Rote Lichtnelke

Durch ihre rosa strahlenden Blütenblätter ist die “rote Lichtnelke“ schon von weitem in den Wiesen erkennbar.

Vorkommen und Verbreitung: Die Rote Lichtnelke wächst vor allem in feuchten Wiesen, an Waldrändern, auf Kahlschlägen sowie in Gebüschen. Die Pflanze ist zudem auf Hochstaudenfluren und in Auenwäldern zu finden. Sie bevorzugt dabei nährstoff- und stickstoffreiche Böden. Die Lichtnelke ist in den Alpen bis auf Höhen von bis zu 2.400 Meter anzutreffen.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Es handelt sich um eine zweijährige bis mehrjährige Pflanze. Dicht über dem Boden bildet sich eine Halbrosette aus Blättern aus. Die Lichtnelke hat einen ausdauernden, krautigen Wuchs. Sie erreicht dabei eine Höhe zwischen 30 bis 90 cm. Die oberirdischen Pflanzenteile sind dicht mit drüsigen Haaren besetzt.

Blätter: Die Blätter der roten Lichtnelke sind eiförmig bis länglich aufgebaut und haben eine grüne Färbung. Die Blattnerven sind weißlich gefärbt und auf der Oberseite deutlich sichtbar. Der Rand ist glatt und ganzrandig ausgebildet. Die einzelnen Laubblätter sitzen am unteren Teil der Pflanze in einer Halbrosette um den Stängel. Die Stängelblätter sind wechselständig am Stängel.

Blüten: Die Kronblüten bestehen aus frünf rosa gefärbten Blütenblättern. Die einzelnen Blätter sind in der Mitte länglich eingeschnitten. Die Blüte ist radiärsymmetrisch aufgebaut und erreicht einen Durchmesser zwischen 20 bis 25 mm. Die grün gefärbten Kelchblätter sind dicht mit Haaren besetzt. Die Blüten sind diözisch aufgebaut. Die Blüten sind duftlos. Der leicht klebrige Kelch der Blüte ist bei männlichen Blüten zehnnervig / bei weiblichen Blüten zwanzignervig aufgebaut. Aus der Blütenmitte stehen die weiße Blütennarben oder Staubblätter leicht heraus. Die Blütezeit reicht von Mai bis August.

Frucht: Die rote Lichtnelke bildet nach dem Verblühen eine rundliche Fruchtkapsel aus. In dieser bildet sich eine Vielzahl an einzelnen Samenkörnern. Die Samen haben eine schwarze Färbung und sind rundlich aufgebaut. Die Verbreitung der Samen erfolgt unter anderem durch den Wind oder den Regen (Schwimmausbreitung). Bei Regen schließen sich die Samenkapseln. Sobald die Samenkapseln getrocknet ist, biegen sich die Kapselzähne nach außen. Die Samenreife reicht von August bis November.

Besonderheiten der Blüte

Besonderheiten der Blüte: Es handelt sich um eine Tagfalterblume. Die Blüten sind nur tagsüber geöffnet. Zu den wichtigsten Bestäubern zählen unter anderem Tagfalter (Schmetterlinge), Hummeln, Schwebfliegen und ähnliche Tiere mit langem Rüssel.

Volkstümliche Namen & Namensherkunft

Volkstümliche Namen: Die rote Lichtnelke ist unter verschiedenen volkstümlichen Namen bekannt. Zu diesen zählen “rotes Leimkraut, Taglichtnelke und Herrgottsblut“. Der Name “rotes Leimkraut“ leitet sich von der Zugehörigkeit der Pflanze zu den Leimkräutern (Silene) ab. Aufgrund der roten Farbe der Blütenblätter wird die Pflanze in einigen Gegenden auch als “Herrgottsblut“ bezeichnet. Eine gesicherte Quelle für die Herkunft ist nicht zu finden, da dieser Name auch für das “Johanniskraut“ verwendet wird.

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname “Silene“ leitet sich aus der griechischen Mythologie ab. Hiernach soll der Name aus den “Silenen“ / den Waldgöttern und Begleitern des Bacchus (Dionysos) ableiten. Eine weitere Erklärung liefert die Ableitung aus dem griechischen Wort „σίαλον“ – zu deutsch „Geifer“. Da der nahe Verwandten Pflanze “Lychnis flos cuculi“ – Kuckuckslichtnelke – oft der sogenannte Kuckucksspeichel anhaftet. Eine dritte Erklärung besteht im griechischen Wort “σελήνη“ – zu deutsch: „Selene“. Hierbei handelt es sich um die griechische Mondgöttin. Die Blüten sollen besonders am Abend voll aufblühen. Der botanische Artname “dioica“ ist die feminine Form von “dioicus“ – beide leiten sich aus dem Wort “Diözie“ ab. Dies lässt sich mit “zweihäusig, getrenntgeschlechtlich“ ins Deutsche übersetzen. Der deutsche Namensteile “Leimkraut“ stammt von der stark klebenden Masse am Stängel.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Die rote Lichtnelke ist auf der Roten Liste Deutschlands als “ungefährdet“ eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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