Gelbe Teichrose

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Ein kleines Juwel unter den Schwimmpflanzen in Teichen und Flüssen, die „gelbe Teichrose“. Im Volksmund wird sie aufgrund ihrer kugeligen Blüte als „Murmel“ bezeichnet.
Gelbe Teichrose
Gelbe Teichrose - Natürliches Vorkommen am Großen Arbersee
~ Leichte Giftpflanze ~

Vorkommen und Verbreitung: Die gelbe Teichrose wächst vor allem auf Seen und größeren Flüssen. Sie benötigt dabei einen mineralischen Boden. Die Pflanze kann in einer Tiefe von bis zu sechs Metern wurzeln. Es handelt sich um eine einheimische Wasserpflanze. Sie ist in ganz Deutschland von den Tieflagen bis in die Gebirge, teilweise auch in den Alpen, verbreitet. In Europa hat sie eine natürliche Verbreitung von Portugal bis nach Schweden / Norwegen hinein.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die gelbe Teichrose erreicht eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern. Dabei liegt ein Großteil der Pflanze unterwasser. In tieferen Gewässern bilden sich oft keine Schwimmblätter an der Wasseroberfläche. Die Pflanze kann sich durch verzweigte oder abgerissene Rhizome vermehren. Diese bilden schnell neue Wurzeln und Triebe. Die Rhizome der Pflanze dienen als Überwinterungsorgan. Sie können einen Durchmesser zwischen 3 bis 8 cm aufweisen und schwimmen bei tieferen Gewässern dicht unter der Wasserlinie. Bei flacheren Gewässern können zum Teil die Blätter und Rhizome herausragen.

Gelbe Teichrose - Wurzelgeflecht welches aus dem Wasser ragt. Die Wurzeln sind mit Schuppen besetzt.

Blätter: Die Schwimmblätter haben eine dunkelgrüne Färbung und sind länglich-herzförmig bis nierenförmig aufgebaut. Die Stiele der Blätter können eine Länge zwischen 20 bis 50 cm erreichen. Pro Blatt bilden sich 23 bis 28 Blattadern aus. Auf der Blattunterseite sind sie nicht behaart. Am Stängel der Pflanze bilden sich zum Teil kleinere Unterwasserblätter aus. Durch die Lufträume im Blattgewebe wird die Luft durch den Blattstiel ins Rhizom geleitet.

Blüten: Die Blüten sind gelb gefärbt und sehen aus wie eine kleine Murmel. Sie erreichen eine Größe von drei bis sechs Zentimeter. Es handelt sich dabei um eine „Nektar führende Scheibenblume“. Die Blüte strömt einen starken, angenehmen Duft aus. In der Mitte bildet sich eine runde, abgeflachte Narbenscheibe. Diese ist mit 9 bis 24 Narbenstrahlen und einer Vielzahl von Staubblättern umrandet. Die Blüte besteht aus fünf Kelchblättern und bis zu 25 Kronblättern. Die einzelnen Blüten sitzen am Ende von langen Stängeln. Die Befruchtung der Blüten erfolgt durch Käfer und Schwebfliegen. Die Blütezeit reicht von Juni bis in den August (seltener auch bis in den September).

Früchte / Samen: Die Fruchtstände bestehen aus einer vielteiligen Beere die mit Samen gefüllt ist. Die Frucht hat einen Durchmesser von etwa 2,5 cm. Die einzelnen Samen sind olivgrün gefärbt und haben eine Eiform. Die Oberfläche ist glatt. Sie sind etwa 5 mm groß.

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Schwache Giftpflanze: Bei der Pflanze handelt es sich um eine schwache Giftpflanze. Sie enthält unter anderem schwach giftigen Alkaloide. Diese sammeln sich vor allem in der Wurzel der Pflanze. Keiner der Pflanzenteile ist für die menschliche Ernährung geeignet.

Inhaltstoffe: Nupharin, α-Nupharidin, β-Nupharidin

Symptome einer Vergiftung: Eine Vergiftung mit der Pflanze zeigt sich durch Tachykardie und je nach Inhaltstoffgehalt einem erhöhten oder erniedrigten Blutdruck.

Erste Hilfe: Bei Vergiftung mit der gelben Teichrose sollte ein Arzt aufgesucht und ggf. der Giftnotruf informiert werden.

Namensherkunft

Volkstümliche Namen: Der Volksname „Murmel“ soll aus einer alten Volkssage entstanden sein. Laut dieser bewacht ein Wassergeist die „Wassermuhme“ die Pflanze.

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname „Nuphar“ leitet sich von dem arabischen Namen „Ninufar“ ab. Es handelt sich dabei um einen gräcisierten (ins griechische übernommenen) Namen. Er wurde durch den Botaniker James Edward Smith im Jahr 1809 geprägt – bzw. als neuen Gattungsnamen festgelegt. Der botanische Artname „luteus“ stammt aus dem lateinischen und lässt sich mit „gelb“ ins Deutsche übersetzen. Der Namenszusatz leitet sich dabei von der Blütenfarbe ab.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Die Pflanze ist auf der Roten Liste Deutschlands als nicht gefährdet eingestuft. Sie ist dennoch nach der BArtSchV besonders geschützt. Die Pflanze sollte auf keinen Fall abgepflückt werden oder für den Garten gesammelt werden.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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