Bärlauch

10 Minuten Lesezeit

Die Blätter des „Bärlauch“ (Allium ursinum) sind sehr lecker als Zugabe in Butter und Pesto (Vorsicht vor dem leichten Knoblauch-Geruch).

Vorkommen und Verbreitung: Der Bärlauch ist auf zum Teil spezielle Standorte angewiesen. Die Pflanze ist vor allem in feucht-schattigen Hartholz-Auenwäldern und in Flussniederungen / Bächen zu finden. – Siehe hierzu auch meine Seite zu „Naturräumen„. Sie ist zudem in Laub- und Bergmischwäldern anzutreffen. Die Pflanze bevorzugt vor allem sickerfeuchte, nährstoffreiche Böden. Der Bärlauch steht oft in Gruppen von 20 bis 50 Pflanzen zusammen. Seltener können sich so auch ganze „Teppiche“ von Bärlauchpflanzen bilden. Durch den intensiven Geruch während der Blüte sind diese Vorkommen bereits von großer Entfernung wahrnehmbar. Im nördlichen Tiefland ist die Pflanze seltener anzutreffen. Vor allem in der Nähe von Städten und Gärten ist der Bärlauch auch sehr oft verwildert zu finden.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe zwischen 15 bis 30 cm. Die Blüten stehen einzeln an Stängeln in der Mitte der Blätterrosette. Unter der Erde bildet sich eine weißlich gefärbte Zwiebel aus. Die Blätter vergilben gelblich nach der Blütezeit. Die Überwinterung der Pflanze erfolgt in der Zwiebel. Im zeitigen Frühling (ab März, seltener auch bereits im Februar bei milden Temperaturen) können sich bereits die Blätter bilden.

Zwiebel: Im Boden sitzt nur eine einzige weiße Zwiebel aus der sich die Blätter ausbilden. Die äußere Schale der Zwiebel kann eine hellbraune Farbe besitzen. Am unteren Ende der Zwiebel weist diese dünne Wurzeln auf.

Blätter & Stängel: Pro Pflanze bilden sich zwei grundständige, lang gestielte Blätter aus. Die Blätter besitzen eine länglich-elliptische Form. Wenn die Oberfläche der Blätter durch Druck oder schneiden verletzt wird, verströmen diese einen starken Lauch- bzw. Zwiebelgeruch. Die Blätter sind nicht sehr fest und lassen sich leicht verbiegen. Die Oberfläche ist glänzend (Vorsicht: Die Blätter der Herbstzeitlosen besitzen auch eine glänzende Oberfläche! – Somit kein Alleinstellungsmerkmal!). Die Stängel sind hellgrün bis lindgrün gefärbt. Am Ansatz zur Zwiebel können sie teilweise eine weißliche Färbung aufweisen.

Blüten: Der Blütenstand ist doldig aufgebaut und besteht aus 5 bis 20 Einzelblüten. Die Blütenfarbe ist weiß. Die Blüte besteht aus sechs weißen, sternförmig angeordneten Blütenblättern. Die Blütennarbe ist grün gefärbt. Die Staubblätter haben eine weißliche Färbung und sind mit einer großen Menge an Pollen besetzt. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Bienen, Hummeln und andere Hautflügler. Die Blütezeit reicht von April bis in den späten Mai.

Früchte: Nach der Blütezeit bilden sich die zunächst grün gefärbten, runden Kapselfrüchte. Diese sitzen am Ende der Doldenblüten und verfärben sich beim Reifen zu einer braunen Farbe. Die enthaltenen Samen sind rundlich und haben eine schwarze Farbe.

Verwechslungsgefahr mit anderen giftigen Pflanzen

Verwechslungsgefahr mit weiteren Pflanzen: Die Blätter des Bärlauch können vor allem mit dem Maiglöckchen und anderen ähnlich aussehenden Pflanzen verwechselt werden. Daher ist beim Sammeln der Pflanze Vorsicht geboten. Dennoch gibt es Möglichkeiten die Pflanzen voneinander zu unterscheiden. Ein Test der Blätter kann ein erster Schritt gegen eine Verwechslung sein. Die Verwechslung mit den folgenden Pflanzen ist möglich:

Bestimmungshilfe – „Habe ich Bärlauch gesammelt?“

Schritt 1: Größe der Pflanzengruppe

  • Ich habe eine größere Gruppe von Pflanzen gefunden -> Erstes Anzeichen für Bärlauch. Vor allem in der Nähe von kleinen Bächen und Flüssen – aber noch nicht definitiv bestimmbar!
  • Es ist nur eine kleine Gruppe – ca. 1 bis 10 Pflanzen -> Möglicherweise Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Weißwurze oder der Aronstab. Besser die Finger davon lassen, da es sich bei allen Pflanzen um giftige und teilweise geschützte Arten handelt.

