Zwerg-Glockenblume

Von den 30 einheimischen Glockenblumen-Arten, zählt die „Zwerg-Glockenblume“ zu den kleinsten. Oft wird sie nur zwischen 5 bis 15 cm groß.

Vorkommen und Verbreitung: Die Zwerg-Glockenblume ist unter anderem auf krautigen Flussgeröllfluren, alpinen Kalkrasen und in Felsspalten zu finden. Sie benötigt einen sehr sonnigen Standort. In den Alpen ist die Pflanze auf Höhen von bis zu 3.000 Metern anzutreffen. An einigen Stellen wächst die Zwerg-Glockenblume auch an alten Burg- und Schlossmauern. Das natürliche Verbreitungsgebiet in Deutschland ist im südlichen Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und im Alpenvorland. Im Alpenvorland ist sie aufgrund der vielen Flussbegradigungen und Flussbaumaßnahmen weitestgehend verdrängt worden. Einzelne Vorkommen gibt es noch an der Isar und der Pupplinger Au bei Wolfratshausen.

Pflanzenbestimmung

Wuchsform & Stängel: Die Wuchshöhe beträgt im Gegensatz zu den weiteren Vertretern der Glockenblumen nur 5 bis 15 cm. Sie handelt sich um eine krautig wachsende, ausdauernde Pflanze. Die Stängel stehen aufrecht und sind am oberen Ende der Blüten verzweigt. Zum Teil sind die Stängel mit kurzen Haaren besetzt. Die Glockenblume ist bis zu -20°C winterhart. Es handelt sich bei dieser Glockenblumen-Art um einen Hemikryptophyten

Blätter: Die grundständige Blattrosette besteht aus einer Vielzahl von kleinen Blättern. Die Stängelblätter sitzen in Paaren gegenständig am Stängel. Die oberen Blätter sind schmal lanzettlich ausgebildet, am Grund sind die Blätter leicht herzförmig und am Rand zähnig eingeschnitten. Sie sind zur Blütezeit meist noch nicht verwelkt.

Blüte: Die Blüten sind in zwei- bis sechs-blütigen Traube angeordnet. Pro Blüte bilden sich bis zu sechs miteinander verwachsene Blütenblätter. Sie besitzen eine Glockenform und sind hellviolett gefärbt. Sie haben einen Durchmesser von 10 bis 15 Millimeter. Im Innen bildet sich eine gelb gefärbte Blütennarbe aus. Die Bestäubung der Blüte erfolgt unter anderem durch Bienen, Hummeln und anderen Hautflüglern. Die Blütezeit reicht von Juni bis in den August.

Frucht: Nach dem verblühen bilden sich kleine Kelche aus. Die Fruchtknoten sind glatt. In diesen sitzen die Samen. Die einzelnen Samen haben eine rundliche Form und sind bräunlich gefärbt. Die Fruchtreife wird im August bis September erriecht.

Namensherkunft

Namensherkunft: Der botanische Gattungsname „Campanula“ stammt aus dem lateinischen. Dieser lässt sich mit „kleine Glocke“ übersetzen. Der botanische Artname „cochleariifolia“ leitet sich aus dem griechischen Wort  „kochlias“ bzw. dem lateinischen Wort “cochlea“ – zu deutsch „Schnecke“ und dem lateinischen Wort “folius“ – zu deutsch: Blätter – ab. Dies deutet auf die löffelförmigen Blätter der Pflanze hin. Der deutsche Name “Zwerg-Glockenblume“ stammt von der niedrigen Wuchsform der Pflanze.

Gefährdung der Pflanze

Gefährdung der Pflanze: Auf der Roten Liste für Deutschland ist er bisher als noch nicht gefährdet eingestuft. In den einzelnen Bundesländern sind die Gefährdungsgrade dennoch wie folgt:

– Baden-Württemberg: gefährdet (Status: 3)

– Bayern: ungefährdet (Status: *)

– Niederbayern: stark gefährdet (Status: 2)

– Schweiz: ungefährdet (Status: *)

Verbreitungs-Codes: A, AV

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