Der Sumpf-Ziest ist durch seine rosa Blüten ein auffälliger Farbtupfer in den sumpfigen Wiesen.





Vorkommen und Verbreitung: Der Sumpf-Ziest (Stachys palustris) wächst in Staudenfluren vor allem an Ufern von kleineren Flüssen und Bächen, Gräben sowie auf Nasswiesen. Zum Teil ist die Pflanze aber auch auf nassen Äckern und Weiden anzutreffen. Sie bevorzugt dabei einen nährstoffreichen, humosen Lehm- und Tonboden. Nach der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft gilt die Pflanze als “Unkraut”. Der Sumpf-Ziest ist in ganz Europa sowie in Asien bis zur Mongolei verbreitet. In Nordamerika (USA, Alaska und Kanada), Ostchina, Neuseeland und Tasmanien gilt die Pflanze als Neophyt 1.
Pflanzenbeschreibung
Wuchsform: Es handelt sich um eine ausdauernde, krautige Pflanze. Der Sumpf-Ziest hat einen aufrechten Wuchs und kann eine Höhe zwischen 30 bis 100 cm erreichen. Der Stiel ist kantig, viereckig. Im oberen Bereich bei der Blüte ist der Stiel rötlich-braun gefärbt während er weiter nach unten grünlich ist. Die gesamte Pflanze ist mit kurzen Härchen besetzt. Die gesamte Pflanze hat fast keinen Geruch.
Blätter: Die Blätter des Sumpf-Ziest sind länglich-lanzettlich bis leicht herzförmig aufgebaut. im unteren Bereich bilden sich kurze Stiele aus. Bei den oberen Blätter sitzen diese direkt an den Stängeln. Die einzelnen Blätter haben eine dunkelgrüne Farbe auf der Ober- und Unterseite und sind mit kurzen Haaren besetzt. In der Mitte ist eine deutlich sichtbare Mittelrippe, von der viele einzelne Blattadern abgehen. Die Blattränder sind mit kleinen Zacken besetzt.
Blüten: Die endständigen Blütenstände bestehen aus mehreren Scheinquirlen, die wiederum aus einzelnen Lippenblüten mit grünen, spitzen Kelchblätter bestehen. Die Blüten bestehen aus mehreren miteinander verwachsenen Lippenblättern. Die Blüten sind zygomorph aufgebaut und besitzen eine große, rundlich geformte Unterlippe. Daneben sitzen zwei abstehende Blütenblätter von der Mitte der Blüte ab. Die Oberlippe ist zu einer „helmform“ gewachsen. Die Blütenblätter besitzen eine hellrote Färbung. Auf der unteren Blütenlippe sind die dunklen Schleifenmuster oft deutlich erkennbar.
Samen: Die Samen bilden sich nach der Blüte aus. Sie sitzen in den zusammengewachsenen Kelchblätter. Sie haben bei voller Reife eine schwarze Färbung. Es handelt sich um einen Tier- und Windstreuer, da die Samen einfach aus den Kelchblättern herausfallen können. Die Fruchtreife wird im Juli bis August erreicht.
Besonderheiten der Pflanze
Besonderheiten der Pflanze: Unter der Erde bilden sich Ausläufer aus. Die Wurzeln sind reich verzweigt und besitzen kleine weißliche Knollen, die als Speichergewebe zur Überwinterung dienen. Im Herbst sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Im Folgejahr bilden sich aus den kleinen Knollen die neuen Pflanzen aus.
Besonderheiten der Blüte: Die Blüten sind vormännlich, dies bedeutet es bilden sich zuerst die aus der Blüte vier, herausstehenden Staubblätter aus. Staubbeutel am Ende der Staubblätter sind dunkelviolett gefärbt und mit weißem Blütenstaub gefüllt. In der Mitte des Blütenschlund bildet sich die kürzere Blütennarbe sowie der Nektar aus. Die Blüten werden durch Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge bestäubt. Die Blütezeit reicht von Juni bis September.
Namensherkunft & Volkstümliche Namen
Volkstümliche Namen: Der Sumpf-Ziest ist im Volksmund als „Schweinsrübe“ bekannt. Dies lässt sich daraus herleiten, dass Schweine die früher in den Wald und auf die Wiesen getrieben wurden, die Pflanzen gerne gefressen haben.
Namensherkunft 2: Der botanische Gattungsname „Stachys“ leitet sich aus dem altgriechischen Wort „στάχυς“ (Stachys) ab. Dieses Wort lässt sich mit „Ähre“ ins Deutsche übersetzen. Da die Blüten in einer Ähre am Stängel stehen. Der botanische Artname „palustris“ leitet sich aus dem lateinischen Wort „paluster“, zu deutsch „sumpfig“ ab. Dies deutet auf die Wuchsorte der Pflanze hin.
Gefährdung der Pflanze
Gefährdung der Pflanze: Der Sumpf-Ziest ist auf der Roten Liste Deutschlands als ungefährdet eingestuft.
Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K
Quellen
- Stachys palustris L. | Plants of the World Online | Kew Science: in: Plants Of The World Online, [online] – abgerufen am 25.01.2026 ↩︎
- Kanngiesser, Friederich: Die etymologie der phanerogamennomenclatur : Eine erklarung der wissenschaftlichen, der deutschen, franzosischen, englischen und hollandischen pflanzennamen /, 01.01.1908f, [online] doi:10.5962/bhl.title.127499 – abgerufen am 25.01.2026 ↩︎