Scheiden-Wollgras

Ein Sauergras aus dem Moor, das “Scheiden-Wollgras” (Eriophorum vaginatum). 

Vorkommen und Verbreitung: Das Scheiden-Wollgras wächst vor allem in Bult-Schlenken Komplexen und in Bergkiefer-Moorwäldern. Es ist in fast ganz Europa verbreitet.

Wuchsform: Die Pflanze ist ausdauernd und bildet einen buschförmigen Horst / eine Wuchsgemeinschaft. Dieses mehrjährige Wollgras erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 80 cm. Sie bildet im Gegensatz zu den anderen Wollgräsern keine Ausläufer.

Stiele & Blätter: Die Stiele sind rund und mit dünnen, spitz zulaufenden Blättern besetzt. Sie haben eine graugrüne Färbung. Am unteren Ende der Stiele bilden sich rosabraune Niederblätter. Diese werden jedes Jahr neu gebildet. Die grünen Blätter überwintern. Die Niederblätter tragen zur Torfbildung bei.

Blüte: Die Blüte des Wollgras ist unscheinbar. Die Blütezeit ist bereits im März bis in den April. Die Blütenstände sitzen am oberen Ende der Stängel. Die Blütenähre wird etwa 1 bis 3 cm lang und besteht aus bis zu einhundert Einzelblüten. Diese haben eine gelblich-braune Färbung. Pro Blüte bilden sich jeweils drei Staubblätter und eine Narbe aus. Ab Mai nach der Blüte bilden sich die weißen Fruchtstände. Diese bestehen aus sehr vielen bis zu 5 cm langen Blütenhüllfäden. Seltener gibt es im Juli bis September eine zweite Blütezeit.

Besonderheiten

Weitere Namen: Nach dem wolligen Fruchtstand wird die Pflanze im Bayerischen Wald und Böhmerwald als Bettfedern oder Weiherfedern bezeichnet. Zudem wird sie in der älteren Literatur als Torfblume bezeichnet.

Gefährdung der Pflanze: In Deutschland ist das Scheiden-Wollgras bereits auf der Roten Liste, dort ist es mit der Vorwarnstufe eingestuft. Aber aufgrund des starken Rückgangs an Mooren und dem Abbau von Torf schrumpft der Lebensraum dieser Pflanze immer weiter. Dennoch ist sie eine der ersten Arten, die sich in renaturierten Mooren ansiedeln. Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt,

– Deutschland: Vorwarnstufe (Status: V) 

– Baden-Württemberg: Vorwarnstufe (Status: V) 

– Bayern: Vorwarnstufe (Status: V) 

– Berlin: stark gefährdet (Status: 2)

– Brandenburg: gefährdet (Status: 3)

– Hamburg: stark gefährdet (Status: 2)

– Hessen: gefährdet (Status: 3)

– Nordrhein-Westfalen: gefährdet (Status: 3)

– Rheinland-Pfalz: gefährdet (Status: 3)

– Saarland: Ausgestorben (Status: 0, seit 1990)

– Sachsen: gefährdet (Status: 3)

– Sachsen-Anhalt: gefährdet (Status: 3)

– Schleswig-Holstein: Vorwarnstufe (Status: V)

–  Thüringen: gefährdet (Status: 3)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F

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