Bach-Nelkenwurz

Die Blume des Jahres 2007: der Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) – Früher wurde sie zudem in der Naturheilkunde als Heilpflanze verwendet.

Vorkommen und Verbreitung: Der Bach-Nelkenwurz wächst vor allem in Flachmooren, feuchten Niederungen und in Auen. Zudem findet man sie auch am Ufer von Teichen und Bächen. Sie benötigt einen grundwassernahen Lebensraum oder Feuchtbiotope.

Wuchsform: Die Pflanze hat einen aufrechten Wuchs. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 25 bis 50 cm. Am Ende der Stängel bilden sich die Blüten. Der Stängel ist drüsig behaart und locker verzweigt.

Blätter: Die Blätter sind in einer Rosette um den Stängel angeordnet. Sie sitzen dabei in einer Gruppe von zwei bis vier Blättern. Die Blätter sind fußförmig geteilt und dreifiedrig aufgebaut. Die Nebenblätter sind kleiner als die Hauptblätter.

Blüten: Die Blüten sind glockenförmig aufgebaut. Sie haben eine Größe von 1 bis 2 cm. Die Blütenkrone hat eine gelbweiß bis cremefarbene Färbung. Sie bestehen aus fünf Blütenblättern. Die Kelchblätter haben eine rotbraune Farbe. Im Inneren der Blüte sitzen viele gelbe Staubblätter. Sie werden vor allem durch Hummeln bestäubt. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den Juli.

Kreuzung mit weiteren Pflanzen: Der Bach-Nelkenwurz kann sich mit dem echten Nelkenwurz kreuzen. Diese Kreuzungen haben eine strahlend gelbe Blütenfärbung, anstatt der cremefarbene Färbung.

Besonderheiten

Verwendung als Heilpflanze: Früher wurde die Pflanze zudem in der Naturheilkunde als Heilpflanze verwendet. Heute hat sie keine medizinische Bedeutung mehr. Die Wurzeln enthalten das ätherische Öl “Eugenol”. Daneben enthalten sie zudem Glykoside, Triterpene und Flavonodie. Hierdurch wirkt die Pflanze vor allem schweißtreibend, antibakteriell und entzündungshemmend. In der Volksmedizin wurde sie zudem als Likör / Schnaps gegen Fieber eingesetzt.

Frühere Verwendung in der Küche: Die getrockneten Wurzeln sind früher als günstiger Ersatz für Nelken verwendet.

Namensherkunft: Der wissenschaftliche Name ist “Geum rivale” – dies zeigt den Wuchsort an. “Rivale” wird dabei von dem lateinischen Wort “rivus” abgeleitet. Dies bedeutet so viel wie Bach.

Weitere Namen: Es gibt zu den wissenschaftlichen Nomenklaturen auch noch einige volkstümliche Namen wie z.B.

  • Im Thurgau und auch einigen Regionen Bayerns werden die Blüten als Bachrösle bezeichnet.
  • Nach der roten Farbe der Blüte wird sie in Altbayern, Blutströpflein (regional im Dialekt: Bluatströpferl) genannt.
  • In Bayern und Baden-Württemberg wird sie wegen der Blütenform als Kuhglocke bezeichnet (vor allem im Raum Kempten und am Bodensee).
  • Von manchen wird sie in Oberfranken auf Grund des Samenstandes auch „Schlotfegerla“ genannt.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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