Apennin-Windröschen

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Eine sehr variable Art, denn es gibt sowohl das violette als auch das weiße „Apennin-Windröschen“ (Anemone apennina / var. albiflora). Die Pflanze ist als Kulturpflanze in unseren Gärten sehr beliebt.
Apennin-Windröschen auf der linken Seite und das Balkan-Windröschen auf der rechten Seite

Vorkommen und Verbreitung: Das Apennin-Windröschen ist in Südeuropa heimisch. Das Windröschen stammt aus den Gebieten rund um Südeuropa. Die Pflanze erhielt ihren Namen von seinen großen Vorkommen in den Apenninen (ein Gebirgszug in Italien). In Gärten und Parks werden sie oft als Kulturpflanze verwendet. Einzeln wachsen die Pflanze auch verwildert in der freien Natur.

Familie: Die Windröschen gehören zu den Hahnenfußgewächsen. Heute gibt es weltweit rund 120 Sorten, die in verschiedenen Farben (violett, rosa, weiß) in Gartencentern gekauft werden können.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform & Stängel: Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe zwischen 10 bis 15 cm. Es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze. Die Stängel haben eine aufrechte Form und sind rötlich gefärbt.

Blätter: Die Laubblätter sind dreizählig aufgebaut und bestehen aus jeweils wiederum dreiteiligen Abschnitten. Die Ränder sind tief eingesägt. Der Stängel der Blütenblätter ist länglich und besitzt ebenfalls eine rote Farbe.

Blüte: Die Blüten des Apennin-Windröschen haben eine blau bis violette Farbe, seltener können sie auch eine rosa Farbe haben. Einige speziell gezüchteten Arten haben zudem auch reinweiße Blütenblätter (siehe Bild oben). Beide Arten können eine Größe von 2 bis 4 cm erreichen und bilden 23 Perigonblätter (Blütenblätter) pro Blüte. In der Mitte der Blüte bilden sich die gelb gefärbten Staubblätter sowie eine grüngelbe Blütennarbe aus.

Früchte: Die Früchte bestehen aus einer Sammelfrucht mit einzelnen einsamigen Nüsschen.

Giftigkeit der Pflanze

Hinweise zum Umgang: Der Kontakt mit den Säften der Pflanze sollte auf jeden Fall gemieden werden. Alle Pflanzenteile sind giftig. Das Berühren der Blätter und Blüten ist ungefährlich, aber sollte dennoch ebenfalls gemieden werden. Für die Handhabung der Pflanze sollten auf jeden Fall Handschuhe getragen werden.

Giftigkeit der Pflanze: Alle Teile des Buschwindröschen sind durch die enthaltenen Gifte ungenießbar. Sie ist daher nicht für die Ernährung oder medizinische Anwendung geeignet! Auf keinen Fall sollten medizinische Selbstversuche mit der Pflanze durchgeführt werden! Sie wird zum Teil in der Homöopathie verwendet. Von der Benutzung sollte aber aufgrund der Giftigkeit abgeraten werden.

Hauptwirkstoffe: Ranuculin -> hieraus entsteht nach dem Verwelken oder Verletzen der Pflanze „Protoanemonin“, Anemonol und andere unbekannte Giftstoffe. Das Protoanemonin ist sehr instabil und dimerisiert leicht zum ungiftigen Anemonin. Im Dürrfutter gilt das Buschwindröschen als ungiftig. Der Protoanemoningehalt in frischen Blättern beträgt ca. 333 µg/g – Clinitox.ch

Zielorgane: Schleimhäute, zentrales Nervensystem, Nieren, Milchdrüsen (bei Rindern und Schafen sowie Pferden), Leber, Haut

Symptome einer Vergiftung: Das Protoanemonin reizt vor allem die Haut und Schleimhäute. Beim Abbau des Giftes kann es zu Schädigung der Nieren und Leber kommen. Durch eine Resoption des Giftes kommt es zunächst zu einer Erregung des zentralen Nervensystems, später zu einer Lähmung. Durch die hepatotoxische Wirkung kann es zu einer Fotosensibilisierung kommen. Bei Aufnahme von größeren Mengen an Pflanzenteilen kommt es zu Erbrechen und Durchfall.

LD50 (Menschen): Die tödliche Dosis für eine erwachsene Person liegt bei ca. 30 Pflanzen.

LD50 (Rinder): 120 – 200 mg Protoanemonin/kg Körpergewicht

Erste Hilfe bei einer Vergiftung: Es ist ein Arzt aufzusuchen und gegebenenfalls der Giftnotruf zu informieren!

Namensherkunft

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname „Anemone“ (griechisch: ἀνεμώνη) leitet sich aus dem altgriechischen Wort „ἄνεμος“ – zu deutsch „Wind, Lufthauch“ ab. Eine eindeutige Erklärung hierfür ist nicht gegeben. Es werden aber mehrere Theorien durch den Botaniker und Arzt Friederich Kanngiesser in seinem Werk “ Die Etymologie der Phanerogamennomenclatur“ verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt: Da die Blüten bereits von einem leichten Windhauch bewegt werden können. Da die Pflanze einen „hohen, windigen Standort“ hat. Oder da sie die Kronblätter bei Wind öffnet. Da die Blütenkrone leicht durch Wind entblättert wird oder wegen ihrer Blütezeit zu Ostern, da um diese Zeit noch „große Winde“ (Stürme) herrschen. Welche dieser Theorien als plausibel anzusehen ist, bleibt aber auch hier zur Interpretation offen.

Der botanische Artname „apennina“ leitet sich aus dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Pflanze ab. Diese stammt aus dem Apennin, einem Gebirgszug in Italien. Dies spiegelt sich auch im Deutschen Namen „Apennin-Windröschen“ wieder!

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K (verwildert / Zierpfl.)

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