Kleiner Wiesenknopf

Der kleine Wiesenknopf wird auch im Volksmund „Pimpinelle“ genannt. Aber auch in der Volksmedizin gilt sie sie als wichtiges Heilmittel.
Der kleine Wiesenknopf auf einer Wiese. Die Blüten haben eine rötliche Färbung. Die Blätter sind grünlich gefärbt.

Vorkommen und Verbreitung: Der kleine Wiesenknopf wächst unter anderem auf trockenen, nährstoffarmen Wiesen. Sie ist zudem auch auf Böschungen und an Wegrändern und weiteren Ruderalflächen zu finden. Die Pflanze bevorzugt dabei kalkhaltige, lockere Lehmböden. Es handelt sich um einen Magerkeitsanzeiger. Die Hauptverbreitung des Wiesenknopfs ist in Süd- und Mitteleuropa. Im Norden ist sie bis nach Südskandinavien zu finden.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Bei der Pflanze handelt es sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze. Sie kann eine Wuchshöhe zwischen 20 bis 100 cm erreichen. Der Stängel wächst aufrecht aus einer grundständigen Blattrosette heraus. Der Blütenstängel hat eine rötliche Färbung. Der kleine Wiesenknopf ist eine wintergrüne Halbrosettenpflanze.

Blätter: Die Blätter besteht aus einer Vielzahl von einzelnen Fiederblättern – oft zwischen 3 bis 12 Paaren. Die Fiederblätter sind eiförmig aufgebaut und haben eine Länge bis zu 2 cm. Die Ränder besitzen bis zu 9 Zähne.

Blüten: Die Blüten des kleinen Wiesenknopf sind zwischen 1 bis 3 cm groß. Die obersten Blüten sind weiblich, die mittleren Blüten haben einen zwittrigen Aufbau. Die untersten Blüten sind männlich. Die aus den mittleren Blüten herausstehenden, nach unten heruntergebogenen Staubfäden sind rötlich gefärbt. An deren Enden bilden sich die gelb bis weißlich gefärbten Staubbeutel. Die Blütenstände bestehen aus einer Reihe von Einzelblüten und sind in einer kugeligen Form zusammenstehend. In der Mitte der Blüte bildet sich eine rote pinselförmige Blütennarbe. Die Blütenblätter besitzen eine grünliche Färbung in der Mitte und eine rötliche am äußeren Rand. Die Bestäubung der Pflanze erfolgt durch Bienen und andere Insekten. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den August.

Früchte: Die Früchte der Pflanze bestehen aus kleinen Nüsschen, die nach der Blütezeit durch die Blütenbecher umschlossen werden. Die Verbreitung der Früchte erfolgt durch den Wind oder durch Wasser. Die Blütenbecher dienen dabei als “Fallschirm“ für die Samen. Die Fruchtreife reicht von Juli bis in den Oktober. Die Hauptverbreitung erfolgt aber durch unterirdische Ausläufer.

Verwendung der Pflanze in der Küche & als Heilpflanze

Verwendung der Pflanze in der Küche: Die jungen Blätter der Pflanze haben ein “gurkenartigen“, leicht nussigen Geschmack. Sie eignen sich daher als Würzpflanze. Die Pflanze ist zudem eine der Zutaten der “Frankfurter Grünen Soße“.

Verwendung als Heilpflanze: Die im kleinen Wiesenknopf enthaltenen Gerbstoffe geben der Pflanze eine gewisse Heilwirkung gegen Durchfall und innere Blutungen. Die Pflanze wirkt zudem harntreibend, entwässernd, entzündungshemmend und blutstillend. Sie kann zudem zu einem Tee verarbeitet werden.

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Rutin, Saponine, Triterpene, Vitamin C, Mineralstoffe, Gerbstoffe

Nebenwirkungen: Sofern die Pflanze in einer normalen Dosierung angewendet wird sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Namensherkunft & Volkstümliche Namen

Volkstümliche Namen: Der kleine Wiesenknopf ist unter verschiedenen volkstümlichen Namen bekannt. Zu diesen zählen Pimpinelle, Herrgotsbart, Falsche Bibernelle, Sperberkraut, Kölbel, Blutstropfen und kleines Blutskraut. Der Name “Pimpinelle“ leitet sich von einer weiteren Pflanze ab: der botanische Name der “Bibernellen“ – einem Doldenblütler – ist Pimpinella. Da diese Pflanzengruppe einen ähnlichen Blattaufbau hat. Der Name “Falsche Bibernelle“ weist zudem auch auf diese namentliche Verbindung zwischen diesen zwei Pflanzen hin. „Kleines Blutkraut“ leitet sich von der blutstillenden Wirkung der Pflanze ab. Der Name „Kölbel“ ist aus seinen Blütenköpfchen entstanden, da diese an kleine Kolben erinnern. Der volkstümliche Name „Blutstropfen“ stammt von der rotbraunen Färbung der Blüten.

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname „Sanguisorba“ leitet sich aus dem lateinischen Wort „sanguis“ – zu deutsch „Blut“ – und dem zweiten lateinischen Wort „sorbere“ – zu deutsch „schlürfen“ – ab. Diese Namesteile leiten sich aus der blut­stil­len­den Wirkung der Pflanze ab. Der botanische Artname „minor“ ist ein lateinisches Wort und lässt sich als „klein / kleiner“ übersetzen.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Der kleine Wiesenknopf wird auf der Roten Liste Deutschlands als ungefährdet eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.