Lerchensporn, hohler

Der „hohle Lerchensporn“ (Corydalis cava) macht seinem Namen alle Ehre, denn er hat tatsächlich eine ausgehöhlte Wurzel.
Fruchstand des hohlen Lerchensporns

Vorkommen und Verbreitung: Hohler Lerchensporn wächst in Hartholz-Auenwäldern, Schluchtenwälder (vor allem Ahorn und Eschen), Mull-Buchenwäldern (Rotbuchenwälder), Laubmischwäldern (Linden- / Eichenwälder und ähnliche). Zudem ist sie auch in Obstwiesen / Weinberge und in Gebüschen zu finden. In Mitteleuropa ist sie von den Pyrenäen bis nach Südschweden verbreitet. In Amerika, Asien und Nordafrika sind divierse weitere Arten zu finden.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Hohler Lerchensporn hat einen aufrechten Wuchs. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 30 cm. Unter der Erde bildet sich die typische kugelige Wurzelknolle. Diese Knolle hat etwa die Größe einer Walnuss, sie ist zudem im Inneren hohl. Bei einer älteren Pflanze bildet sich ein bis zwei weitere Knollen. Der Stängel ist aufrecht, unverzweigt und kahl.

Blätter: Die zwei Laubblätter pro Pflanze sitzen paarig einander gegenüber am Stiel. Die Blätter besitzen einen längeren Stiel und sind blaugrün gefärbt. Das Blatt ist doppelt 3-zählig aufgebaut und hat eine federartige Form. Es bilden sich keine Schuppenblätter am Stiel.

Blüte: Die Blütenkrone ist am äußeren Rand purpur bis violett gefärbt. Im Inneren hat sie eine weiße Färbung. Hinter den Kronblättern befindet sich ein zwei bis drei Zentimeter langer, hakenförmiger Sporn, in welchem sich der Nektar bildet. Die Blüten sitzen in 10 bis 20 Stück in einer Blütentraube. Sie haben einen schwachen lackartigen Duft. Die Blütezeit liegt zwischen März bis April. Es dauert aber 4 Jahre bis sich die ersten Blüten an den Pflanzen bilden. Neben den purpur gefärbten Exemplaren gibt es zudem auch vollständig weiße Blüten. Interessant bei den Blütenfarben ist, dass sich in jeder Wuchsgruppe ungefähr zu gleichen Teilen purpurne und weiße Exemplare befinden.

Früchte: Nach der Blüte bildet sich eine grüne schotenförmige Frucht (ähnlich einer Erbsenschote). Die Schoten haben nur eine Länge von zwei bis drei Zentimeter. Im Mai sind die Schoten bereits reif und verbreiten die Samen durch aufplatzen. Bei den Samen handelt es sich um kleine, schwarze Kugeln mit einem weißen Elaiosom. Dieses lockt vor allem Ameisen an, da es eine Nahrungsquelle für sie bildet. Die Samen werden so im Wald verteilt.

Besonderheiten der Pflanze

Besonderheiten der Blüten: Da die Blüten nur durch langrüsselige Insekten bestäubt werden können kommt es häufig zu Nektarklau durch Hummeln und Bienen. Diese beißen, wie unten auf dem Bild zu sehen, ein kleines Loch in den Sporn und saugen den Nektar aus der Blüte. Hierbei werden die Blüten aber nicht bestäubt!

Ein Holzbienenmännchen am hohlen Lärchensporn
Giftigkeit der Pflanze – Hinweis zum Umgang

Giftigkeit der Pflanze / Wichtiger Gefahrenhinweise zur Pflanze: Das Berühren der Pflanze ist ungefährlich, dennoch ist bei der Handhabung des hohlen Lerchensporns Vorsicht geboten. Es wird stark davon abgeraten die Pflanze im Garten zu kultivieren wenn Kinder im Haushalt leben. Denn alle Pflanzenteile, auch die Samen gelten als giftig. Die Knolle ist besonders giftig! Auch bei Haltung von Haustieren ist von einer Kultivierung abzusehen, da sie für diese ebenfalls giftig ist. Eine Vergiftung mit dem Lerchensporn ist sehr selten.

Giftige Inhaltsstoffe: Bulbocapnin (vor allem in den Knollen, aber auch in den restlichen Teilen der Pflanze).

Vergiftungserscheinungen: Die Vergiftungserscheinungen zeigen durch die Lähmung der Muskulatur, Erbrechen, Krämpfe und Durchfall. In sehr hohen Dosen kommt es zudem zu Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem.

Namensherkunft

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname „Corydalis“ leitet sich aus dem altgriechischen Wort „κορυδαλλός“ (korydalis) – zu deutsch: Haubenlerche – ab. Dies wird als Anlehnung an die Form der Blüten angesehen. Eine weitere Ableitung ist über κόρυς (kórus) möglich. Das Wort lässt sich dabei mit „Helm“ übersetzen. Der botanische Artname „cava“ stammt aus dem altgriechischen Wort κοῖλος (koilos) bzw. dem lateinischen Wort „cavus“ – jeweils zu deutsch: hohl, leer – ab. Dies deutet auf die hohle Wurzel der Pflanze hin. Der deutsche Name „hohler Lerchensporn“ ist eine direkte Übersetzung des botanischen Gattungs- und Artnamens.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: In Deutschland ist der Lerchensporn noch als „ungefährdet“ eingestuft.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F

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