Wiesen-Kerbel

Der Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) ist ein naher Verwandter des sehr bekannten und beliebten Gewürzes, des “Gartenkerbels”.
Wiesen-Kerbel Blüte

Vorkommen und Verbreitung: Der Wiesen-Kerbel wächst vor allem auf stark gedüngten Fettwiesen und ist im Frühsommer eine der bekanntesten Pflanzen auf diesen Feldern. Sie kommt zudem auf Wiesen, Böschungen und an Wegrändern vor – niemals an Bächen oder Seen. Die Pflanze benötigt die Nähe zum Menschen.

Wuchsform: Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 60 bis zu 150 cm. Der Stängel ist im Inneren hohl. Auf der Außenseite ist er deutlich gefurcht.

Blätter: Die Blätter sind zwei- oder dreifach gefiedert und besitzen einen länglichen Stängel. Pro Blatt bilden sich mehrere einzelne gefiederte Teilblätter. Die einzelnen Fiederblättchen sind eiförmig aufgebaut.

Blüten: Die Blumenkrone ist in einer Dolde aufgebaut. Sie haben eine deutliche weiße Färbung. Diese Blüten sind nur bis zu 2 mm groß. Die Blütenkronen bestehen aus fünf weißen Blütenblättern. Diese sind an der Spitze etwas eingekerbt. In der Blüte bilden sich zwei Griffel und fünf Staubblätter. Die Dolde besteht aus 8 bis 16 Einzeldolden. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den Juli.

Früchte: Es handelt sich um kleine, braune, schiffchenförmige Spaltfrüchte. Die Früchte haben nur eine Länge von 7 bis 10 mm. Sie reifen im August heran.

Besonderheiten

Leichte Giftigkeit der Pflanze: Bei einigen Menschen kann der Kontakt mit den Blättern zu einer Hautreizung führen. Diese wird durch eine Reaktion mit Sonnenlicht ausgelöst.

Landwirtschaftliche Nutzung: Die Pflanze ist bei Landwirten nicht besonders beliebt, da es sich um eine wertlose Futterpflanze handelt. Sie vermehrt sich zudem sehr häufig auf deren Wiesen. Dies liegt aber an den stickstoffreichen Böden.

Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen: Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit:

  • “Hecken-Kälberkopf”
  • “Wasserschierling” – Sie wird sie an Bächen, Teichen oder Seen angetroffen – In diesen Fällen auf keinen Fall abpflücken, da es sich um eine hoch giftige Pflanze handelt. Sie hat einen deutlichen Geruch nach Sellerie.

Diese Pflanze sollten auf keinen Fall berührt oder gegessen werden. Somit gilt: Wer den Wiesen-Kerbel nicht deutlich identifizieren kann, sollte am besten auf das Sammeln der Pflanze verzichten. Es wird daher davon abgeraten den Wiesen-Kerbel in der Küche zu verwenden.

Weitere volkstümliche Namen: In der älteren Literatur wird der (Wiesen)-Kerbel zum Teil auch als Kervel, Kälberkropf oder Kälberkern bezeichnet. Dies ist aber oft irreführend, denn diese Namen waren und sind zum Teil für ähnliche Pflanzen wie den Schierling gebräuchlich.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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