Frauenschuh, gelber

Eine der schönsten und am strengsten geschützten einheimischen Orchideen: “der Frauenschuh” (Cypripedium calceolus).
Eine Gruppe von Frauenschuh
Frauenschuh Blüte

Vorkommen und Verbreitung: Der Frauenschuh wächst nur in lichten, krautreichen Laub und Nadelwäldern. Die Pflanze benötigt dabei auch noch ein sehr spezielles Mikroklima und Bodenbeschaffenheit. Vielerorts gilt diese einheimische Orchidee leider bereits ausgerottet. Das spezielle Mikroklima ist aber bisher noch nicht vollständig erforscht. Daher sind Versuche der Nachzüchtung bisher gescheitert. Auch das Ausgraben von Pflanzen sollte unterlassen werden, denn die Umstellung auf das Gartenklima vertragen diese Orchideen nicht. Sie würden daher nicht sehr lange im Garten weiterwachsen. Im Gartenfachhandel können aber anspruchslosere Hybride gekauft werden!

Wuchsform, Blätter & Stängel: Die krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 15 bis 60 cm. Die Blätter sind eiförmig bis länglich-lanzettlich geformt und erreichen eine Länge von bis zu 13 cm. Diese umfassen den Stängel vollständig. Pro Stängel bilden sich drei bis fünf Blätter. An dem leicht gebogenen, behaarten Stängel wachsen die Blüten. Pro Stängel können sich ein bis zwei (in seltenen Fällen auch drei bis vier) Blüten bilden.

Blüten: Die Blüten besitzen schokoladenbraune oder purpur gefärbte Perigonblätter mit einer leuchtgelben schuh-förmigen Lippe. Sie besitzen 2 anstelle von einem Staubblatt. Diese Orchideen haben nur ein sehr begrenztes kleines Zeitfenster von ca. 2 bis 3 Wochen Blütezeit pro Blüte. Sie blühen nur in den Monaten Mai und Juni.

Giftigkeit: Alle Pflanzenteile sind wie jede weitere Orchidee-Art leicht giftig. Vor allem bei kleinen Kindern und Haustieren ist besondere Vorsicht geboten. Es kann zudem zu leichten Hautreizungen bei manchen Menschen kommen.

Gefährdung der Pflanze

Auf der Roten Liste von Deutschland ist die Pflanze bereits als gefährdet eingestuft. Sie steht bereits unter dem Schutz der Bundesartenschutzverordnung, dem besonderen Schutz der EU (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) & dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Sie sollten auf keinen Fall ausgegraben oder abgepflückt werden. Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt,

– Deutschland: gefährdet (Status: 3)

– Baden-Württemberg: gefährdet (Status: 3)

– Bayern: gefährdet (Status: 3)

– Brandenburg: vom Aussterben bedroht (Status: 1)

– Hessen: stark gefährdet (Status: 2)

– Niedersachsen (Hügel-, Berglandschaft): stark gefährdet (Status: 2)

– Niedersachsen (Tiefland): Ausgestorben (Status: 0)

– Nordrhein-Westfalen: stark gefährdet (Status: 2)

– Rheinland-Pfalz: vom Aussterben bedroht (Status: 1)

– Sachsen: vom Aussterben bedroht (Status: 1)

– Sachsen-Anhalt: stark gefährdet (Status: 2)

– Thüringen: stark gefährdet (Status: 2)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, (F), K

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.