Acker-Glockenblume

Die Acker-Glockenblume (Campanula rapunculoides) wird auch als “Mausöhrle” bezeichnet, dabei wird wohl auf die Blätter angespielt.

Vorkommen und Verbreitung: Die Acker-Glockenblume ist in ganz Europa und Asien bis nach Westsibirien einheimisch. In Nordamerika gilt die Pflanze als eingebürgert. Sie ist vor allem an Wald- und Wegrändern, Äckern, lichten Eichen- und Kiefernwäldern zu finden. Dabei benötigt sie eine kalkreiche Erde. In den Alpen ist sie auf bis zu 1,100 Metern zu finden.

Wuchsform: Die mehrjährige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 80 cm. Sie bildet eine Gruppen von unterirdischen Ausläufern.

Stängel: Der Stängel ist stumpfkantig und rauhaarig besetzt. An ihnen können sich bis zu 40 Blüten bilden. Diese Blüten sitzen nur einseitig am Stängel.

Blätter: Die unteren Blätter sind lang gestielt und haben eine Herzform. Die Ränder sind stumpf gezähnt. Auf der Unterseite sind sie kurz behaart. Die Blätter stehen wechselständig. Obere Blätter haben eine lanzettliche Form und sitzen nah am Stängel.

Blüten: Die Blüten sind nickend und rau-behaart. Sin sind am Rand gewimpert. Die Blütenkrone erreicht eine Länge von 2-3 cm. Die Blütenblätter sind hell-violett bis leicht bläulich-violett gefärbt. Die fünf Blütenblätter sind etwa bis zur Mitte der Blüten verwachsen. Häufig sind diese Kronblättern an den Rändern zurück gebogen. Zwischen den Blüten bilden sich einzelne Blätter. Die Blüten sind zwittrig. Acker-Glockenblume blüht von Juni bis in den September.

Besonderheiten

Weitere Namen: Sie wird zudem als “Mausöhrle” bezeichnet, dabei wird wohl auf die Blätter angespielt. Der Gattungsname “Campanula” stammt aus dem lateinischen. Dies bedeutet übersetzt so viel wie “kleine Glocke”. In einigen älteren Schriften wird sie als “queckende Glockenblume” bezeichnet. Dies wird auf die Verbreitung der Wurzel zurückgeführt.

Frühere Verwendung als Heilpflanze: Teilweise wurde die Pflanze auch als Heilpflanze verwendet. Sie wirkt dabei antiseptisch und adstringierend. Dennoch ist die Heilwirkung nur sehr schwach.

Frühere Nutzung der Pflanze: Die Knollen und Blätter sind essbar. Bereits im 18. Jahrhundert wurde sie in Skandinavien als Nahrungspflanze verwendet. Sie haben ein mildes Aroma – die jungen Triebe ähnlich wie Spargel. Die Wurzel hat einen leicht süßen Geschmack. Dies ist mit der Zuckererbse vergleichbar. Heute wird sie in der Küche nicht mehr verwendet.

Wichtige Futterpflanze: Die Pflanze gilt zudem als Nahrungspflanze für einige spezialisierte Bienenarten. Zu diesen gehören unter anderem die:

  • Braunschuppige Sandbiene
  • Glockenblumen-Scherenbiene
  • Zweifarbige Sandbiene
  • Glockenblumen-Sägehornbiene

Auch Hummeln lieben diese Pflanze, da sie sehr viel Nektar produziert.

Gefährdung der Pflanze

Auf der Roten Liste für Deutschland wird diese Art als “ungefährdet” eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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