Seekanne, europäische

Nur noch sehr selten ist diese Pflanze auf Seen und in Flüssen anzutreffen, die „europäische Seekanne“ (Nymphoides peltata). Aber auch die Blüte zu erleben ist etwas besonderes!
Seekanne (Blüte im Detail)

Vorkommen und Verbreitung: Die gewöhnliche Seekanne bevorzugt sehr spezielle Bedingungen. Sie ist noch in den Altarmen von Flüssen, in Seen und im langsam fließenden Teil von sandig-schlammigen Flüssen anzutreffen. Das Foto zeigt einen alten, nicht mehr genutzten Steinbruch, welcher sich über die Jahre mit Regenwasser gefüllt hat. Durch seine gleichmäßig, geringe Tiefe ist er ein perfekter von Menschen geschaffener Ort für die Seekanne. Die Flüsse und Gewässer müssen einen hohen Nährstoffgehalt haben. Sie wird zum Teil auch als Zierpflanze in Gartenteichen verwendet. Die Pflanze ist vor allem in Süd- und Mitteleuropa sowie im gemäßigten Asien zu finden. In Nordamerika wurde sie zum Teil bereits eingebürgert.

Pflanzenbeschreibung

Wuchsform: Die Seekanne ist tief am Grund des Gewässers verwurzelt. In einer Tiefe von 1 bis selten 3 Metern bilden sich die länglichen, kriechend wachsenden Wurzelstöcke. Die langen Stängel verbinden die Wurzeln mit den an der Oberfläche des Gewässers liegenden Blättern. Die Blätter bilden eine Art von Teppich zwischen dem die Blüten sprießen.

Blätter: Die Blätter sind fast kreisrund und haben eine ledrige Oberfläche. Sie erreichen eine Größe zwischen 7 bis 10 Zentimeter. Die Blätter sitzen wechselständig an den Stängeln. Die Oberseite der Blätter ist glänzend und besitzt eine hellgrüne Färbung. Auf der Unterseite sind sie graugrün bis rötlich gefärbt. Am Ansatz haben sie einen schmalen bis in die Blattmitte reichenden Einschnitt. Mit den auf der Unterseite vorhandenen Hydropoten – haben das Aussehen von kleinen Punkten – geben der Pflanze die Möglichkeit die im Wasser gelösten Nährstoffe aufzunehmen.

Blüten: Die Blüten bestehen aus fünf am Grund miteinander verwachsenen Blütenblätter. Diese haben eine goldgelbe Färbung und haben einen gewimperten Rand. Die Form der Blüte ist trichterförmig. Am Ende der im Wasser wachsenden Stängel bilden sich die einzelnen Blüten aus. Unter ihnen sitzen sich die grünen, lanzettlichen Kelchblätter aus. Im Inneren der Blüte wachsen der gelb gefärbte Fruchtknoten mit Blütennarbe sowie fünf Staubblätter. Die Blütezeit reicht von Juli bis in den August. Die Bestäubung der Blüten erfolgt über Bienen und Hummeln. Die Blüten öffnen sich aber nur für kurze Zeit täglich bei vollem Sonnenschein.

Früchte: Nach der Bestäubung bilden sich die grünen, eiförmigen Fruchtkapseln aus. Das Ende der Früchte sind spitz. Die Früchte reifen unter Wasser aus. Bei vollständiger Reifung geben sie die Samen mit den langen Wimpern frei. Diese können sich im Gefieder von Wasservögeln festhaften. So können die Samen über weite Strecken verteilt werden.

Namensherkunft

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname “Nymphoides“ leitet sich von der Ähnlichkeit zu „Nymphaea“ ab. Dies lässt sich mit “seerosenartig“ ins Deutsche übersetzen. Eine Namenserklärung für den Gattungsnamen der Seerosen ist ebenfalls möglich: „Nymphaea“ leitet sich aus dem griechischen Namen für Seerosen ab. Im griechischen wird sie als „νούφαρο“ bezeichnet. Dies leitet sich von dem Wort „νύμφη“ – zu deutsch „Nymphe – Braut, junge Frau“ ab. Nach der griechischen Mythologie handelt es sich um einen weiblichen Naturgeist.

Der botanische Artname “peltata“ ist die weibliche Form des lateinischen Wortes “peltato“. Dies stammt von dem altgriechischen Wort πέλτη – zu deutsch “Schild“ – ab. Hierbei wird auf die Form der Blätter hingewiesen.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze:  In Deutschland gilt die gewöhnliche Seekanne als „gefährdet“. Durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) steht die Pflanze unter einem besonderen Schutz! Sie darf keinesfalls gepflückt oder beschädigt werden. Die Pflanze ist zudem auf einigen regionalen Roten Listen ebenfalls vertreten. Die einzelnen Gefährdungsgrade sind wie folgt: 

Deutschland: gefährdet (Status: 3 ; rückläufig) 

Baden-Württemberg: gefährdet (Status: 3)

Bayern: vom Aussterben bedroht (Status: 1)

Berlin:  Ausgestorben (Status: 0 – extinkt) 

Brandenburg: stark gefährdet (Status: 2)

Hamburg: vom Aussterben bedroht (Status: 1)

Hessen: stark gefährdet (Status: 2)

Mecklenburg-Vorpommern:  n/a

Niedersachsen: stark gefährdet (Status: 2)

Nordrhein-Westfalen: stark gefährdet (Status: 2)

Rheinland-Pfalz: stark gefährdet (Status: 2)

Saarland:  Ausgestorben (Status: 0 – extinkt) 

Sachsen:  n/a

Sachsen-Anhalt: stark gefährdet (Status: 2)

Schleswig-Holstein: stark gefährdet (Status: 2)

–  Thüringen: n/a

Verbreitungs-Codes:  M1, M2, F

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