Klatschmohn

Die roten Blüten des “Klatschmohn” (Papaver rhoeas) sind auf den Feldern in den letzten Jahren immer seltener geworden. Dabei handelt es sich um eine der bekanntesten Ackerbegleitpflanzen. Sie war die “Blume des Jahres 2017”.
~ Es handelt sich um eine bei Verzehr giftige Pflanze ~

Vorkommen und Verbreitung: Der Klatschmohn ist vor allem auf Getreidefeldern anzutreffen. Seltener kann man die Pflanze auch in Ruderalfluren zu finden. Hierbei handelt es sich häufig um einen basenreichen, kalkhaltigen Lehmboden. Ebenfalls können die Pflanzen auch auf Schuttflächen und an Wegen angetroffen werden; meist werden die Pflanzen aber dort durch Menschen entfernt. Der Klatschmohn ist auch auf Höhen von bis zu 1.000 Metern in den Gebirgen zu finden.

Wuchsform: Es handelt sich um eine krautig wachsende, einjährige Pflanze welche eine Wuchshöhe von 20 bis 80 cm erreichen kann. Die Stängel stehen aufrecht aus der Mitte der Pflanze heraus. Sie haben eine feine, abstehende Behaarung an diesen. Am Ende der Stängel sitzen die einzelnen Blütenköpfe.

Blätter: Die Blätter haben eine lanzettlich Form und sind einfach bis doppelt gefiedert. Sie haben auf der Ober- und Unterseite eine borstige Behaarung und sind grün gefärbt. Die einzelnen Fiederblättchen sind zum Teil noch einmal deutlich eingeschnitten.

Blüten: Die Blüten haben eine scharlachrote Färbung und sitzen einzeln am Ende der länglichen Stängel. Sie erreichen einen Durchmesser von bis zu 10 cm. Pro Blüte bilden sich vier Kronblütenblätter (seltener auch in weiß oder purpur). Rund um die Blütennarbe sind die Blütenblätter schwarz gefärbt und besitzen oft auch noch eine weißen Umrandung. In der Mitte der Blüte bildet sich eine Narbe und eine Vielzahl von langestielten schwarzen Staubblättern. Die Narbenscheibe besteht 10 bis 18 Narbenstrahlen. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den Juni.

Früchte: Die Samenkapsel entsteht nach der Blüte. besteht aus der vertrockneten Blütennarbe. Nach dem trocknen werden die Samen durch den Wind oder Tiere verteilt. Die Samen fallen dabei aus den kleinen Öffnungen unter der Narbenscheibe heraus.

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftpflanze: Der im Stängel und den weiteren Teilen der Pflanze enthaltene Milchsaft sowie die Samen sind giftig. Vor allem Kinder und Tiere können von den Giftstoffen betroffen sein. Eine genaue tödliche Dosis ist bei Menschen nicht bekannt. Bei Pferden, Rindern und Schweinen sind die Todesfälle auch selten. Der Anteil an Klatschmohn im Futter sollte 10% dennoch nicht übersteigen. Die Pflanze ist im Heu auch weiterhin giftig. Die Samen dieser Mohn-Art sollten auf keinen Fall gegessen werden.

Inhaltsstoffe: Alle Teile der Pflanze enthalten unter anderem das Alkaloid “Rhodeadin” (die Giftwirkung ist noch umstritten), cyanogene Glykoside. Die Konzentration in der Pflanze ist während der Blüte und Samenbildung am höchsten.

Symptome einer Vergiftung: Bei einer Vergiftung kommt es zu hoher Nervosität und Magen-Darm-Beschwerden sowie Erbrechen. In hoher Dosis kommt es zudem zu epileptischen Krämpfen. Bei Vergiftung mit der Pflanze sollte ein Arzt aufgesucht und ggf. der Giftnotruf informiert werden.

Namensherkunft: Der Name “Mohn” leitet sich von dem germanischen Wort “mage”. Der lateinische Name “rhoeas” leitet sich von dem griechischen Wort für Mohn ab. Der Zusatz “Klatsch-” stammt von dem lauten Zerplatzen der Blütenblätter ab. Die Kinder legen oft die Blütenblätter auf den Handrücken und schlagen darauf. Durch das Draufschlagen platzen diese mit einem Knall. Hieraus ist im Schwäbischen auch der Name “Schnellblume” entstanden.

Frühere Verwendung: Die Blütenblätter wurden zum Teil zum Herstellen von roter Tinte verwendet. Heutzutage findet die Pflanze keine Verwendung mehr.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Die Pflanze ist auf der Roten Liste Deutschlands als nicht gefährdet eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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