Fingerhut, großblütiger

Einer der gelben Vertreter der Fingerhut-Familie, der “großblütige Fingerhut” (Digitalis grandiflora) – Achtung: bei Verzehr tödliche Giftpflanze!

Vorkommen und Verbreitung: Der großblütige Fingerhut kommt in lichten Bergwäldern, an Waldwegen, auf Kahlschlägen und krautigen Waldlichtungsfluren vor. Eine Besonderheit zu den weiteren Fingerhut-Arten ist, dass diese Art nur selten im Tiefland anzutreffen ist. Sie haben ein weitläufiges Verbreitungsgebiet in West- und Mitteleuropa. Wie alle Fingerhüte, ist auch dieser eine zweijährige Pflanze.

Wuchsform & Stängel: Diese Art des Fingerhut kann 40 – 120 cm hoch werden. Sie hat einen aufrechten Stängel. Diese grünen Stängel stehen einzeln. Sie sind unverzweigt.

Blätter: Am unteren Ende der Stängel bildet sich eine Grundblattrosette. Die weiteren Blätter sind wechselständig am Stiel zwischen den Blüten verteilt.

Blüten: Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis in den September hinein. Die Blütenstände wachsen in einer Traubenform am oberen Ende des Stiels. Die einzelnen sind glockenförmig aufgebaut und haben eine hell- bis schwefelgelbe Färbung mit einer auffällig dunkel gefleckten Unterlippe.*

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Gefahrenhinweis zur Pflanze: Wie auch bei allen anderen Fingerhüten sind die gesamten Pflanzenteile hochgiftig. Es wird stark davon abgeraten die Pflanze im Garten zu kultivieren wenn Kinder im Haushalt leben. Bereits die Berührung mit Pflanzenteilen kann zu einer Reizung der Haut führen. Es wird bei einer Berührung dazu geraten die betroffenen Stellen gründlich mit Wasser abzuwaschen.

Giftigkeit der Pflanze: Wie auch alle anderen Fingerhutarten ist auch der großblütige Fingerhut sehr stark giftig und kann bei Menschen und Tieren tödlich wirken. Vor allem in den Blättern und Blüten sammelt sich das Gift an. Dabei ist es von der Tageszeit und Jahreszeit abhängig wie hoch die Konzentration tatsächlich ist. Sie schwankt über den Tagesverlauf stark. Dabei ist die Pflanze oft Nachmittags giftiger als am Vormittag.

Giftige Inhaltsstoffe der Pflanze: Digitaloide (ca. 100 verschiedene herzwirksame Steroidglykoside oder Cardenolide) – keine genaue Aufzählung möglich.

Symptome einer Vergiftung

Symptome einer Vergiftung: Zu den häufigsten Symptomen bei einer Vergiftung mit dem Gift des Fingerhutes ist eine anhaltende Übelkeit und ggf. Sehstörungen. Darüber hinaus verringert das Gift die Pulsfrequenz drastisch. Als weitere Nebenwirkung steigt der Blutdruck so stark an, dass es zu Herzrhythmusstörungen und letztlich dem Tod durch Herzstillstand kommen kann. Die tödliche Dosis liegt bei etwa 2,5 g der Blätter (variierend je nach Gesundheitlicher Verfassung der Person und Körpergröße / Gewicht). In manchen Literaturangaben ist die Rede von 2 bis 3 Blättern als tödliche Dosis.

Besonderheiten

Verwendung der Digitalisglycoside in der Medizin: Die aus den Blättern gewonnenen Präparate werden in der Medizin als Herzmittel verwendet. Dabei ist auf eine sehr genaue Dosierung zu achten. Auf keinen Fall sollte eine Selbstmedikation versucht werden! Es ist immer ein ärztlicher Rat einzuholen!

Namensherkunft: Der Name der Pflanze leitet sich von dem Nähutensil “Fingerhut” ab. Die Form der Blüten erinnert daran. Der botanische Name wurde aus dem volkstümlichen Namen ins Lateinische übersetzt.

Verbreitungs-Codes:  : AV, M1, M2

* ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die deutliche Zeichnung auf der Unterlippe. Diese fehlt bei einem “gelben Fingerhut” (Digitalis lutea) vollständig.

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