Alant, echter

8 Minuten Lesezeit

Bereits seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze verwendet, der „echte Alant“ (Inula helenium)

Vorkommen und Verbreitung: Der Echte Alant kommt an den Ufern von Bächen und Flüssen vor. Zudem wird sie als Zierpflanze in Gärten und Parks angebaut.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die Pflanze ist aus der Familie der Korbblütler und erreicht eine Wuchshöhe von 60 bis zu 2 Metern. Sie wächst als Staude mit einem aufrecht stehenden, geraden Stängel.

Blüten: Die Blüten bestehen aus 8 bis 10 mm langen äußeren Hüllblättern. Diese bilden zusammen mit den inneren röhrenförmigen Scheinblüten, die Blütenkörbchen. Die Blüte besitzt einen Durchmesser von 6 bis 8 cm. Im Juli bis in den späten September können die Blüten angetroffen werden.

Blätter: Die Blätter sind bis zu 50 cm und haben eine eiförmig bis lanzettliche Form. Auf der Unterseiten befinden sich dichte, graue Filzhaare. Sie sitzen wechselständig am unteren Ende des Stängels. Die Stängel besitzen eine grünliche Farbe und sind ebenso mit kurzen Filzhaaren besetzt

Verwendung als Heil- und Gewürzpflanze

Hinweis: Bei einigen Menschen kann Alant Allergien auslösen! Eine Überdosierung mit Alant ist möglich! Daher ist vor Verwendung / Anwendung des Alants in diesen Fällen definitiv Rücksprache mit einem Arzt zu halten!

Verwendung als Heilpflanze: Bereits in der Antike wurde der Wurzelstock des Alants als Heilpflanze verwendet. Im Herbst kann die Wurzel bei im Garten angebauten Arten ausgegraben werden. Anschließend muss die Wurzel des Alants im Schatten auf einem Faden getrocknet. Im Wurzelstock befinden sich verschiedene ätherische Öle. Hierzu gehört unter anderem auch das „Helenin“, dies wird auch als „Alantkampfer“ bezeichnet. Helenin wird als antiseptisches Mittel bei Malaria, Tuberkulose, Keuchhusten und kronischer Bronchitis verwendet. Zudem enthält die Pflanze weitere Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Inulin, diverse Bitterstoffe, Polyacetylene und Alantolactone. Ebenso kann die gesamte Wurzel in der Küche als Würzungsmittel für Süßspeisen verwendet. In einer kandierten Version ist sie in Likören verwendbar.

Rezept für Alant-Tee: Aus der getrockneten Wurzel wird ein Alant-Tee hergestellt. Hierfür muss die Wurzel in kleinere Stücke geraspelt werden. Dabei gilt unbedingt: 1 Teelöffel = 1 Tasse! Der Tee sollte in etwa 10 Minuten ziehen. Pro Tag dürfen aufgrund der enthaltenen Inhaltsstoffe maximal 3 Tassen des Tee getrunken werden.

Wichtig: Aufgrund der teilweise sehr starken Heilwirkung darf der Tee maximal 6 Wochen hintereinander getrunken! Danach muss mindestens eine 3 wöchige Pause eingelegt werden.

Frühere Verwendung: Die Wurzel des Alant wurde zudem als „Medizin für Pferde“ / im Englischen „horse-medicine“ eingesetzt. Sie sollte dabei vor allem gegen Tierseuchen verwendet. Der in England gebräuchliche Name für die Pflanze ist daher „horse-heal„.

Namensherkunft

Namensherkunft: Die Namensherkunft des botanischen Gattungsnamen „Inula“ sowie des Artnamen „helenium“ sind nicht definitiv zu klären. Es gibt dennoch verschiedene Möglichkeiten, für die „Interpretation“ der Herkunft. Diese werden im folgenden näher erläutert. Es handelt sich hierbei um die Ergebnisse von eigenen Recherchen. Sie spiegeln nicht zwingend den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschungen wieder.

