Ufer-Wolfstrapp

Der Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus) – eine Heilpflanze mit einer außergewöhnlichen Heilwirkung, denn aus ihr wird in der Pharmazie eine Arznei gegen Schilddrüsenüberfunktion hergestellt.

Vorkommen und Verbreitung: Der Ufer-Wolfstrapp wächst vor allem auf Nasswiesen, Röhrichte und in Erlenbrüchen. Zudem kann sie auf Seggen-Wiesen, Ufern und Gräben angetroffen werden. Die Pflanze ist in Deutschland einheimisch. Sie ist in fast ganz Europa und Teilen von West-Asien zu finden.

Wuchsform: Es handelt sich um eine krautig wachsende Pflanze, die aufstehende Stängel bildet. Sie ist mehrjährig und kann eine Wuchshöhe von 20 bis zu 120 cm erreichen. Dabei bildet die Pflanze auch zahlreiche unterirdische Ausläufer. So kann sich der Ufer-Wolfstrapp über große Flächen ausbreiten. Die Pflanze kann mehrjährig sein. Sie blüht nur einmal und stirbt aber nach der Reifung der Samen ab.

Blätter: Die Blätter sind lanzettlich aufgebaut und am Rand grob gesägt. Sie sitzen einander gegenständig an den Stängeln. Die Blätter sind etwa 2 x bis 5 x so lang wie breit. Blätter und Stiele können zudem teilweise behaart sein. Direkt über den Blätter bilden sich die Blütenrosetten.

Blüten: Die Blüten sitzen als eine Vielzahl von Blüten in einer Rosette rund um den Stängel. Die Blütenblätter sind nur etwa 2 mm groß. Pro Blüte bilden sich vier weiße Kronblätter. Diese sind am Rand der Blüte violett gefleckt. Die Flecken auf den Blüten dienen dazu Schwebfliegen anzuziehen, denn sie deuten Saftmale an. Die Blütezeit reicht von Juli bis in den September.

Frucht: Die Pflanze bildet nach der Blüte eine Nussfrucht. Pro Blütenkelch bilden sich vier Früchte.

Besonderheiten

Verwechslungsmöglichkeiten: Der Ufer-Wolfstrapp kann mit der Acker-Minze verwechselt werden. Diese hat aber einen sehr eindeutigen Minzgeruch. Die Blüten haben zudem keine violetten Felcken.

Verwendung in der Medizin: Aus den vor der Blüte geernteten Pflanze wird eine Arznei gegen leichte Schilddrüsenüberfunktion hergestellt. Zudem kann sie gegen die Begleiterscheinungen wie Nervosität und Herzrasen verwendet werden. Es handelt sich aber dabei um Fertigpräparate. Denn es wird davon abgeraten aus der Pflanze selbst Medizin herzustellen.

Inhaltsstoffe: In der Pflanze sind unter anderem Phenolcarbonsäuren enthalten.

Namensherkunft: Die Blätter haben eine Ähnlichkeit zur Wolfspfote woraus der Name Wolfstrapp entstanden ist. Auch der lateinische Gattungsname “Lycopus” leitet sich von den griechischen Worten “lykos” und “pous” ab. Diese bedeuten so viel wie “Wolf” und “Fuß”.

Gefährdung der Pflanze: In Deutschland steht sie auf der Roten Liste als noch nicht gefährdet.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

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