Schritt 2: Anzahl der Blätter pro Stängel

  • 1 Blatt pro Stängel / kurzer Stängel: deutet stark auf Bärlauch hin. Weiter zu Schritt 3.
  • 1 Blatt pro Stängel / langer Stängel: Finger weg! Das deutet auf den Aronstab hin! Eine stark giftige Pflanze!
  • 2 Blätter pro Stängel: Finger weg! Das sind Maiglöckchen! Eine stark giftige Pflanze!
  • 3 oder mehr Blätter pro Stängel: Finger weg! Das sind Herbstzeitlose! Eine sehr stark giftige / tödliche Pflanze!
  • Mehrere Blätter wachsen am Stängel empor: Finger weg! Das ist einer der Weißwurze! Eine giftige Pflanzengruppe!

Schritt 3: Zerreiben der Blätter

  • Knoblauchgeruch: Beim Pflücken der Blätter und dem zerreiben eines Blattes riecht es deutlich nach Knoblauch. Eine Geschmacksprobe mit einem kleinen Pflanzenteil: schmeckt nach Knoblauch -> Sicheres Anzeichen für Bärlauch!
  • kein Knoblauchgeruch: definitiv kein Bärlauch! Am besten die Finger davon lassen! Keine Geschmacksprobe durchführen!

Weitere Bestimmungsmöglichkeiten

-> Ich kann mit dieser Bestimmungshilfe aber nicht garantieren das es sich tatsächlich um Bärlauch handelt! Im Zweifelsfall bitte die Pflanzen einfach stehen lassen! Einen Bestimmungsguide mit Bildern zu den einzelnen Pflanzen gibt es hier: zum PDF (Download möglich)

Verwendung in der Küche

Verwendung in der Küche: Die Pflanze muss im Frühling vor der ersten Blüte bereits gesammelt werden. Hierdurch entsteht eine sehr kurze Erntezeit. Von März bis in den Mai können die hellgrünen Blätter gepflückt werden. Die Blätter des Bärlauch haben ein sehr starkes Knoblauch-Aroma. Aber es entsteht kein starker unangenehmer Geruch durch das Essen. Die späteren Blüten eignen sich als Beilage zu Salaten zur Dekoration. Zum Teil können die unreifen Samen in kleinen Mengen als „Pfeffer-Ersatz“ verwendet werden. Hiervon wird aber abgeraten, da sie leicht giftig sein können. Die Blätter werden oft in Bärlauch-Butter oder als Bärlauch-Pesto verarbeitet – auf anderen Seiten gibt es hierfür wunderbare Rezepte.

Empfehlung für das Sammeln: Die Blätter sollten nach der Blüte der Pflanze nicht mehr gesammelt werden, da sich hier ein erhöhter Gehalt an Schwefelverbindungen bilden kann. Hierdurch können Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten!

Verwendung als Heilpflanze

Verwendung als Heilpflanze: Der Bärlauch wirkt aufgrund seiner Inhaltstoffe adstringierend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und fördert zudem auch die Verdauung. Sie wird in der Volksheilkunde zum Teil auch bei Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen angewendet. Das enthaltene Allicin ist vor allem für die Fließeigenschaften des Blutes fördernd. Die Blätter erhalten zudem viel Vitamin C, Eisen und Kalium.

Inhaltstoffe: Allicin, Flavonoide, Fructosane, Vitamin C, Eisen, Kalium, weitere schwefelhaltige Verbindungen sowie Prostaglandine A, B und F

Volkstümliche Namen

Volkstümliche Namen: Der Bärlauch ist unter verschiedenen volkstümlichen Namen bekannt. Zu diesen zählen unter anderem „Bärenlauch, Hexenzwiebel, Zigeunerzwiebel“ und weitere Dialektnamen. Eine alte Bezeichnung für die verschiedenen Laucharten ist „Ramsen“. Dies geht auf die indogermanische Herkunft des Namens zurück.

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname „Allium“ leitet sich aus dem lateinischen Wort „allium“ und dem griechischen Wort „ἀγλίδιον“ ab. Das Wort „allium“ lässt sich ins Deutsche mit „Knoblauch“ übersetzen. Eine weitere Erklärung liefert der Botaniker „Paxton“, dieser meint das sich der Wortteil „all“ von dem keltischen Wort „all“ – wegen seinem scharfen Geschmack – ableitet. Der botanische Artenname „ursinum“ lässt sich aus dem lateinischen Wort „ursinus“ ableiten. Dies ist mit „bärenartig“ ins Deutsche zu übersetzen.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Auf der Roten Liste für Deutschland wird der Bärlauch bisher als „ungefährdet“ eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, (F, K)

Eine Antwort auf “Bärlauch”

  1. Marie Herz sagt:

    Wirklich tolle Beschreibung des Bärlauchs und der weiteren ähnlichen Pflanzen. Beim nächsten Mal im Wald werde ich definitiv nach dem Bärlauch Auschau halten!

    Antworten

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