Giftbeere

Die “Giftbeere” ist leicht mit der “Physalis” zu verwechseln. Dabei handelt es sich um zwei komplett verschiedene Pflanzen – Im Englischen wird sie als “Apple of Peru” bezeichnet.
~ Giftpflanze ~

Vorkommen und Verbreitung: Die Giftbeere ist bei uns in Deutschland als Gartenpflanze bekannt. Dabei stammt sie ursprünglich Peru. Inzwischen ist sie in Nordamerika und ganz Europa verwildert zu finden. Sie wächst an Wegen und Gewässern. Zum Teil kann sie auch in Ruderalfluren gefunden werden, wie auf den Bildern gezeigt wird.

Wuchsform: Es handelt sich um eine einjährige strauchartige Pflanze. Diese kann eine Wuchshöhe von bis zu 2 Meter erreichen. In wärmeren Regionen in seltenen Fällen auch bis zu 3 Meter. Sie besitzt einen fast vierkantigen Stängel aus dem sich zahlreiche Nebenstängel bilden. Am diesen sitzen die Blätter und Blüten.

Blätter: Die Blätter haben eine Herz- oder Pfeilform. Sie sind 10 cm breit und bis zu 35 cm lang. Dabei besitzen sie einen langen Stiel. Der Rand ist deutlich grob gezähnt.

Blüten: Die Blüten haben eine glockenartige Form. Die Blütenblätter sind hellblau bis leicht violett gefärbt. In der Mitte aber deutlich weiß. Die Blüten können einen Durchmesser von 2 bis 4 cm erreichen. Die Blütezeit reicht von Juni bis in den September.

Frucht: Die Früchte der Pflanze erinnern an die der Andenbeere (Physalis). Sie bestehen aus einem dünnen, ballonartigen Fruchtkelch. Dieser ist zunächst grünlich gefärbt mit schwarzen Punkten im oberen Bereich. Nach dem Reifen der Beere verfärbt sich der Fruchtkelch zu einem hellbraun. Die unreifen Früchte sind sehr giftig! Im reifen Zustand sollten die Früchte dennoch auf keinen Fall verzehrt werden. Da die reifen Früchte zum Teil mit den Drüsenhaaren (welche giftig sind) in Berührung kommen können.

Giftpflanze – Hinweise zum Umgang

Giftigkeit der Pflanze: Es handelt sich um eine giftige Pflanze. Keine Pflanzenteile dürfen für die menschliche Ernährung verwendet werden! Sie ist in fast allen Teilen giftig. Vor allem die Wurzel enthält eine größere Menge an Gift. In der heutigen Schulmedizin findet die Pflanze aufgrund ihrer Giftigkeit keine Anwendung.

Inhaltsstoffe: Tropin(derivate) wie Atropin und Steroidlactone.

Anzeichen für eine Vergiftung: Bei Einnahme der Pflanzenteile kann es zu ähnlichen Vergiftungserscheinungen wie bei der Schwarzen Tollkirsche oder dem Bilsenkraut kommen. -> Mehr zur Atropinvergiftung. Bei Vergiftung mit der Pflanze sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden und ggf. der Giftnotruf informiert werden.

Besonderheiten

Namensherkunft: Den Namen erhielt die Pflanze vermutlich durch ein Missverständnis. Denn die Beeren an sich sind nicht giftig. Da aber alle die weiteren Pflanzenteile giftig sind, schlossen die Namensgeber wohl auch auf ihre Giftigkeit.

Der Lateinische Name “Nicandra” verweist auf Nicander von Colophon. Dieser war ein wichtiger griechischer Arzt des vorchristlichen Zeitalters. Da er sehr viel über Giftpflanzen und deren Gegengifte zusammentrug wurde die Pflanze zu seinen Ehren nach ihm benannt. Die Giftbeere kannte er aber vermutlich nicht. Diese wurde erst im 18. Jahrhundert nach Europa eingeführt.

Der Englische Name “Apple of Peru” weist auf ihre Herkunft hin. Daneben gibt es noch einen weiteren Namen “Shoo-fly”. Was sich als Fliegenscheuche übersetzen lässt. Dabei wird auf die Eigenschaft hingewiesen, dass sie angeblich weiße Fliegen verscheucht.

Verbreitungs-Codes: A, AV, M1, M2, F, K (synthetisch)

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