Engelstrompete

Eine beliebte Zierpflanze – die Engelstrompete (Brugmansia varr.) – aber dennoch hat sie eine gefährliche Seite, denn sie ist hochgiftig!
– Vorsicht im Umgang: starke Giftpflanze –

Vorkommen und Verbreitung: Die Engelstrompete ist eine beliebte Kübelpflanzen in unseren heimischen Gärten. Ursprünglich stammt die Pflanze aber aus Südamerika. Dort ist sie in den Anden, aber auch in tropischen Gebieten wie Regenwäldern anzutreffen.

Wuchsform: Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu vier Metern. Daher wird sie auch gerne als Zierbaum verwendet. Sie bildet Äste und Zweige, ähnlich einem Baum aus. Die Blätterkrone ist breit auslaufend und an den Rändern leicht nach unten gezogen.

Blätter: Die Blätter sind je nach Sorte eiförmig bis elliptisch aufgebaut. Sie haben deutlich heller (leicht hellgrün) gefärbte Blattnerven. Die Blätter können eine Länge von 30 cm erreichen. Die Stiele am Anfang der Blätter erreichen eine Länge von bis zu 8 cm. Interessant an den Blättern ist, dass die Blattnerven sich nicht gegenüber stehen sonder versetzt auf dem Blatt sitzen.

Blüten: Die Blüten der Engelstrompete bestehen aus trichterförmigen, miteinander verwachsenen Blütenblätter. Diese sind je nach Sorte weiß, gelb, orange oder rosa gefärbt. Die Blüten verströmen bei voller Blüte einen starken Duft. Dieser kann leicht betäubend wirken und ruft zum Teil Vergiftungserscheinungen hervor. Im Inneren der Blüte bildet sich eine herausstehende Blütennarbe und die Staubblätter welche diese umranden. Die Außenränder der Blüte laufen spitz zu und sind nach oben gebogen. Die Blüten sind wie alle weiteren Teile der Pflanze hochgiftig! Die Blütezeit reicht von Juni bis in den September.

Frucht: Nach der Blüte bildet sich eine etwa 5 bis 11 cm große grünliche Frucht. Diese besitzt keine Stacheln auf der Außenhaut. Im Inneren reifen die hoch giftigen Samen heran. Auf keinen Fall sollten die Früchte im unreifen Zustand geöffnet werden, da der darin enthaltene Saft ebenfalls hoch giftig ist. Pro Kapsel bilden sich etwa 100 bis 300 der Samen. Die Samen gehören zu den giftigsten Bestandteilen der Pflanze

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftigkeit der Pflanze: Alle Bestandteile der Pflanze sind hochgiftig. Vor allem die Samen gehören zu den gefährlichsten Teilen.

Hinweis zum Umgang mit der Pflanze: Die Pflanze soll grundsätzlich nur mit entsprechender Schutzkleidung gehandhabt werden. Das bedeutet Gartenhandschuhe und lange Kleidung. Der Blütenstaub sollte auf keinen Fall in den Mund gelangen. Da dieser auch psychoaktive Stoffe enthält.

Inhaltsstoffe in der Pflanze: Atropin als Mischung aus (S)-Hyoscyamin und (R)-Hyoscamin

Vergiftungserscheinungen: Das in der Pflanze enthaltene Atropin führt zu Mundtrockenheit, erweiterten Pupillen. Ein halluzinogenen Effekt tritt nach 2 bis 4 Stunden ein. Dabei wirken die Gifte auf das Zentrale Nervensystem. Hierbei kann es auch zu Sehstörungen, Hitzegefühle und Tachykardie kommen. Bei einer starken Vergiftung kommt es zu einer Unruhe, Rededrang, Raserei und Tobsuchtsanfällen. Anschließend kann Bewusstlosigkeit eintreten. Der Exitus tritt durch Atemlähmung ein.

Sollten Vergiftungserscheinungen auftreten ist sofort ein Notarzt hinzuzuziehen! Auf keinen Fall sollten Selbstexperimente mit der Pflanze durchgeführt werden!

Besonderheiten

Früherer Verwendung: Die Pflanze wird zum Teil als Rausch- und Heilmittel von Indigenen Völkern Südamerikas verwendet. Die Gifte lösen dabei leichte Halluzinationen auslösen. Im der viktorianischen Ära wurde der Blütenstaub zum Teil bei Teeparties verwendet. Dabei mischten die Ladys den Blütenstaub unter ihren Tee um die Parties interessanter zu gestalten. Durch die leichte halluzinogene Eigenschaft des Staubs redeten sie allerlei Unsinn (Hier gibt es auch noch ein Video von Tom Scott dazu).

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K (synth.)

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