Thesen zur Namensherkunft
  • Eine bekannte These für die Namensherkunft des Artnamen besteht in einer Sage aus der Antike. Plinius der Ältere beschreibt die Namensherkunft einer Pflanze mit dem Namen „Helenium“ in seinem Buch „Naturalis historia, Band 22, Kapitel 33“ wie folgt: „Das Helenium soll seinen Ursprung in den Tränen von Helena haben, und daher wird die Art, die auf der Insel Helena angebaut wird, so hoch geschätzt.“ – Quelle: Englische Übersetzung des Band 21, Kapitel 33 / Originaltext – Hierbei handelt es sich aber um eine Art von Thymian, da diese in dem vorliegenden Kapitel behandelt werden. Es ist unklar um welche Art es sich handelt. Sie ist aber nicht der Alant oder mit ihm in Verbindung zu bringen.
  • Im Buch „Die etymologie der phanerogamennomenclatur“ wird eine Theorie für die Herkunft des Namens „Inula helenium“ beschrieben. Das Wort „ἱνάω“, welches sich mit „reinigen“ übersetzen lässt, kann die Basis von „Inula“ bilden. Hierbei wird auf die medizinische Verwendung der Pflanze „Helenium“ lässt sich durch eine Ableitung von „ἑλένη“ – dem altgriechischen Namen „Helena“ und seltener auch „Weiden-Korb“ – teilweise erklären. Die Anlehnung an das Wort „Weiden-Korb“ wird durch die Ähnlichkeit der körbchenförmigen Blüten herbeigeführt.
  • Eine weitere Möglichkeit für die Herkunft des Artnamen „helenium“ könnte aus dem Gattungsnamen „helenium“ hergeleitet werden. Dieser kann sowohl als „Korbblütler“ oder auch „korbartig“ bedeuten.
  • Im englischen Buch „Guide to the names, haunts, and habits of our common wild flowers“ von Parsons, Frances Theodora, 1861-1952 wird eine etwas ungewöhnliche Theorie zum Namen aufgestellt. Hiernach soll der Name aus einer Verfälschung von „ala Campania“ entstanden sein. Dies bezieht sich auf das häufige Vorkommen der Pflanze in dieser antiken Provinz Süditaliens – heutzutage Region um Neapel.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

Unterscheidungsmerkmale zur “Großen Telekie”

Die Telekie und der Alant sind zwei sehr ähnlich aussehende Pflanzen. Es handelt sich aber um zwei verschiedene Arten:

  • Echter Alant (Inula helenium)
  • Große Telekie (Telekia speciosa) – „Scheinalant“

Sie können dennoch anhand mehrere Faktoren unterschieden werden.

  1. Die Telekie ist oft verwildert oder angepflanzt in Parks, an Wegrändern und Gebüschen zu finden.
  2. Die Blätter der Telekie sind herzförmig aufgebaut, während die Blätter des Alants länglich sind.

Danke an Herrn Walter Herrmann für die Information, dass es sich um eine Telekie handelt –

2 Antworten auf “Alant, echter”

  1. walter Herrmann sagt:

    Werter Empfänger
    Mir fällt auf, daß es sich beim letzten Ihrer schönen Alant-Bilder, das mit dem herzförmigen Blatt nicht mehr um Inula helenium handeln kann, sondern eher um Telekia speciosa, was es zu korrigieren gälte.
    Mit freundlichem Gruß
    WH

    Antworten
    1. Michael Richter sagt:

      Vielen Dank für Ihren Hinweis! Da die Pflanzen sich doch zum Teil sehr ähnlich im Aufbau sehen, ist dieses Bild wohl “dazwischen gerutscht”. Ich werde meine Bilder noch durchforsten und nach einer Blüte der Telekie suchen. Somit kann ein Abschnitt “Unterscheidungsmerkmale” eingebunden werden.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.