Christophskraut, schwarzfruchtiges

Das schwarzfruchtige Christophskraut (Actaea spicata) ist nach dem vor Pest schützenden Schutzheiligen St. Christoph benannt. Man glaubte, dass die Pflanze vor der Pest schützende Wirkstoffe enthielt.
~ Starke Giftpflanze ~

Vorkommen und Verbreitung: Das schwarzfruchtige Christophskraut wächst in den nährstoffreichen Buchen- oder Tannenwäldern. Sie ist auch in Schlucht- und Schatthang-Wäldern zu finden. Beim Boden bevorzugt sie vor allem Braunerde. Die Pflanze ist in fast ganz Europa anzutreffen. Vor allem in den Alpen und Alpenvorland finden sich teilweise größere Vorkommen.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die Pflanze wächst ausdauernd, krautig und erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 70 cm. Die Stängel stehen einzeln und nur leicht verzweigt. Am Ende der Stängel sitzen die Blütenähren.

Stängel & Blätter: Die großen Laubblätter sind hellgrün gefärbt. Die oberen Laubblatteile sind dreilappig gefiedert und am Rand deutlich eingesägt. Pro Blatt bilden sich zwischen drei bis fünf Blattteile. Werden die Blätter des Christophskraut verletzt oder zerrieben geben sie einen scharfen, unangenehmen Geruch ab. Dies soll Tiere davon abhalten die Pflanze zu fressen.

Blüten: Die reinweißen Blüten stehen in einer dichten Trauben am Ende des Stängels. Sie haben vier Blütenblätter und lange, aus der Blüte herausragende Staubblätter. Oft sitzen die Blütenstände auch in einer Blattachsel. Die Bestäubung der Pflanze erfolgt vor allem durch Käfer und andere Insekten. Die Blütezeit des Christophskraut reicht von Mai bis Juli.

Beeren: Je nach Art wachsen schwarze, weiße / rote Beeren heran. Die Art „spicata“ trägt schwarze Beeren an den Rispen. Die rot- und weißbeerigen Kräuter stammen ursprünglich aus Nordamerika. Die Beeren sind eiförmig-länglich aufgebaut und besitzen im Inneren jeweils zwei Reihen an Samen und eine weinroten Saft.

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftigkeit & Wirkung: Es handelt sich um eine Giftpflanze. Sie enthält Alkaloide wie Magnoflorin. Es sammelt sich vor allem in den Beeren an. Diese vor allem für Kinder und Vögel gefährlich. Die in den Beeren enthaltenen Gifte rufen unter anderem Entzündungen im Magen und Darm vor. Sie sollten nicht in der Heilkunde verwendet werden!

Erste Hilfe: Bei einer Vergiftung sollte man wenn möglich einen Arzt aufsuchen. Eine Therapie erfolgt nur symptomatisch.

Besonderheiten

Namensherkunft: Der heutige Name „Christophskraut“ hat sich über die Jahrhunderte gewandelt. Früher wurde es vor allem in alemannischen Sprachraum und in den volkstümlichen Gebieten als „Christophelskraut“ oder „Hexenkraut“ bezeichnet. Schon im Jahr 1560 hat der Botaniker und Theologe „Benedictus Aretius“ es in seinen Werken als „Christoffelskraut“ benannt. Der heilige Christophorus galt als Schutzpatron gegen die Pest und Seuchen. Der Beiname „Hexenkraut“ stammt vermutlich von einem volkstümlichem Aberglauben, wonach der Pflanze geheimnisvolle Kräfte zugesagt wurden. Dies wurde dadurch begründet, dass sie bevorzugt an schattigen Waldstellen, Orte an dem Hexen sich gerne aufhalten, wächst.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Auf der Roten Liste für Deutschland wird diese Art als „ungefährdet“ eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F

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