Spindelstrauch / Pfaffenhütchen

Das “gewöhnliche Pfaffenhütchen oder auch “Spindelstrauch” (Euonymus europaeus) genannt. Sie erhielt seinen Namen durch die Ähnlichkeit mit einer katholischen Kopfbedeckung. 
~ Starke Giftpflanze ~
Pfaffenhütchen mit orangener Fruchthülle

Vorkommen und Verbreitung: Das Pfaffenhütchen kommt in Hecken, Auen- und Laubwäldern in Mitteleuropa vor. In Deutschland wächst sie sowohl im Tiefland bis in die Alpen. Dort ist sie auf einer Höhe von bis zu 1.000 Metern zu finden. Die Pflanze gedeiht sowohl auf feuchten oder trockenen Böden. Sie bevorzugt dabei einen kalkhaltigen Untergrund. Oft werden die Sträucher als Zierpflanze in Gärten und Parkanlagen verwendet.

Wuchsform: Das Pfaffenhütchen wächst in einer strauchartigen Form und kann eine Höhe von bis zu 6 Metern erreichen. Die Stängel bestehen aus einem sehr schweren und sehr harten Holz. Die Blätter sitzen wachsen gegenständig an den Zweigen.

Blätter: Die Blätter haben eine länglich-ovale Form und sind am Ende zugespitzt. Der gesamte Rand ist sehr fein gezähnt. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün gefärbt. Die Unterseite hingegen leicht hellgrün. Die Blätter verfärben sich von grün zu einem rötlichen Farbton und werden im Laufe des Herbstes abgeworfen.

Blüten: Die Blüten der Pflanze sind unscheinbar grünlich bis leicht weiß. Diese bestehen aus vier Blütenblättern. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den Juni.

Früchte: Die Samen der Pflanze entwickeln sich im Spätsommer bis Herbst in Form von rosa-roten, vierteiligen Kapseln. Diese Kapseln bilden sich vor allem an den Stängeln und sitzen in größeren Gruppen dicht aneinander. Sobald die Samen reif sind platzen die Kapseln auf und geben den leuchtend orangen Samenmantel frei. In dessen Inneren sitzt der eigentliche Samen, welcher eine weiße Farbe hat und eiförmig aufgebaut ist.

Starke Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftigkeit der Pflanze: Es handelt sich um eine starke Giftpflanzen, die bei Verzehr tödlich wirkt. Die Pflanze ist auf keinen Fall für die menschliche Ernährung geeignet. In alter Fachliteratur wird das Pfaffenhütchen als Heilpflanze bezeichnet. Heutzutage ist aber dringend davon abzuraten Pflanzenteile als Medizin zu verwenden. In der Homöopathie werden zum Teil auch Präparate hergestellt. Ich rate aber von der Verwendung dieser dringend ab! Es handelt sich um eine für Mensch und Tier gefährliche Pflanze.

Das Pfaffenhütchen wurde bereits zur “Giftplanze des Jahres 2006” gewählt.

Giftige Teile der Pflanze: Alle Teile der Pflanze enthalten diverse Bitter- und herzwirksame Giftstoffe. Besonders die Samen haben einen hohen Anteil dieser Stoffe und sind somit hoch giftig. Bereits 3 Samen können bei Kindern eine schwere Vergiftung hervorrufen. Bei Erwachsenen liegt die tödliche Dosis zwischen 30 bis 40 Samen [Citation needed].

Inhaltsstoffe: Die Pflanze enthält unter anderem Bitterstoffe und diverse Glykoside. Diese sind unter anderem Evobiosid, Evomonosid, Evonosid.

Symptome einer Vergiftung: Es handelt sich um eine tückische Pflanze, denn die Symptome einer Vergiftung treten in den meisten Fällen erst nach 12 bis 18 Stunden auf. Die Bitterstoffe wirken brecherregend und lösen Durchfall aus. Die Glykoside sind herzwirksam. Eine Vergiftung löst unter anderem durch die folgenden Symptome aus:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Fieber
  • Atem- und Kreislaufbeschwerden
  • Herzrasen
  • Nieren- und Leberschäden

Beim ersten Auftreten der Beschwerden ist sofort ein Arzt aufzusuchen – ggf. den Giftnotruf ebenfalls informieren.

Besonderheiten

Namensherkunft: Den Namen Pfaffenhütchen erhielten sie von der Ähnlichkeit mit dem Birett, einer katholischen Kopfbedeckung.

Volkstümliche Namen: In Oberbayern wird die Pflanze als „Pfarrerkapperl“ bezeichnet (danke an @die_gritti „Gartenglück“ auf Twitter). Im bayerischen Schwaben wird ein ähnlicher Name verwendet: „Pfaffenschlappe“ – wobei in beiden Fällen auf die katholische Kopfbedeckung Bezug genommen wird. In anderen Gegenden wird die Pflanze auch als “Pfaffenkäppchen” bezeichnet.

Frühere Verwendung: Aus dem zähen Holz wurden früher unter anderem Webspindeln hergestellt. Nach dem die Oberfläche geschliffen wird diese sehr glatt. Andere Produkte waren unter anderem Schuhnägel, Zahnstocher und auch Stricknadeln.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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