Gänseblümchen

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Eine der bekanntesten Blumen unserer heimischen Flora, das „Gänseblümchen“ (Bellis perennis).

Vorkommen und Verbreitung: Das Gänseblümchen wächst auf fast allen Wiesen und Weiden vor. Sie ist auf Höhen von bis zu 1.800 Metern anzutreffen. Sie bildet zudem auch eine der ersten Pflanzen auf Brach- und Ödlandflächen. Es ist in ganz Europa verbreitet, aber war bis zum Mittelalter nur in Südeuropa beheimatet – Ursprünglich stammte die Pflanze aus dem Kaukasus. Inzwischen hat sich die Pflanze auf der ganzen Welt in den gemäßigten Zonen verbreitet.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform & Blätter: Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 15 cm. Sie besitzt einen krautigen Wuchs. Die Blüten sitzen auf dem Ende der Stängel. Die Blätter sind knapp über dem Boden in einer Rosette angeordnet. Die Blätter haben eine verkehrt eiförmige Form und erreichen eine Länge von bis zu 4 cm.

Blüten: Die Blütenblätter / Zungenblüten können weiß bis rosa erscheinen. Die gelb gefärbten Röhrenblüten befinden sich im Inneren der Blüte. Es bildet sich nach der Blüte kein Pappus. Die Blüten halten bei trockener Luft Temperaturen von bis zu -15°C aus. Die Blüten werden durch verschiedene Insekten, wie Bienen und Hummeln, bestäubt. Die Blütezeit reicht von Februar bis in den August.

Früchte: Die Früchte der Gänseblümchen bestehen aus mehreren bis zu 1 mm großen, runden Achänen. Sie besitzen keinen Pappus. Die Früchte werden durch den Wind verbreitet. Die Fruchtreife wird bereits nach 10 Tagen erreicht. Bei den Samen handelt es sich um Lichtkeimer. Die meiste Verbreitung erfolgt aber dennoch durch kurze Ausläufer welche sich nach einiger Zeit von der Mutterpflanze trennen.

Verwendung als Heilpflanze und in der Küche

Verwendung in der Küche: Die jungen Blätter und Blütenköpfe gerne als Beimischung in Wild-Salaten verwendet. Die Blüten geben den Gerichten eine schönere Optik. Die Blätter haben einen leichten, dem Ackersalat – leicht nussigen – ähnlichen Geschmack. Sie werden zudem oft in Kräutersuppen und Kräuterquarks verwendet. Die Blütenknospen lassen sich zu einem Kapernersatz einlegen und haben einen ähnlichen Geschmack zu diesen.

Verwendung als Heilpflanze: Bei dem Gänseblümchen handelt es sich um die „Heilpflanze des Jahres 2017“. Die Pflanzenteile können als Tee, Tinktur oder Salben angewendet werden. Bei der Herstellung von Tinkturen und Salben werden die Blüten in Öl bzw. Alkohol eingelegt. Nach ein paar Wochen kann hieraus die Salbe bzw. Tinktur hergestellt werden. Eine weitere Möglichkeit ist der Gänseblümchen-Tee. Dieser hilft unter anderem gegen Erkältungen und Husten. Sie wirken äußerlich zudem gegen Akne und werden auch zum Teil zur Wundbehandlung verwendet. Sie soll außerdem den Appetit fördern.

Inhaltsstoffe der Pflanze: Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Vitamin A und C, ätherische Öle, Gerbstoffe, Saponine, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Inulin

Volkstümliche Namen

Volkstümliche Namen: Neben dem bekanntesten Namen „Gänseblümchen“ ist sie in der alten Literatur wird sie zum Teil auch als „Massliebchen / Maßliebchen“ bezeichnet. Aus dem bayerischen Schwaben stammt die schriftdeutsche Übersetzung „Geinsbleamla“. In der Nähe von Füssen wird sie zudem als „Käsblümle“ / in der Schweiz „Chäs-Blume“ und im Elsass „Kästeller“ bezeichnet. In der Region um Zürich wird sie „Gsundheitsblüemli“ genannt. – Quelle: Volkstümliche Namen aus dem bayerischen Schwaben

Namensherkunft: Der Name Gänseblümchen leitet sich von dem Wuchs auf „Gänseweiden“ ab. Dort wurde die Pflanze gerne von Gänsen gefressen. Der Name Maßliebchen leitet sich von aus dem niederländischen Wort „matelief“ ab. Dies bedeutet so viel wie „Esslust“ denn die Pflanze hat auch zum Teil eine appetitanregende Wirkung. Der Name „Käsblume“ und seine Varianten leiten sich von den gelben Scheinblüten in der Mitte der Blüte ab. Diese erscheinen wie ein Käselaib auf einem Teller. „Gsundheitsblüemli“ leitet sich von ihrer Verwendung als „Heilpflanze“ ab.

Der botanische Gattungsname „Bellis“ leitet sich von dem lateinischen Wort „bellus“ ab. Dies lässt sich mit „lieb, schön, niedlich“ ins Deutsche übersetzen. Dabei wird oft auf kleine, blühenden Pflänzchen hingedeutet. – Quelle: Die Etymologie der Phanerogamennomenclatur

Der botanische Artname „perennis“ lässt sich ins Deutsche mit „ausdauernd“ übersetzen.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Das Gänseblümchen ist auf der Roten Liste Deutschlands als nicht gefährdet eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K 

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