Blutwurz

Der “Blutwurz / Heideckern” (Potentilla erecta) – Eine sehr alte Heilpflanze, die bei zahlreichen Beschwerden verwendet wird.

Vorkommen und Verbreitung: Der Blutwurz kommt in Eichenwäldern, auf Halbtrockenrasen, Bärwurz-Magerrasen (Borstgrasrasen), Goldhafer-Bergfettwiesen und Feucht- und Nasswiesen vor.

Wuchsform: Die Pflanze wächst ausdauernd und wird nur ca. 10 bis 30 cm hoch. Die Stängel sind niederliegend am Boden rankend und die Blüten ragen aus den Blättern heraus.

Blätter, Stängel & Wurzel: Die Pflanze ist aufrecht und der Stängel mit Wurzel ist im unteren Teil knollig verholzt. Die Wurzel ist im inneren blutrot. Die Stängel sind von unten an beblättert. Die Blätter sind lanzettlich und 3-teilig gefiedert (selten auch vier bis fünfzählig).

Blüten: Die Blütenblätter sind goldgelb gefärbt und 4-zählig (selten 3 bis 5 Blütenblätter) um die Mitte der Blüte angeordnet.

Besonderheiten

Weitere Namen: In der alten Literatur wird die Pflanze auch als “Heideckern” bezeichnet. Der Name leitet sich dabei aus der Schweinemast ab, denn “Eckern” sind die zur Schweinemast verwendeten “Baumfrüchte” (z. B. auch Bucheckern).

Verwendung als Heilpflanze: Der Blutwurz wurde bereits seit der Antike als Heilpflanze verwendet. Im Mittelalter sehr viele Krankheiten durch ihn gelindert oder geheilt. In fast allen alten Kräuterbüchern finden sich Anwendungsvorschläge und Rezepturen für die blutrote Wurzel.

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe ist der Blutwurz antibakteriell, schmerzlindernd und blutstillend. Äußerlich wurde die Wurzel vor allem zur Blutstillung verwendet. Aus dieser Verwendung und der dunkelroten Färbung der Wurzel ist sehr wahrscheinlich der Name “Blutwurz” entstanden. Auch bei innerlichen Entzündungen werden Präparate aus der Wurzel verwendet. Heute findet er vor allem in der in der Spirituosenherstellung eine Verwendung. Am bekanntesten ist hier der “Blutwurz-Schnaps” aus dem Bayerischen Wald. Es wird von einer eigenmächtigen Medikation deutlich abgeraten. Bereits bei Überschreitung einer tägliche Dosis von 4 bis 6 Gramm kommt es zu Nebenwirkungen. Es darf zudem die Behandlung nicht länger als 2 Wochen andauern.

Gefährdung der Pflanze: Auf der Roten Liste von Deutschland ist die Pflanze noch nicht als gefährdet eingestuft. Dennoch steht sie bereits auf einigen regionalen Roten Listen.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, K

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