Enzian, gelber

Der “Gelbe Enzian” (Gentiana lutea) ist eine Heil- und Arzneipflanze. Er wird vor allem bei der Herstellung des bekannten Enzianschnaps verwendet.

Vorkommen und Verbreitung: Gelber Enzian wächst in kalkhaltigen Schneeheide-Kieferwäldern und auf Gebirgs-Hochgrasfluren. Sie kommt zudem auf alpinen Kalkrasen und Geröllfluren in Gebirgen in Mittel- und Südeuropa vor. Es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze. Einzelne Exemplare des gelben Enzians werden bis zu 60 Jahre alt. Die Pflanze wächst sehr langsam und blüht meist erst nach 10 Jahren.

Wuchsform: Die Pflanze wird 50 bis 140 cm hoch. Sie kommt oft in Gruppen von zwei bis vier Pflanzen vor.

Wurzel & Stängel: Die Pflanze bildet einen kräftigen Stängel, der aus der Mitte der Blattrosette gerade und unverzweigt nach oben wächst. Die dicke, verästelte Wurzel wird bis zu einem Meter lang. Diese besonders schweren Exemplare können bis zu vier Kilo wiegen. Außen ist die Wurzel braun gefärbt. Wenn sie aufgebrochen wird, ist sie gelb gefärbt.

Blätter: Die Blätter haben eine breit-elliptische Form und sind blau-grün gefärbt. Die Blätter unter den Blüten sind in der Mitte leicht nach unten gebogen. Dadurch wirken sie fast wie eine Schale.

Blüten: Die Blütezeit reicht von Juni bis Anfang August. Die Blüten haben eine gelbe Färbung und sitzen in dichten Quirlen oberhalb der Blätter. Die Blütenkelche sind fünf-zählig und radiär.

Besonderheiten

Verwendung als Heilpflanze: Der gelbe Enzian kann aufgrund seiner enthaltenen Bitterstoffe als starkes Magenmittel verwendet werden. Er fördert die Verdauung. Die Pflanze kann als Tinktur, Tee oder in Form eines Schnaps eingenommen werden. Durch seinen hohen Bitterstoffgehalt wird “Gelber Enzian” als “Appetitanreger” verwendet.

Es wird aber davon abgeraten die Pflanze bei bestehendem Bluthochdruck einzusetzen. Bei Schwangerschaft wird von der Behandlung mit Enzian abgeraten.

Gefährdung der Pflanze: Diese Art des Enzians steht bereits auf der Roten Liste. Sie steht nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) unter besonderem Schutz. Somit steht sie in der Anlage 1. Wilde Exemplare dürfen auf keinen Fall abgepflückt oder ausgegraben werden!

– Deutschland: 3 (gefährdet)

– Baden-Württemberg: V (Vorwarnstufe)

– Bayern: V (Vorwarnstufe)

– Hessen: T (Sippe mit Etablierungstendenz)

– Sachsen: R (Extrem selten)

Verbreitungs-Codes:  A, AV, M1

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