Geflecktes Lungenkraut

Bereits der Schweizer Arzt Paracelsus erkannte die positive Wirkung der Heilpflanze früh. Dabei wirkt “geflecktes Lungenkraut” als Tee vor allem gegen Lungenkrankheiten.

Vorkommen und Verbreitung der Pflanze: Geflecktes Lungenkraut wächst vor allem in lichten Laubmischwäldern, Gebüschen und ist zudem an Waldrändern und zum Teil in Gärten anzutreffen. Sie ist ebenso an Bachufern zu finden. Ein größeres Vorkommen bilden die Ufer der Argen am Bodensee.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die mehrjährige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 30 cm. Die Blüten sitzen endständig am oberen Ende der Stängel. Unter der Erde bilden sich die waagerecht verlaufenden Wurzeln.

Blätter: Die Blätter bilden sich direkt an den Stängeln. Sie besitzen nur einen sehr kurzen Blattstängel. Die Blätter haben eine herzförmige oder lanzettliche Form. Die Oberseite ist an den Blatträndern leicht behaart. Sie besitzen zudem deutlich sichtbare helle Flecken auf der Oberfläche. Dies bildet ein Unterscheidungsmerkmal zum ungefleckten „dunklen Lungenkraut“.

Blüten: Die Blüten bestehen aus einer “Stieltellerblüte” mit eingeschlossenen Staubbeuteln und Blütennarben. Pro Blüte bilden sich 5 Blütenblätter. Sie besitzen zum Anfang der Blütezeit eine rot-purpurn später violett-blaue Färbung. Die Blütenblätter reflektieren sehr viel UV-Licht und sind somit für Bienen und andere Insekten sehr anziehend. Die Blüte besteht nur für 6 bis 8 Tage. Nach 3 bis 4 Tagen erfolgt ein Farbwechsel von rosa zu violett. Die Außenseite der Kelchblätter ist vollständig mit abstehenden Härchen besetzt. Bei der Pflanze handelt es sich um einen Frühblüher, da sich die Blüten je nach Witterung bereits im Februar (März) bis Mai öffnen. Sie gehören somit zu den ersten blühenden Pflanzen des Jahres. Die Bestäubung der Pflanze erfolgt durch bestimmte langrüsslige Wildbienen wie die gemeine Pelzbiene. Von den Pollen ernähren sich unter anderem Schwebfliegen.

Besonderheit bei den Blüten: Der Farbwechsel während der Blütezeit entsteht aufgrund einer pH-Wert Änderung in den Blütenblättern. Zusammen mit dem UV-Licht der Sonne ändert sich die Blütenfarbe.

Früchte: Die Frucht des Lungenkrauts bildet sich nach der Blüte und besteht aus zwei miteinander verwachsenen Fruchtblättern. Diese sind durch eine dünne Wand in vier Teile innerhalb der Frucht unterteilt. Innerhalb der sogenannten Klausen (Teilfrucht) bilden sich die Samen. An diesen Samen hängt ein kleines Elaiosom (Ölkörper). Hierdurch verbreitet sich die Pflanze durch Ameisen. Die Fruchtreife reicht von Mai bis in den Juni..

Frühere Verwendung als Heilpflanze

Frühere Verwendung als Heilpflanze: Verwendet werden die blühenden oberirdischen Teile der Pflanze. In kleinen Bündeln getrocknet kann hieraus ein Tee hergestellt werden. Die Pflanze wird in der Volksmedizin bei Halsweh, Heiserkeit und Husten eingesetzt. In der heutigen Medizin wird die Pflanze aufgrund der ungeklärten Inhaltsstoffe nur in der Homöopathie verwendet. Die Verwendung des Lungenkrauts ist auch in der Volkmedizin nicht sehr alt. Der Nutzen der Pflanze wurde vor allem durch den Schweizer Arzt Paracelsus bekannt gemacht. – Nur sparsam als Heilpflanze verwenden! In „dem großen Buch der Heilpflanzen“ des Apothekers M. Pahlow wird sogar von der Anwendung als Heilpflanze abgeraten!

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Flavonoide, Allantoin, Kieselsäure, (evtl. Pyrrolizidinalalkaloide)

Nebenwirkungen: Bei Dauergebrauch können durch die Inhaltsstoffe Nebenwirkungen auftreten.

Namensherkunft & Volkstümliche Namen

Volkstümliche Namen: Geflecktes Lungenkraut ist in der alten Literatur unter verschiedenen volkstümlichen Namen geführt. Diese sind unter anderem Brunnenschüsseli, Fleckenkraut, Güggelhose, Händschechrut, Hirschkoze, Königsstiefel, Lungenwurz und Waldochsenzunge. Zudem ist die Pflanze manchen als „blaue Schlüsselblume“ bekannt. In Dr. Heinrich Marzells Buch zu den volkstümlichen Pflanzennamen aus dem bayerischen Schwabenwird der Name „Franzosa“ angegeben. Die Blütenfarbe sollen dabei an die Uniform der Franzosen (rote Hosen) erinnert haben.

Namensherkunft: Der lateinische Gattungsname „Pulmonaria“ leitet sich von dem lateinischen Wort für Lunge, „Pulmoa“ ab. Somit ergibt sich auch ein Hinweis auf das Anwendungsgebiet der Pflanze. Der Artname „officinalis“ deutet ebenfalls auf die medizinische Verwendung als Heilpflanze hin. Der Namensteil „geflecktes“ leitet sich von dem Flecken auf den Blättern ab. Die Blätter erinnerten die Leute zudem aufgrund ihrer Form an „Lungenflügel“.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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