Knoblauchsrauke

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Die gewöhnliche Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) besitzt einen knoblauchartigen Geschmack. Aber nicht nur uns Menschen gefallen diese Pflanzen. Auch für Schmetterlinge bilden die Blüten eine wichtige Nahrungsquelle im Frühling.

Vorkommen und Verbreitung: Die Knoblauchsrauke ist vor allem in lichten Laubwäldern, an Heckenrändern, Wegrändern, in Parks und Gärten anzutreffen. Sie bevorzugt dabei halbschattige, nährstoffreiche und humose Lehmböden. Es handelt sich um eine Stickstoffzeigerpflanze sowie Halbschattenpflanze. Selten ist die Pflanze in Astgabeln von Bäumen anzutreffen – Quelle: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die Knoblauchsrauke ist von der Ebene bis in die Mittelgebirge anzutreffen. Sie wurde nach Nordamerika eingeschleppt.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die Knoblauchsrauke erreicht eine Höhe zwischen 20 cm bis 100 cm. Seltener sind die Pflanzen an sehr mageren Standorten auch kleiner. Es handelt sich um eine zweijährige, krautig wachsende Pflanze. Der unterirdische Teil der Pflanze besteht aus einer langen Pfahlwurzel. Aus dieser bildet sich ein leicht vierkantiger Stängel mit einer schwachen Behaarung im unteren Bereich.

Blätter: Dicht über dem Boden bildet sich im ersten Jahr eine Blattrosette. Die langgestielten, nierenförmig aufgebauten Blätter sind in der Rosette angeordnet. Die einzelnen Blätter besitzen einen gekerbten Rand. Die Stängelblätter sind wechselständig an den Stängeln angeordnet. Die Oberseite der Blätter besitzt eine grünliche Farbe. Die Stängelblätter sind dreieckig geformt.

Blüten: Die traubenartigen Blütenstände sitzen am Ende der Stängel. Sie sind engständig mit dichten Blüten besetzt. Die einzelnen Blüten bestehen aus vier weißen Kronblätter und erreichen eine Größe zwischen 5 bis 8 mm. Die Blüten sind radiär aufgebaut und gehören zu den Scheibenblumen. In diesen bildet sich der Nektar. Alle Blüten sind zwittrig aufgebaut. Die Kelchblätter unter den Blütenblättern besitzen eine grünliche Färbung. Am Blütenboden befinden sich die Nektardrüsen. Die Blüten sind am Ende der Stängel in einer Traubenform angeordnet.

Früchte: Die Früchte bestehen aus 6 cm langen Schoten. Es handelt sich um Springfrüchte. Pro Schote könne sich bis zu acht Samen bilden. Die einzelnen Samen sind rundlich und schwarz gefärbt. Die Ausbreitung erfolgt per Wind- sowie Tierstreuung. Zum Teil erfolgt auch eine Ameisenausbreitung der Samen. Diese werden vor allem auf Korbweiden abgelegt. Die Fruchtreife erfolgt im Juni bis Juli. Die Hauptausbreitung erfolgt durch Wurzelsprosse.

Besonderheiten der Pflanze

Bestäubung der Blüten: Die Bestäubung der Blüten erfolgt unter anderem durch Frühjahrsmücken, Bienen, Fliegen, Schwebfliegen und Käfer, zudem sind die Blüten eine gute Futterquelle für viele Schmetterlinge. Es erfolgt meist eine spontane Selbstbestäubung. Die Blütezeit reicht von April bis in den Juli.

Besonderheiten der Blätter: Beim Zerdrücken oder auch Zerreiben der Blätter können diese einen leichten Knoblauchgeruch entwickeln. Hieran lässt die Pflanze sich zum Teil bestimmen. Aber als Bestimmungsmerkmal sollten man sich nicht allein darauf verlassen.

Anbau der Pflanze: Im Fachhandel kann die Pflanze als Samen gekauft werden. Es ist die Pflanze für einen schattigen bis halbschattigen Standort geeignet. Sie bevorzugt dabei nährstoffreiche, humose Böden. Die Aussaat kann bereits im Oktober erfolgen, da es sich bei den Samen um Kältekeimer handelt. Sie benötigen mindestens 1 x Frost. Die Pflanze ist winterhart.

Gefährdung der Knoblauchsrauke für Bäume: Die europäische Knoblauchsrauke gilt in Amerika als Neophyt. Die Rauke besiedelt in Amerika, anders als bei uns, vor allem das Unterholz in den Wäldern. Die Wurzeln der Knoblauchsrauke gelten dabei als schädlich für Baumwurzeln. Sie hemmen die Entwicklung und das Wachstum der für Bäume notwendige “Mykorrhiza-Pilze“. Zum Teil können sie so auch Bäume zerstören. Die europäischen Bäume haben sich an diese “Schwächung“ zum Teil angepasst. Während vor allem die Keimlinge der nordamerikanischen Verwandten für die Hemmung sehr anfällig sind. Großflächige Anpflanzungen der Pflanze können zum Teil auch Schäden an älteren Bäumen führen.

Verwendung in der Küche und als Heilpflanze

Verwendung in der Küche: Die zerkleinerten Blätter besitzen einen angenehmes, knoblauchartiges Aroma. Die Samen haben ein senfartiges Aroma, somit eignen sich die Pflanzenteile zum Würzen von Speisen. Das Kraut ist aber sparsam zu verwenden, da es sehr würzig ist. Die Blüten können als essbare Dekoration in der Küche verwendet werden. Die Blätter und Triebe sollten roh oder nur leicht gegart verwendet werden, da sie sonst ihr Aroma verlieren.

Verwendung als Heilpflanze: Die Knoblauchsrauke spielt heutzutage in der Medizin keine große Rolle mehr. In der Volksmedizin wird sie zur Behandlung von Insektenstichen und Wurmerkrankungen verwendet. Die Inhaltstoffe wirken antiseptisch, leicht harntreibend und schleimlösend. Sie wirken dabei auch gegen asthmatische Beschwerden.

Inhaltstoffe: Senfölglykoside, Saponine, Vitamin A, Vitamin C, ätherische Öle

Nektarlieferant für Schmetterlinge

Nektarlieferant für Schmetterlinge: Die Blüten sind für viele Schmetterlingsarten im Frühling und Frühsommer ein wichtiger Nektarlieferant. Zu diesen Schmetterlingen gehören unter anderem der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und das Waldbrettspiel (Pararge aegeria). Für den Aurorafalter gilt die Pflanze zudem als Raupenfutterpflanze. Die Raupen der Tag- und Nachtfalter wie der Achateule (Phlogophora meticulosa) und Grünader-Weißling (Pieris napi) ernähren sich ebenfalls von der Pflanze.

Volkstümliche Namen & Namensherkunft

Volkstümliche Namen: Für die gewöhnliche Knoblauchsrauke wird in der alten Literatur unter verschiedenen volkstümlichen Namen geführt. Diese sind unter anderem Knoblauchshederich, Lauchkraut und Heckensenf. – Quelle: Taschenwörterbuch für Botaniker und alle Freunde der Botanik – Prof. Dr. Glaser

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname „Alliaria“ leitet sich von dem lateinischen Wort „Allium“, der Gattungsname für Zwiebeln- und Laucharten ab. Der deutsche Name „Knoblauchsrauke“ deutet auf den knoblauchartigen Geruch beim Zerdrücken der Blätter der Pflanze hin.

Gefährdung der Pflanzen

Gefährdung der Pflanze: Auf der Roten Liste von Deutschland ist die Pflanze als nicht gefährdet eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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