Acker-Gauchheil

In unseren Gärten ist sie mit ihren orangenen, leuchtenden Blüten ein wahrer Hingucker unter den Unkräutern – der Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis).
~ Giftpflanze ~

Vorkommen und Verbreitung: Der Acker-Gauchheil ist bei uns oft im Garten und auf Äckern zu finden. Sie ist oft eine der ersten Pflanzen auf den kurzlebigen Ruderalfluren oder als Kraut in Acker-Beikrautfluren. Sie bevorzugt dabei frische Lehmäcker. Zum Teil ist die Pflanze auch in Weingärten und an Straßenrändern anzutreffen.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die einzelnen Stängel können eine Länge von bis zu 25 cm haben. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 30 cm. Die Stängel des Gauchheil haben oft keine aufrechte Wuchsform, sondern wachsen kriechend über den Boden. Es handelt sich um eine krautige, nur einjährige Pflanze.

Stängel: Der Stängel ist vierkantig aufgebaut und besitzt eine hellgrüne Färbung. Am Grund sind die Stängel reichlich verzweigt, Während dies im oberen Teil deutlich abnimmt. An den Enden der Stängel bilden sich die Blütenstände.

Blätter: Die Blätter sind eiförmig aufgebaut und sind ganzrandig. Sie sitzen gegenständig an den Stängeln. Auf der Unterseite sind die Blätter deutlich behaart und besitzen schwarze Punkte.

Blüten: Die Blüten haben eine mennigrote bis orangene Färbung. In der Mitte der Blüte geht die Farbe zu einem violett über. In seltenen Fällen besitzen die Blüten eine blaue, rosa oder weiße Färbung. Pro Blüte bilden sich fünf Blütenblätter. Sie haben eine radiale Blütenform. In der Mitte sitzen fünf gelben Staubblätter und eine Narbe. Die Blüten haben einen eigenartigen, stechenden Geruch. Die Blüten schließen sich bereits lang vor dem Beginn von Regen / Wetterumschwüngen. Somit wurde die Pflanze früher auch als “Barometer des Armen Manns” bezeichnet. Sie wurde somit von Bauern verwendet. Die Blütezeit reicht von Juni bis in den Oktober.

Früchte: Nach der Blüte entsteht eine 5 mm lange Kapsel, in welcher die Früchte entstehen. Die einzelnen Früchte sind kugelförmig aufgebaut.

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftigkeit der Pflanze: Die Pflanze gilt als eine Giftpflanze. Die in der Pflanze enthaltenen ätherischen Öle sind für den stechenden Geruch verantwortlich.

Inhaltstoffe: Die Pflanze enthält unter anderem Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glycoside und ätherische Öle.

Symptome einer Vergiftung: Bei einer Vergiftung kommt es zu einer leicht narkotisierenden Wirkung kommen. Die Blätter sind in der Lage eine allergische Hautreaktion hervorzurufen. Der Verzehr der Pflanze kann auch bei Tieren zu einer leichten bis schweren Vergiftung (je nach Menge) führen. In schlimmen Fällen kann die Pflanze zum Koma führen und schließlich dem Tod.

Vermutliche tödliche Dosis (LD50): In einem wissenschaftlichen Artikel welcher bereits 2003 veröffentlicht wurde, ist eine Angabe zur Toxizität der Pflanze zu finden. Hiernach wird 10,7 mg/kg als die 50% letale Dosis angesehen.

Besonderheiten

Frühere Verwendung als Heilpflanze: Im Mittelalter wurde die Pflanze teilweise als Heilpflanze verwendet. Es galt für lange Zeit als Mittel gegen die Tollwut. Diese Verwendungen gilt heutzutage als wissenschaftlich nicht belegbar. Die Pflanze sollte somit auf keinen Fall als Medikament verwendet werden! In manchen Fällen wird sie als homöopathisches Medikament verwendet. Es wird aber davon abgeraten, selbst Medikamente herzustellen.

Volkstümliche Namen und deren Herkunft

Namensherkunft: Der lateinische Name bedeutet übersetzt: “Zierde der Felder”. Der lateinische Namensteil „arvensis“ lässt sich ins Deutsche mit Acker übersetzen. Der Name „Gauchheil“ stammt von der Verwendung also Abhilfe gegen Blödheit. Denn der Wortzusatz „Gauch“ stammt von dem mittelhochdeutschen Wort für „Narr“.

Volkstümliche Namen: Die Pflanze wird in alten Botanikbüchern auch zum Teil mit Volksnamen beschrieben. Diese sind unter anderem Frauenblume, Hühnerbiß, rother Meierich und Zeisigkraut genannt wird. In einigen Dialekten wird die Pflanze zudem als Geckenheil, Heil aller Welt, Wuthkraut, Verstandkraut bezeichnet.

Erklärung der Namen: Der Acker-Gauchheil hat den Namen aufgrund seiner vermutlichen Heilkräfte erhalten. Schon von von Alters her wurde der Pflanze eine Abhilfe gegen Wut, Melancholie und Blödsinnigkeit zugeschrieben. Hieraus lassen sich die Namen “Geckenheil” und “Verstandkraut” erklären. Sie soll zudem teilweise gegen tollwütige Hunde und Füchse (in alten Büchern als Reinecke Fuchs bezeichnet) Abhilfe schaffen. Man hatte ihr auch Heilkräfte bei Augenkrankheiten zugeschrieben. Hieraus entstand der Name Augenblüte.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Auf der Roten Liste für Deutschland wird diese Art als “ungefährdet” eingestuft. Die Bestände der Pflanze gelten bisher nicht als gefährdet.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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