Gefleckter Schierling

Achtung Giftpflanze: Gefleckter Schierling! Bei dieser Pflanze handelt es sich um einen giftigen Doppelgänger des Wiesen-Kerbels.

Gefleckter Schierling (Conium maculatum) am JKI Quedlinburg. Die Giftpflanze kann leicht mit Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) verwechselt werden.

– Sehr starke / tödliche Giftpflanze –

Vorkommen und Verbreitung: Der gefleckte Schierling wächst in fast ganz Europa, Asien und Nordafrika. Er bevorzugt Ruderalfluren, Schuttplätze, Straßenränder und Brachen. Die Pflanze gehört dabei zur ausdauernden Ruderalvegetation, Sie besiedelt neue Gebiete sehr schnell. Braucht aber einen nährstoffreichen Lehmboden. Er gilt zudem als Stickstoffanzeiger.

Wuchsform: Es handelt sich um eine ausdauernde zweijährige, krautige Pflanze. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 80 bis zu 180 cm.

Stängel: Die Stängel wachsen aufrecht und sind im oberen Teil geteilt. Sie haben eine runde Form und sind im Inneren hohl. Die Stängel sind nicht behaart. Im unteren Teil der Pflanze sind sie deutlich rot gefleckt bis rot gefärbt. Beim Zerreiben oder Zerschneiden riechen die Pflanzenteile nach Mäuse-Urin.

Blätter: Die Laubblätter sind zwei- bis vierfach gefiedert und haben eine deutliche dreieckige Form. Pro Blatt bilden sich einzelne gefiederte Teilblätter. Sie haben eine deutliche Ähnlichkeit zu den Blättern des Wiesen-Kerbels.

Blüten: Die Blumenkrone ist in einer Dolde aufgebaut. Diese besteht aus 8 bis 20 Doldenstrahlen. Sie haben eine deutliche weiße Färbung. Die Blütenkronen bestehen aus drei bis fünf weißen Blütenblättern. Diese haben eine verkehrt-eiförmige Form. In der Blüte bilden sich ein Griffel und fünf Staubblätter. Die Blütezeit reicht von Juni bis in den September. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten.

Früchte: Die Frucht ist eiförmig aufgebaut und etwa zwei bis drei Millimeter lang. Sie sieht rundlich aus. Die reifen Früchte haben eine bräunliche Färbung.

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftpflanze: Gefleckter Schierling ist eine der giftigsten Pflanzenarten in Deutschland. Bereits 0,5 bis 1 g des enthaltenen Gifts ist für einen Erwachsenen tödlich!

Hinweise zum Umgang: Am besten die Pflanze nicht berühren! Die Berührung des Saftes der Pflanze ist bereits gefährlich. Denn hierdurch es kann zu einer, unter anderem starken, Hautreizung kommen. Achtung es handelt sich um eine bei Verzehr tödlich giftige Pflanze.

Verwendung der Pflanze: Gefleckter Schierling findet keine Verwendung in der Schulmedizin oder in unseren Küchen! Es wird auch dringend von dem Sammeln des gefleckten Schierlings abgeraten, da es sich um eine stark giftige Pflanze handelt! In der Homöopathie wird die Pflanze zum Teil noch verwendet – HIERVON MUSS ICH AUCH DRINGEND ABRATEN! Auch sollten auf keinen Fall medizinische Selbstexperimente durchgeführt werden!

Vergiftung / Toxizität

Enthaltener Giftstoff: In der Pflanze ist eine Mischung von Alkaloiden / Pseudoalkaloiden enthalten. Darunter das besonders giftige Coniin. Weitere Informationen zu den Inhaltsstoffen sind hier erhältlich: awl.ch (da ich kein Spezialist auf diesem Gebiet bin)

Giftige Teile der Pflanze: Alle Teile der Pflanze – insbesondere die unreifen Früchte – enthalten das Gift.

Symptome einer Vergiftung: Bei einer Vergiftung mit dem gefleckten Schierling kommt es zu einer Reizung im Rachen und Mund (durch ein deutliches Brennen erkennbar), Schwindel, Atemnot, Sehstörungen und Lähmungserscheinungen im Brustkorb. Der Tod tritt zwischen einer halben Stunde bis zu 5 Stunden ein (abhängig von der Stärke der Vergiftung).

Tödliche Dosis (LD 50): Es wird geschätzt das die tödliche Dosis für einen Menschen bei einem Wert von ca. 10 mg/kg liegt. Da ein typischer gefleckter Schierling etwa zu 1,5 bis 2 Prozent Coniin enthält, können bereits weniger als 50 Gramm der Pflanze für eine tödliche Dosis ausreichen. Somit ist eine besondere Vorsicht vor den Samen, aber auch weiteren Teilen der Pflanze geboten.

Besonderheiten

Eines der bekanntesten Vergiftungsopfer mit dem Schierlingsgift ist der Philosoph Sokrates. Dieser wurde bei seiner Hinrichtung 399 v. Chr. mit dem “Schierlingsbecher” vergiftet. Dabei wurde eine Mischung des Schierlingsgiftes und des Schlafmohns verwendet.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K

~ Danke an das Julius Kühn-Institut (JKI) und Flora Incognita für die Bereitstellung der Bilder ~

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