Schlangenbissen angewendet. Ein wissenschaftlicher Beweis zur Wirksamkeit der Therapie ist nicht vorhanden.
  • Der volkstümliche Name “Schweinsohr” leitet sich aus dem Aussehen der Hüllblätter ab. Da diese am Ende spitz zusammenlaufen und somit an ein Schweineohr erinnern.

Namensherkunft: Der lateinische Gattungsname bildet sich aus dem griechischen Wort “κάλος / kalós“. Dies lässt sich mit “Schönheit” oder “schön” ins Deutsche übersetzen. Die Bezeichnung ist aus der griechischen Mythologie entlehnt. Darin wird “Kalliope” als die Göttin der Dichtkunst geführt. Sie wurde der Sage nach von vielen für ihre Schönheit bewundert. Der lateinische Artenname “palustris” leitet sich aus dem lateinischen Wort “paluster”, zu deutsch “sumpfig” ab.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Das Sammeln des Drachenwurz ist in der freien Natur strengstens untersagt! Die Pflanze steht unter besonderem Schutz durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV). Nach dieser gilt der Drachenwurz als eine besonders geschützte Art. Er darf somit auf keinen Fall gepflückt oder ausgegraben werden! Die Pflanze ist in gesamt Deutschland als gefährdet eingestuft. Dennoch sind in einzelnen Bundesländern andere Gefährdungsgrade wie folgt definiert, 

– Baden-Württemberg: stark gefährdet (Status: 2

– Bayern: gefährdet (Status: 3)

– Berlin: stark gefährdet (Status: 2)

– Brandenburg: gefährdet (Status: 3)

– Bremen: stark gefährdet (Status: 2)

– Hamburg: Vorwarnstufe (Status: V)

– Hessen: gefährdet (Status: 3)

– Mecklenburg-Vorpommern: n/a

– Niedersachsen: gefährdet (Status: 3)

– Nordrhein-Westfalen: gefährdet (Status: 3)

– Rheinland-Pfalz: gefährdet (Status: 3)

– Saarland: stark gefährdet (Status: 2)

– Sachsen-Anhalt: stark gefährdet (Status: 2)

– Sachsen: gefährdet (Status: 3)

– Schleswig-Holstein: gefährdet (Status: 3)

– Thüringen: stark gefährdet (Status: 2)

Verbreitungs-Codes: AV, M1, M2, F

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