Acker-Wachtelweizen

Die auffälligen Blüten des “Acker-Wachtelweizen / Echter Wachtelweizen” (Melampyrum arvense) fallen wohl jedem auf unseren Feldern auf.
schwache Giftpflanze

Vorkommen und Verbreitung: Der Acker-Wachtelweizen wächst auf trockenen Wiesen, an Straßenrändern, Feldrändern und Wegrändern. In Süd- und Mitteldeutschland ist sie weit verbreitet. In den Alpen fast vollständig fehlend. Dabei ist sie im Norden von Deutschland sehr zerstreut. Früher war er sehr häufig auf Feldern anzutreffen. Er benötigt Böden mit sehr viel Kalk.

Wuchsform: Die einjährige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 30 cm. In seltenen Fällen kann sie auch eine Höhe von 50 cm erreichen. Es handelt sich um eine krautige Pflanze, die den Winter als Samen im Boden verbringt. Die Stängel sind sehr stark behaart. Die senkrechte Pfahlwurzel gräbt sich tief in den Boden.

Blätter: Die unteren Blätter sind ganzrandig. Sie haben eine lanzettlich bis linealische Form. Die oberen Blätter haben hingegen grannenartige Zähne. Sie haben eine dunkelgrüne Farbe.

Blüten: Die Blüten des Acker-Wachtelweizen sitzen in lockeren dichten Ähren. Die Blütendeckblätter haben eine purpurviolette Färbung. Die Blüten selbst sind ebenfalls violett gefärbt mit einem gelben Schlund. Zwischen den Blüten sitzen noch weitere lanzettliche purpur überlaufene Blätter. In seltenen Fällen können die purpurnen Teile der Blüten eine blasse bis weiße Färbung haben. Die Blütenkelche sind leicht behaart.

Besonderheiten

Giftigkeit der Pflanze: Es handelt sich um eine leicht giftige Pflanze. Mit dieser Pflanze kann Getreide verunreinigen. Wenn es im Mehl nachweisbar ist, färbt sich das Mehl dunkler bis leicht bläulich. Es ist durch einen bitteren Beigeschmack zu erkennen. In der Pflanze ist das für Menschen und Tiere in großen Mengen, leicht giftige Glykosid “Aucubin” enthalten.

Namensherkunft: Der deutsche Name „Wachtelweizen“ bezieht sich auf angebliche Vorliebe (es ist leider nicht belegt) von Wachteln für die Samen der Pflanze. Weitere in der Literatur genannte Namen sind unter anderem “Kuhweizen, Speierweizen oder Buchweizen”.

Der lateinische Name leitet sich von den griechischen Worten: “melas” und “pyros” ab. Diese bedeuten “schwarz” und “Weizen”. Durch die Verunreinigung mit den Samen im Mehl kam es früher zur Schwarzfärbung des Brotes. Die Samen sind wie alle Pflanzenteile giftig! Das Mehl war bereits leicht bläulich gefärbt. Es hat dabei einen leichten bitteren Geschmack.

Schmarozerpflanze: Sie wächst als Halbschmarotzer auf Wiesen. Dort ernährt sie sich von den Nährstoffen anderer Pflanzen. Dabei befällt sie vor allem Gras.

Gefährdung der Pflanze

Der Acker-Wachtelweizen ist auf der Roten Liste von Deutschland bereits als “gefährdet” eingestuft. Sie steht zudem bereits auf einigen regionalen Roten Listen. Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt:

Baden-Württemberg: Vorwarnstufe (Status: V)

Bayern: gefährdet (Status: 3)

Berlin: Ausgestorben (Status: 0) – seit 1859

Brandenburg: stark gefährdet (Status: 2)

Bremen: Ausgestorben (Status: 0)

Hamburg: nb (nicht bewertet)

Hessen: gefährdet (Status: 3)

Mecklenburg-Vorpommern: Ausgestorben (Status: 0)

Niedersachsen: stark gefährdet (Status: 2)

Nordrhein-Westfalen: stark gefährdet (Status: 2)

Rheinland-Pfalz: nb (nicht bewertet)

Saarland: gefährdet (Status: 3)

Sachsen: vom Aussterben bedroht (Status: 1)

Sachsen-Anhalt: stark gefährdet (Status: 2)

Schleswig-Holstein: ungefährdet (Status: *)

Thüringen: gefährdet (Status: 3)

Verbreitungs-Codes: AV, M1, M2, F, (K)

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