Acker-Witwenblume

Eine farbenfrohe Blume, die ganz und gar nicht wie eine Witwe gekleidet ist, die “Acker-Witwenblume” (Knautia arvensis).

Die Acker-Witwenblume ist ein wichtiger Nektarlieferant für Schmetterlinge und Bienen

Vorkommen und Verbreitung: Die Acker-Witwenblume wächst vor allem auf nährstoffreichen Wiesen, Äckern, Fettwiesen und an Waldrändern. Sie ist zudem zum Teil auch in lichten Wäldern zu finden. In den Alpen ist die Witwenblume auf bis zu 950 Metern Höhe vertreten.

Wuchsform: Es handelt sich um eine sommergrüne, ausdauernde, krautig wachsende Pflanze. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis zu 120 cm. Die Blüten sitzen am oberen Ende des Stängels. Die Stängel sind im oberen Teil seltener leicht verzweigt. Die Stängel haben zudem eine deutliche Behaarung, welche sich auch auf die Hüllblätter ausbreitet.

Blätter: Die unteren Blätter der Pflanze stehen in einer Grundblattrosette. Diese sind zunächst ungeteilt. Sie haben eine lineare Form. Die oberen Stängelblätter sind fiederspaltig und haben eine matt graugrüne Färbung. Die Oberseite der Blätter ist mit rauen, zottigen Haaren besetzt.

Blüte: Die Pflanze bildet eine Blüte pro Stängel. Die Blüten sind blau bis rot-violett (in seltenen Fällen können die Blüten auch eine weiße / gelbe Färbung besitzen, Verwechslungsgefahr besteht hierbei aber mit der “gelben Skabiose”). Die Blüten sind in 2 bis 4 cm großen flachen Köpfen angeordnet. Die einzelnen Blüten bestehen aus vier Blütenblättern. Die Staubblätter stehen deutlich aus den Blütenblättern heraus. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den späten September. Die Hüllblätter unter den Blüten sind lanzettlich aufgebaut.

Besonderheiten

Nahrungspflanze für Schmetterlinge: Wegen ihrer langen Blütezeit ist sie ein wichtiger Nektarlieferant für Insekten und Schmetterlinge. Diese sind unter anderem:

– das Große Ochsenauge

– der Schwalbenschwanz

– das Schachbrett

– das Tagpfauenauge

– verschiedene Weißlinge (vor allem: der kleine Kohlweißling).

Auch für Raupen von Schmetterlingen gelten die Blätter als Nahrung. Unter anderem sind dies der “Skabiosen-Scheckenfalter” (Eurodryas aurinia) und der “Skabiosen-Schwärmer” (Hemaris tityus).

Namensherkunft & Volksnamen

Namensherkunft: Es gibt in der Literatur verschiedene Ansätze für die Herkunft des Namens. In diesem Abschnitt stelle ich ein paar dieser Vorschläge vor. In der älteren Literatur wird die Pflanze zudem als “Acker-Skabiose” oder auch nur “Skabiose” bezeichnet – daher sollte man bei der Recherche genauestens aufpassen.

  1. Der deutsche Name der Pflanze stammt von ihren Blütenköpfen. Denn sie sehen den der Skabiosen ähnlich. Aber diese haben im Unterschied zu den Witwenblumen fünf Blütenblätter. Daher fehlt der Knautie eines der Blütenblätter. Sie ist somit im Volksmund “verwitwet”.
  1. Der lateinische Name „Knautia“ ist benannt nach dem Botaniker „Christian Knaut“ (*1654 – † 1716) und dessen Bruder “Christoph Knaut” (*1638 – † 1694). Der zweite Teil “arvensis” lässt sich mit “Acker” ins deutsche übersetzen – heutzutage ist die Pflanze aber nur selten dort anzutreffen, denn durch die intensive Nutzung der Äcker wird die Pflanze immer weiter von diesen verdrängt. (Quelle: Encyclopædie der Naturwissenschaften)
  1. Eine weitere Erklärung für den Namen Witwenblume stammt aus dem Englischen. Dort wird die verwandte Art “Scabiosa atropurpurea” als “poor widow” bezeichnet. Da die Blüten sich ähnlich sehen wurde der Name ins deutsche übersetzt und für die Witwenblume verwendet (Quelle: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder).

Volksnamen: Die Acker-Witwenblume ist unter vielen verschiedenen weiteren Namen bekannt. Darunter sind auch einige, die von der kugeligen Form des Blütenstands abgeleitet werden.

– Poppele (vor allem im Bayerischen Schwaben)

– Wolle-Boppele (vor allem in der Schweiz)

– Fomberlump (Riesengebirge)

– Wiesen-Knautie

– Nähkisselchen

– Knopfkraut

– Wiesenskabiose

– Apostemkraut

– Grindkraut

– Kaiserknopf (Österreich)

– Gemeine Witwenblume

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Die Pflanze ist auf der Roten Liste Deutschlands als nicht gefährdet eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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