Maiglöckchen

Das “Maiglöckchen” (Convallaria majalis) hat einen wohlriechenden Duft – die Blätter sind dennoch leicht mit dem Bärlauch zu verwechseln!

Vorkommen und Verbreitung: Das Maiglöckchen kommt in Eichen-, Buchen- und Kiefernwäldern und auf Hochgrasfluren. In den Alpen wächst die Pflanze auf bis zu 2.200 Metern. Sie ist in fast ganz Europa beheimatet.

Blätter: Die Blätter haben eine breit-lanzettliche Form und sind bis zu 22 cm lang. Aus den Zwiebeln im Boden bilden sich zwei oder mehrere Blätter pro Pflanze. Dies ist auch ein Unterscheidungsmerkmal zum Bärlauch. -> Hier geht es ein PDF mit den Unterscheidungsmerkmalen zum Download. Die Blätter haben zudem ein grasartigen Geruch.

Blüten: Die Blüten sitzen an kantigen Stängeln in einer wechselständigen Traube. Das Perigon ist glockig aufgebaut mit sechs einzelnen Blütenblättern. Die Färbung der Blütenblätter ist weiß. Pro Stängel bilden sich fünf bis 13 Blüten. Der Duft der Blüten ist betörend. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den Juni.

Frucht: Die Frucht ist eine rote Beere. Diese bilden sich nach der Blüte direkt an den Stängeln. Im Juli bis in den August entstehen die Früchte. Im Inneren der Beeren sind 2 bis 6 Samen enthalten.

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftigkeit der Pflanze: Die Pflanze ist stark giftig und kann unter Umständen tödlich wirken. Die Glykoside in den Blättern und Beeren werden in der Pharmazie als Herzmittel in Präparaten verwendet. Von der Selbstmedikation ist dringend abzuraten! Auch besonders die Beeren bilden eine Gefahr für Kinder. Diese können schnell gegessen werden und zu einer Vergiftung führen. Das Maiglöckchen ist auch für Tiere wie Ziegen und Schweine hochgiftig.

Hinweise zum Umgang: Bei Umgang mit der Pflanze sollten wenn möglich immer Handschuhe getragen werden. Das Berühren der Blätter ist nicht giftig, aber durch das abpflücken kann giftiger Pflanzensaft austreten.

Inhaltsstoffe der Pflanze: In der Pflanze sind unter anderem Digitalis-Glykoside, Asparagin, Flavonoide, Saponine enthalten. Die Digitalis-Glykoside sind vergleichbar mit den Inhaltsstoffen des Fingerhuts und haben eine ähnliche Wirkung.

Symptome einer Vergiftung: Bei einer Vergiftung mit der Pflanze kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und Krämpfen. Im Falle einer starken Vergiftung führt sie zu Herzrhythmusstörungen und einem Tod durch Herzstillstand. Starke Vergiftungen kommen aber sehr selten vor, da die Gifte nur schlecht vom Körper aufgenommen werden.

Besonderheiten

Weitere Namen: Das Maiglöckchen ist unter dem Namen Maiblume, Maililie oder Mairöschen bekannt. Der Gattungsname “Convallaria” stammt ursprünglich aus dem lateinischen Wort “convallis”. Dies bedeutet im Deutschen “Talkessel” – ein Hinweis auf das Verbreitungsgebiet der Pflanze.

Gefährdung der Pflanze

Status auf der Roten Liste: Die Pflanze steht in Deutschland unter Naturschutz. Es darf daher auf keinen Fall gepflückt oder ausgegraben werden. Bisher steht das Maiglöckchen in Deutschland als ungefährdet auf der Roten Liste.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K 

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