Winterling

Bei dieser Pflanze handelt es sich um ist eine der ersten Frühlingsblüher. Zudem handelt es sich um ein gerne im Garten gepflanztes Hahnenfußgewächs, der ” Südeuropäische / kleine Winterling” (Eranthis hyemalis).
~ Giftpflanze ~

Vorkommen und Verbreitung: Der Winterling kommt natürlicherweise in feuchten Laubwäldern in Südostfrankreich, Italien, Ungarn und Bulgarien (sowie weiteres Südosteuropa) vor. In Mitteleuropa wird sie als Zierpflanze in Gärten und Parks verwendet. Sie kommt aber auch einzeln verwildert auf Wiesen und in Weinbergen vor. Das größte natürliche Vorkommen in Mitteleuropa ist womöglich im Rautal bei Jena (es wird auch als Tal der Winterlinge bezeichnet). In anderen Gegenden werden Winterlinge dennoch als Neophyt (eingebürgerte Pflanzen) angesehen. Bereits im 16. / 17. Jahrhundert haben Weinbauern die Pflanzen aus dem Mittelmeergebiet nach Deutschland mitgebracht. Die Pflanze bevorzugt einen nährstoffreichen, lockeren Lehmboden mit Halbschatten.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Der Winterling bildet bereits im zeitigen Frühjahr die ersten Pflanzenteile aus. Die Pflanze besteht aus einem grünen (seltener leicht rot) gefärbten Stängel mit einer Einzelblüte an deren Stängel. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 25 cm. Am oberen Ende der Stängel bilden sich unter den Blüten die Blätter aus. Es handelt sich um eine mehrjährige, ausdauernde Pflanze.

Knolle: Die Pflanze besitzen eine unterirdische Knolle. Diese dienen den Winterlingen unter anderem als Überdauerungsorgane, in denen sie Nährstoffe speichern.

Blätter: Pro Stängel bilden sich drei handförmig geteilte Blätter, welche quirlständig am Stängel sitzen. Sie sind grün gefärbt und leicht nach unten gebogen.

Blüten: Die Winterlinge besitzen pro Blüte 5 – 6 (selten auch mehr / bis zu 10) goldgelbe Blütenblätter. Die zwittrigen Blüten sitzen einzeln auf den Stängel. Sie besitzen einen Durchmesser von bis zu 2,5 cm. Die gesamte Blüte ist radiärsymmetrisch aufgebaut. In der Mitte der Blüte bilden sich die Staubblätter und gelbgrün gefärbte Blütennarbe aus. Zwischen Kronblättern und Staubblättern sitzen die trichterförmigen, zweilippigen gelb gefärbten Nektarblätter. Sie können eine Größe von bis zu 6 mm erreichen. In diesen sammelt sich der Nektar der Blüten. Die Nektarblätter und Staubblätter geben einen leichten Duft ab. Die Blütezeit ist von Januar – März. Sie öffnen sich bei Sonnenschein und nicht zu tiefen Temperaturen. Das öffnen und schließen der Blüten hängt von den Umgebungstemperaturen ab.

Früchte: Nach der Blütezeit bilden sich in jeder Blüte vier bis acht mehrsamige Balgfrüchte. In diesen sitzen die Samen. Bei Reife öffnen sich die Balgfrüchte und geben die Samen frei. Dies geschieht durch das Aufschlagen von Regentropfen auf die Blätter. Da der Stiel elastisch ist, werden die Samen bis zu 40 cm um die Pflanze verteilt. Die Früchte reifen im Mai bis Juni heran. Bei den Früchten handelt es sich um Kältekeimer.

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftigkeit der Pflanze: Die gesamte Pflanze ist giftig. Besonders die Knolle enthält einen hohen Gehalt an herzwirksamen Glykosiden. Bereits kleinere Mengen können zu Vergiftungserscheinungen führen. Auf keinen Fall sollten Winterlinge für homöopathische Zwecke verwendet werden!

Inhaltsstoffe der Pflanze: Khellinin (Glykosid von Chromon-Derivaten / herzwirksamer Stoff), Eranthin A, Eranthin B

Symptome einer Vergiftung: Bei Vergiftung mit der Pflanze kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und zum Teil auch Koliken. Durch die enthaltenen herzwirksamen Glykoside kommt es zu einem verlangsamten Puls (Bradykardie). Die enthaltenen Giftstoffe können zudem eine Arrhythmie auslösen. Der Tod tritt durch Herzstillstand ein.

Erste Hilfe: Bei Eintreten von Beschwerden muss sofort ein Arzt aufgesucht werden und der Giftnotruf informiert werden! Eine Selbstbehandlung wird nicht empfohlen!!

Besonderheiten

Vorfrühlingsblume: Der Winterling gehört zu den ersten Vorfrühlingsblumen und bilden die Blüten bereits auch wenn noch Schnee aus dem Winter über der Pflanze liegt. Damit sind sie eine wichtige Nektar- und Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Als Bestäuber kommen alle Insekten mit einem Rüssel von mindestens 2 mm in Frage. Dies sind unter anderem Bienen, Hummeln und einige Fliegenarten.

Namensherkunft: Der lateinische Gattungsname Eranthis stammt von den altgriechischen Wörtern ‚ἔαϱ / ear – er für ‚der Frühling‘ und ‚ἄνθος / anthos‘ für ‚Blüte / Blume‘ ab. Im Taschenwörterbuch für Botaniker und alle Freunde der Botanik von Prof. Dr. Glaser wird der Gattungsname von ‚ἦρι / ēri‘ für ‚früh‘ und ‚ἄνθος / anthos‘ für ‚Blüte / Blume‘ abgeleitet. Der Gattungsname wurde zudem erst im Jahr 1807 von dem Botaniker Salisbury eingeführt. Der wissenschaftliche Artname hyemalis kann von dem mittellateinischen Wort für winterlich abgeleitet werden. Zusammen kann die Kombination als “winterliche Frühlingsblüte” übersetzt werden.

Erste Nachweise in Deutschland: Winterlinge wurden vermutlich bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Deutschland gebracht. Die erste Abbildung der Pflanze findet sich im berühmten Prachtband ‚Hortus Eystettensis‘, welcher bereits im Jahr 1613 erschienen ist. Hierin sind sämtliche Pflanzen die im Garten des Fürstbischof Konrad von Gemmingen zu Eichstätt wuchsen zu finden.

Verbreitungs-Codes: (A, AV, M1, M2, K -synthetisch), F

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