Märzenbecher / Frühlings-Knotenblume

Im Volksmund wird die Pflanze oft “Märzenbecher” genannt – gemeint ist aber die “Frühlings-Knotenblume” (Leucojum vernum).

Märzenbecher

Scharlachroter Kelchbecherling

Vorkommen und Verbreitung: Der Märzenbecher kommt vor allem in Auen- und Schluchtwäldern, Wiesen und an Ufern vor. Zudem ist die Pflanze ist in unseren Gärten als Zierpflanze verbreitet. Sie ist in ganz Süd- und Mitteleuropa verbeitet.

Wuchsform: Die Pflanze kann 10 bis 30 cm hoch werden. Sie gehört zu den Zwiebelgewächsen und zieht sich nach der Blüte für eine Ruhephase bis zum nächsten Frühling wieder ein. Bereits früh im Jahr bilden sich die ersten Blätter der Knotenblumen. Diese durchbrechen bereits im Januar zum Teil auch Schnee.

Stängel & Blätter: Die Blätter sind grundständig und wachsen in einer Rosette. Die einzelnen Blätter haben eine deutliche, dunkelgrüne Färbung. Sie haben eine längliche, grasartige Form und eine Breite von 3 bis 5 cm. Die Blüten hängen nickend an aufrecht stehenden Stielen. Diese bilden im oberen Teil ein kleineres Blättchen aus. Dieser Teil ist hellgrün gefärbt.

Blüten: Sie sind in sechs gleichgroße, spitz zulaufende Blütenblätter aufgeteilt. Die Blütenfarbe ist weiß mit den typisch grünen Spitzen. Im Inneren des Blütenkelch bilden sich die goldgelben Staubblätter, Oberhalb der Blütenblätter bildet sich der namensgebende Fruchtknoten. Dieser hat eine hellgrüne Färbung. Pro Stängel bildet sich eine Blüte. In seltenen Fällen wachsen aber auch zwei oder mehr Blüten aus einem Stiel heraus. Typischerweise reicht die Blütezeit von März bis in den April.

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftigkeit: Die Berührung der Pflanze ist ungefährlich. Dennoch ist die gesamte Pflanze nicht essbar. Für den Menschen und Tier sind alle Teile giftig. Es werden in der Pflanze unter anderem Alkaloide wie Lycorin und Galantamin gebildet. Diese sind für Menschen unverträglich und führen zu Vergiftungen.

Besonderheiten

Symbiose mit Pilzen: Neben den Knotenblumen wachsen meist auch spezielle Pilze. Dabei handelt es sich um die “scharlachroten Kelchbecherlinge”. Diese Pilze sind oft eine große Rarität, da sie nur an diesen speziellen Standorten vorkommen.

Größere Vorkommen: Aufgrund der speziellen Anforderungen an Standort und Klima gibt es nur noch wenige größere Vorkommen der Pflanze. Eines von diesen ist das Wolftal auf der Schwäbischen Alb. Die Pflanzen sind sehr streng geschützt und dürfen auf keinen Fall mitgenommen werden! Auch sollten die Wege bei einem Besuch des Tals nicht verlassen werden und die Pflanzen auf keinen Fall beschädigt werden.

Gefährdung der Pflanze: Es gibt nur noch wenige Standorte an denen die Frühlingsknotenblume natürlich wächst. Daher steht sie auf der Roten Liste, mit den Gefährdungsgrad 3 und ist somit als “gefährdet” eingestuft! Nach der Bundesartenschutzverordnung – BArtSchV – handelt es sich um eine besonders geschützte Art.

Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt,

– Deutschland: gefährdet (Status: 3)

– Baden-Württemberg: gefährdet (Status: 3)

– Bayern: gefährdet (Status: 3)

– Berlin: ungefährdet (Status: *)

– Hamburg: ungefährdet (Status: *)

– Hessen: gefährdet (Status: 3)

– Nordrhein-Westfalen: gefährdet (Status: 3)

– Rheinland-Pfalz: gefährdet (Status: 3)

– Sachsen: gefährdet (Status: 3)

– Schleswig-Holstein: ungefährdet (Status: *)

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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