Laubholz-Mistel

Sie wird von vielen als eine Pflanzenkrankheit angesehen, die Laubholz-Mistel (Viscum album). Es handelt sich aber auch um eine sehr alte Heilpflanze.
Beeren der Weißbeeringen Mistel

Vorkommen und Verbreitung: Die Mistel wächst vor allem in Laubholzbeständen, Parks, Obstbaumplantagen und auf Streuobstwiesen.

Wuchsform: Bei der Laubholz-Mistel (Viscum album) handelt es sich um einen Halbschmarozer der sich auf Laubbäumen ausbreitet. Die Pflanze bildet einen kugeligen Umriss. Oft bilden sich auf den befallenen Bäumen nur eine Mistelkugel, sondern mehrere.

Blätter & Stängel: Die Pflanze besteht aus einem reicht verästelten Busch. Die Farbe der Stängel reicht von gelbgrün bis zu einem dunkelgrün. Die Blätter sind ledrig rau. Sie haben eine umgekehrt länglich-eiförmige Form. Die Blätter sitzen gegenständig am Ende der Stängel.

Blüten: Die Blüten sind unscheinbar bleichgelb bis grün gefärbt und bestehen aus 4 Kronblättern aber ohne Griffel in der Mitte. Die Blütenstände stehen meist in mehreren dicht gedrängten Blüten zusammen. Die Blütezeit reicht von März bis in den April.

Früchte: Die Früchte bestehen aus einer weißen Beere. Die Früchte enthalten ein klebriges Fruchtfleisch. Die Reifezeit der Beeren liegt im Dezember. Die enthaltenen Samen werden durch Vögel verbreitet. Diese fressen die Mistelbeeren und geben die unverdauten Beeren wieder ab. Diese haften dann an den Zweigen weiterer Bäume. Hieraus wachsen wieder neue Mistelpflanzen.

Besonderheiten der Pflanze

Vogelleim: Aus den klebrigen Samen und der ganzen Pflanze wurde früher der Vogelleim gewonnen. Dieser wurde bereits zur Zeit der Kelten hergestellt. Die unreifen Trauben wurden zur Erntezeit gesammelt. Die Trauben werden getrocknet und dürr zerstoßen. Anschließend müssen sie 12 Tage lang in Wasser eingelegt werden. Hierbei faulen die Beeren etwas. Die hieraus entstehende Masse wird mit einem Stößel weiter zerkleinert. Die Schalen müssen von dem Fleisch getrennt werden. Aus dem so gewonnenen Fleisch wird der Vogelleim hergestellt.

Mistelverehrung bei den Galliern: Bei Druiden gab es nichts was ihnen heiliger war als die Misteln. Opfergaben wurden vor allem unter misteltragenden Bäumen getätigt.

Mistelzweige: Vor allem in England sind die Mistelzweige ein beliebter Weihnachtsschmuck. Es ist eine englische Sitte, an Weihnachten Mistelbüsche an die Decke des Zimmers zu hängen. Wenn die Mistelbüsche über die Stalltüren gehängt werden, soll das Haus vor Blitz, Feuer, Krankheit und bösen Geistern geschützt werden. Der Brauch Mädchen unter dem Mistelzweig im Weihnachtszimmer küssen zu dürfen stammt auch aus dieser Region.

Gefährdung der Pflanze

Die Pflanze steht derzeit nicht unter Schutz. Sie ist auf der Roten Liste Deutschlands noch nicht als gefährdet eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F

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