Färberdistel

Die Färberdistel (Carthamus tinctorius), wird aufgrund ihrer orange-gelben Färbung, auch als deutscher Safran bezeichnet.

Vorkommen und Verbreitung: Die Färberdistel ist in fast ganz Mitteleuropa, Vorderasien, Teilen von Nordamerika und Australien zu finden. Zudem wird sie aufgrund ihrer ölhaltigen Samen als Ölpflanze in der Landwirtschaft verwendet. Sie kann zudem wie der Name es bereits vermuten lässt als Färberpflanze verwendet werden.

Wuchsform: Bei dieser Distel handelt es sich um eine aufrecht stehende, ein- bis zweijährige, krautige Pflanze. Sie kann eine Höhe von 60 bis 130 cm erreichen. Der kräftige Stängel ist am oberen Ende stark verästelt. Am unteren Ende befinden sich eine sehr lange Pfahlwurzel.

Blätter & Blüten: Die Blätter sind mit Stacheln besetzt. Sie sind ei-lanzettlich aufgebaut. Die unter den Blüten sitzenden Hüllblätter besitzen ebenfalls Stacheln. Die Blüten sitzen am oberen Ende der Stängel. Die körbchenförmigen Blütenköpfe haben einen Durchmesser von bis zu 3 cm. Sie bestehen dabei aus 20 bis 150 orange bis gelben Röhrenblüten. Die Blüten öffnen sich im Juli bis in den August. In wärmeren Gebieten auch noch bis in den September. Die Blüten sind sehr anfällig für Blütenfäule, daher benötigen sie einen sehr trockenen Sommer.

Früchte: Nach dem verblühen bilden sich sogenannte Achänen (Schließfrüchte). Diese sind besonders ölreich.

Besonderheiten

Verwendung als Ölpflanze: In der Landwirtschaft verwendet man sie vor allem zur Produktion von Distelöl. Dabei enthalten die Samen zudem auch sehr viele essentielle Fettsäuren wie z. B. Linolsäure und Ölsäure.

Verwendung der Blüten: Die Blüten können getrocknet als Safranersatz verwendet werden. Sie enthalten neben dem orangenen Farbstoff “Carthamin” in der Medizin wichtige Glykoside und Polyine. Die Verwendung der Blüten hat eine anregende Wirkung auf Herz und Kreislauf.

Verwendung als Farbstoff: Zudem wurde die Färberdistel bereits im alten Ägypten für die Färbung von Gewebe verwendet. Es entsteht daraus ein roter Farbstoff. Dieser wurde auch in Persien, China und Japan kultiviert. Der Daraus hergestellte Farbstoff wurde als “Saflor” bezeichnet. Mit der Einführung von synthetischen Anilinfarben wurde die Verwendung von Saflor eingestellt.

Namensherkunft & weitere Namen: Die Pflanze wird unter anderem als Öldistel, Saflor, deutscher Safran oder auch falscher Safran bezeichnet.

Futterpflanze für Schmetterlinge: Die Färberdistel ist für einige spezielle Schmetterlingsarten eine wichtige Nahrungspflanze. Die Raupen dieser Schmetterlinge und Falter benötigen die Blätter der Disteln. Im einzelnen sind dies.:

  • Färberscharteneulen – Acosmetia caliginosa 
  • Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe)
  • Dreipunkt-Glanzeule (Amphipyra tragopoginis)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K (Neophyt)

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