Heidekraut

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Eine Schönheit in altrosa, das „Heidekraut / Besenheide“ (Calluna vulgaris) – Blume des Jahres 2019 –

Vorkommen und Verbreitung: Das Heidekraut kommt vom Flachland bis in die Gebirge vor. Es prägt dabei das Landschaftsbild vieler Heideflächen. Hierbei besiedelt es vor allem Heiden, Magerrasen, Moore und Kiefernwälder. Sie bevorzugt dabei einen steinigen bis sandigen Boden, wie er auf „Heideflächen“ häufig vorkommt.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die Pflanze hat einen niedrigen, aufrechten Wuchs und erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm. Sie kann dabei bis zu 40 Jahre alt werden. Die Pflanze ist frostunempfindlich.

Stängel: Die Stängel sind im unteren Teil stark verästelt und können bis zu einem halben Zentimeter dick werden. Sie wachsen meist niederliegend auf dem Boden. Dort können sie bis zu einem Meter lang werden.

Blätter: Die Blätter der Pflanze sind immergrün. Sie sind klein und sehr hart. Die Blätter haben zudem eine lineare bis lanzettliche Form. Am Stängel sind sie in einer Dachziegel-Formation übereinander angeordnet.

Blüte: Die Blüten sind in dichten Trauben angeordnet und nur 1-4 mm groß. Sie haben eine dunkelrosa bis leicht violette Färbung. Die einzelnen Blüten bestehen aus vier Kron- und Kelchblättern. Dabei überragen die Kelchblätter die Kronblätter. Im Inneren der Blüte bilden sich die vier hellgelben Staubblätter. Die echte Besenheide gilt als wichtige Futterpflanze für Wildbienen und Hummeln. Zu diesen zählen unter anderem die Heidekraut-Seidenbiene (Colletes succinctus) sowie die Heidekraut-Sandbiene (Andrena fuscipes). Die im Handel erhältlichen „Erika-Sorten“ sind für Bienen nutzlos, da sich die Blüten nicht öffnen! Die Blüten der Wildheide sind hingegen reich an Nektar und Pollen. Die Blütezeit reicht von Juli bis in den Oktober.

Früchte: Nach der Blütezeit bilden sich die kleinen Samen. Die Blütenblätter verfärben sich beim verblühen bräunlich.

Verwendung als Heilpflanze

Verwendung als Heilpflanze: Die Besenheide gilt als eine fast vergessene Heilpflanze. Pfarrer Kneip entdeckte die Heilwirkung der Pflanze bereits im 19. Jahrhundert.

In der Pflanzenheilkunde und Homöopathie wird die Besenheide vor allem als Tee und Tinktur verwendet. Eine Behandlung mit der Besenheide ersetzt aber keinesfalls einen Arztbesuch!

Die Tinktur kann bei Ausschlägen, Entzündungen und gereizter Haut eingesetzt werden.

Ein Tee aus den Blüten kann bei Rheuma und Gicht Abhilfe bringen. Der Tee fördert zudem das Einschlafen. Dieser wird aus 1 bis 2 Teelöffeln des getrockneten Krauts hergestellt (mit 1/4 Liter Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen). Vorsicht ist geboten, da ein übermäßiger Konsum des Tees zu Magenbeschwerden führen kann.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Die Besenheide steht in gesamt Deutschland nicht auf der roten Liste. Sie ist somit derzeit noch als ungefährdet anzusehen. Dennoch gibt es derzeit eine „Citizen Science Aktion“ zu dieser Blume des Jahres 2019. 

Funde der Pflanze können hier: Deutschlandflora: Aktionsart eingegeben werden!

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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