Enzian, gefranster

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Der selten gewordene „gefranste Enzian / Fransenenzian“ (Gentianopsis ciliata) ist ein wahrer Insektenmagnet.

Vorkommen und Verbreitung: Der gefranste Enzian wächst auf Kalkmagerrasen und in lichten Föhrenwäldern. Die Pflanze ist zudem auf Trockenrasen und in Gebüschen zu finden. Sie liebt dabei kalkreiche und stickstoffarme Böden. Diese Enzian-Art ist vor allem in den Mittelgebirgen und im Bergland auf Kalkgestein anzutreffen..

Wuchsform & Stängel: Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 30 cm. Die Pflanze ist zwei- bis mehrjährig. Die einzelnen Stängel wachsen aufrecht aus dem Boden heraus. Sie sind nur selten spärlich verzweigt. Pro Pflanze können sich zwischen zwei bis zehn Stängel mit Blüten aus einer Pflanzen bilden. Die Stängel haben eine vierkantige Form.

Blätter: Die Laubblätter sind spatelförmig bis länglich-eiförmig aufgebaut. Die Pflanze besitzt keine Grundblattrosette. Die Blätter sitzen überkreuz gegenständig am Stängel. Jedes Blatt ist mit ein bis drei Blattnerven besetzt. Die Enden der Blätter laufen spitz zusammen.

Blüten: Die Blüten sitzen am Ende der Stängel. Selten bilden sich zwei bis vier dieser Blütenköpfe an einem Stängel. Sie haben eine dunkelblaue Färbung. Die vier bis fünf Kronzipfel sind am Rand deutlich gewimpert. Die gesamten Blüten können 3 bis 5 cm lang werden. Diese Enzian-Art hat eine Blütezeit von August bis November.

Besonderheiten der Blüte

Besonderheiten der Blüte: Durch die dunkelblaue Farbe der Blüten wird das UV-Licht der Sonne sehr stark reflektiert, was die Blüten sehr attraktiv für Insekten macht. Der starke Veilchenduft erhöht zudem ebenfalls die Attraktivität für Bienen, Hummeln und Tagfaltern.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Der Fransenenzian steht wie alle Enzian-Arten unter dem sehr strengem Schutz der Bundesartenschutzverordnung – BArtSchV. Die Pflanze darf somit auf keinen Fall gepflückt werden! Auf der Roten Liste für Deutschland wird diese Art bereits als „gefährdet“ eingestuft. Sie wird zudem bereits auf einigen regionalen Roten Listen geführt. Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt,

– Baden-Württemberg: Vorwarnliste (Status: V)

– Bayern: ungefährdet (Status: *)

– Hessen: gefährdet (Status: 3)

– Niedersachsen: gefährdet (Status: 3)

– Nordrhein-Westfalen: gefährdet (Status: 3)

– Rheinland-Pfalz: gefährdet (Status: 3)

– Saarland: ungefährdet (Status: *)

– Sachsen: vom Aussterben bedroht (Status: 1)

– Sachsen-Anhalt: gefährdet (Status: 3)

– Thüringen: ungefährdet (Status: *)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F

Bild 1 – Fundort: Imberg (Naturraum: 20, BY)

Bild 2 – Fundort: in der Nähe von Mengen (Naturraum: 40, BW)

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